„Wilsberg: Ungebetene Gäste“ im TV: Deshalb fällt dieser Krimi komplett aus der Reihe

„Wilsberg: Ungebetene Gäste“ gehört zu den ungewöhnlichsten Folgen der ZDF-Kultreihe. Statt Münster erwartet Zuschauerinnen ein Krimi im Stil von Agatha Christie!

Wilsberg - Ungebetene Gäste: Ein sonniger Herbsttag. Draußen vor einem historischen Gebäude stehen Wilsberg (Leonard Lansink), Tessa Tilker (Patricia Meeden) und Ekki (Oliver Korittke). Alle drei schauen geradeaus.
Die Anwältin Tessa Tilker (Patricia Meeden, M.) will Wilsberg (Leonard Lansink, l.) und Ekki (Oliver Korittke, r.) auf ein stilvolles Mittagessen in einem Schloss einladen. Sie glauben, sie seien die einzigen Gäste. Foto: ZDF/Thomas Kost

Normalerweise ermittelt Georg Wilsberg zwischen Antiquariat und Prinzipalmarkt in Münster. „Ungebetene Gäste“ geht jedoch einen völlig anderen Weg. Die komplette Handlung spielt fast ausschließlich in einem abgelegenen Schlosshotel und erinnert damit eher an einen klassischen Agatha-Christie-Krimi als an einen typischen „Wilsberg“. Genau das macht die 75. Folge der beliebten ZDF-Reihe bis heute zu einer Besonderheit.

Darum geht es in „Ungebetene Gäste“

Eigentlich soll es ein entspanntes Mittagessen werden: Dr. Tessa Tilker lädt Wilsberg und Ekki in ein exklusives Schlosshotel ein. Doch die Stimmung kippt, als plötzlich Sven Degen auftaucht – ein ehemaliger Straftäter, den Tessa einst als Staatsanwältin hinter Gitter brachte und der nun offenbar Rache sucht.

Um seine Pläne zu durchkreuzen, müssen Wilsberg und seine Mitstreiter improvisieren. Aus Ermittlern werden kurzerhand Hotelangestellte, darunter Portier, Page oder Koch. Während immer mehr Gäste eintreffen, entwickelt sich ein raffiniertes Verwirrspiel voller falscher Identitäten, geheimer Ermittlungen und überraschender Wendungen.

Folge in Kammerspiel statt klassischer Münster-Krimi

Die ungewohnte Atmosphäre hat einen einfachen Grund: Wegen der Corona-Pandemie wurde diesmal nicht wie üblich in Münster gedreht. Stattdessen entstand der Film fast vollständig auf Burg Bergerhausen im Rhein-Erft-Kreis.

Der Schauplatz verleiht der Folge ihren ganz eigenen Charakter. Statt vieler Ortswechsel setzt der Film auf eine geschlossene Handlung mit wenigen Figuren, die sich gegenseitig belauern und ihre wahren Absichten verbergen. Dadurch entsteht ein klassisches Kammerspiel, das viele an die Werke von Agatha Christie erinnern dürfte.

Im Mittelpunkt steht diesmal weniger ein Mordfall als das geschickte Katz-und-Maus-Spiel zwischen Ermittlern und Kriminellen. Immer wieder wechseln die Allianzen, während neue Figuren auftauchen und die Lage zusätzlich verkomplizieren.

Der typische „Wilsberg“-Humor blitzt dabei zwar immer wieder auf – etwa wenn Overbeck plötzlich zum Koch wird oder sich die Ermittler als Hotelpersonal ausgeben müssen –, insgesamt schlägt die Folge aber ernstere Töne an als viele andere Filme der Reihe.

Lohnt sich die Wiederholung?

Wer klassische „Wilsberg“-Folgen mit viel Münster-Flair erwartet, wird sich zunächst umgewöhnen müssen. Gerade die ungewohnte Schlosskulisse macht „Ungebetene Gäste“ aber zu einer der außergewöhnlichsten Episoden der Reihe.

Fans klassischer Rätselkrimis mit vielen Verdächtigen, falschen Fährten und überraschenden Wendungen dürften hier auf ihre Kosten kommen. Wer dagegen vor allem den lockeren Humor und das gewohnte Münster-Feeling schätzt, könnte beides ein wenig vermissen.

„Wilsberg: Ungebetene Gäste“ läuft am Samstag, 18. Juli, um 20.15 Uhr im ZDF.

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