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Gaming

PS6 Portable – kann das was werden?

Es ist immer wahrscheinlicher, dass zeitgleich mit der PlayStation 6 auch ein PS6 Handheld erscheinen wird. Habe ich Bock drauf! Aber bitte Sony, kehre wieder zurück zu deinen Wurzeln!

Redakteur Joris Ujen liegt auf Gartenliege im Garten und spielt Handheld, hinter ihm geht die Sonne unter, Vögel fliegen
Nur Wunschdenken?! Wenn Sony mit der PS6 Portable große Erfolge wie einst mit der PSP feiern möchte, müssten einige Kriterien erfüllt werden – zum Beispiel Offline-Gaming im Garten. Foto: TV Movie / privat / KI generiert

Dass wir eine PlayStation 6 bekommen werden, ist so sicher wie der Triumphzug von GTA 6. Neben der Hauptkonsole wird es aber sehr wahrscheinlich auch eine tragbare Variante geben. Damit würde Sony erstmals seit der PS Vita aus dem Jahr 2011 wieder eine eigenständige Handheld-Konsole veröffentlichen.

Aber warum wagt Sony nach so langer Zeit wieder diesen Schritt, und kann das überhaupt was werden?

Eine handliche Handheld-Historie

Bevor wir uns der PS6 Portable widmen, unternehmen wir eine kurze Zeitreise der Handhelds. Ich bin mir sicher, fast alle von uns haben ganz persönliche Erfahrungen mit einigen der nun folgenden Taschenkonsolen gemacht. Zudem ist es auch spannend zu sehen, warum einige Handhelds vergangener Zeiten durch die Decke gingen, andere aber auch zu krachenden Flops mutierten.

Nintendos Spielejungen

Der erste kommerziell erfolgreiche Handheld war ganz klar der Game Boy von Nintendo, der 1989 mit seinem gelblich-grünen Display das Licht der Welt erblickte. Ich weiß noch genau, wie ich heimlich im Badezimmer meiner Eltern Tetris gesuchtet habe.

Mit dem Super Game Boy konnte ich dann Mitte der 1990er sogar meinen Zelda-Speicherstand auf dem Fernseher weiterspielen. Beim Tippen dieser Zeilen wird mir erst klar: Das war de facto eine Hybrid-Konsole und damit ein Vorläufer der Nintendo Switch.

Super Game Boy Verpackung und Inhalt vor grünem Pixel-Hintergrund
Nintendos erste Hybrid-Konsole: Mit dem Super Game Boy konnte man Handheld-Spiele wie Zelda und Tetris auch auf dem Fernseher zocken. Was war ich verliebt! Foto: TV Movie / Canva / Retroreiz.de

Sonys erste handliche PlayStation

Wirklich erst zu nehmende Handhelds kamen weiterhin nur aus dem Hause Nintendo mit dem Game Boy Color (1998) und dem Game Boy Advance (2001). Bis Sony 2005 mit der PlayStation Portable (PSP) für Aufsehen sorgte und auch meine Aufmerksamkeit weckte. Erwachsene PlayStation-Spiele für unterwegs?! Musste ich haben. Mehr als 82 Millionen Gamer:innen sahen das auch so.

PlayStation Portable vor blauem Hintergrund
Die PSP war ein echter Verkaufsschlager, die PS Vita nicht. Foto: Sony / Canva

Der Nachfolger, die PS Vita (2011), kam mit rund 16 Millionen verkauften Einheiten nicht mal ansatzweise an den Erfolg der PSP heran. Das Interesse an den handlichen Zockermaschinen schwand. Doch Nintendo hatte für das Handheld-Segment bereits eine neue, später wegweisende Idee.

Nintendos Geniestreich

Bereits mit der Wii konnte der Mario-Konzern 2006 wieder große Erfolge feiern (mehr als 100 Mio. Sales), scheiterte aber sechs Jahre später mit der Wii U mit rund 13,5 Mio. Verkäufen.

Das auffällige Alleinstellungsmerkmal bei der Wii-U-Konsole war der Tablet-ähnliche Controller. Nintendo probierte sich hier bereits mit einem hybriden System mit einem abgespeckten Handheld und Konsole aus.

Produktbild Nintendo Wii U
Die Nintendo Wii U konnt trotz der innovativen Idee nicht mit dem Vorgänger Schritt halten. Foto: Nintendo

Und dann kam die Nintendo Switch, wodurch Handhelds endlich ihre verdiente Reinkarnation im Jahr 2017 erlebten. Die mehr als 155 Mio. Switches war der bis dato größte Erfolg der Unternehmensgeschichte. Der weckte auch das Interesse von anderen Hardware-Herstellern wie Asus, Microsoft und sogar Valve.

Produktbilder von Steam Deck, Lenovo Legion Go, Asus Rog Ally X vor hellblauem Hintergrund
Daddelmaschinen für unterwegs gibt es mittlerweile in Hülle und Fülle. Besonders das Steam Deck von Valve (oben rechts) verzeichnet mit mehr als vier Millionen verkauften Handhelds einen großen Erfolg. Foto: TV Movie / Canva / Valve / Lenovo / Microsoft

Somit sind wir nun in der Gegenwart angekommen. Die Nintendo Switch 2 ist bereits erschienen und erfreut sich steigender Beliebtheit. Und jetzt will auch Sony wieder auf dem Handheld-Parkett mittanzen.

Wann und warum erscheint die PS6 Portable?

Große Nachrichten-Portale wie Digital Foundry und Bloomberg haben bereits bestätigt, dass Sony an einer PS6 Portable tüftelt. Angeblich wurden auch schon die PlayStation Studios über die Pläne für einen PS6 Handheld informiert. Die sind immerhin verantwortlich für Triple-A-Entwicklerstudios wie Naughty Dog (Uncharted, The Last of Us), Insomniac Games (Spider-Man, Ratchet & Clank) und Gorilla Games (Killzone, Horizon).

Als möglichen Release-Zeitraum geht man aktuell vom Herbst 2027 oder Anfang 2028 aus – zeitgleich mit der PlayStation 6.

Aber warum macht Sony das überhaupt? Warum wagen die Japaner nach dem Flop der PS Vita wieder diesen Schritt? Meiner Meinung nach liegt die Antwort darauf buchstäblich auf der Hand. Nicht nur feiern Handheld-Konsolen mit der Nintendo Switch und dem Steam Deck eine Art Renaissance. Mobile Gaming hat sich in den vergangenen Jahren zum stärksten Segment der Games-Branche etabliert. Davon kann man halten, was man will. Es ist ein Trend, der das meiste Geld abwirft.

Aber: Wenn Sony es ernst meint mit der PS6 Portable, muss der Konzern auch alles dafür geben, dass wir hochwertige, richtige Standalone-Spiele bekommen. Keine halbherzigen Ableger erfolgreicher Marken wie God of War, Uncharted oder Spider-Man. Sondern Tripple-A-Games, die mir keine andere Möglichkeit geben, als die portable PlayStation 6 zu kaufen.

Denn ein Smartphone haben wir doch alle, einige Mobile Games sind auch ganz nett. Wir als Zockergemeinde wollen aber erstklassige Spiele, die uns stundenlang fesseln – ohne Pay to Win, hässliche Mikrotransaktionen und ohne Online-Zwang!

Sony, lass es mit der Online-Zwangsjacke!

Was habe ich meine klobige PS3 geliebt (ehe sie aufgrund von Überhitzung mit dem legendären Red Light of Death das Zeitliche segnete). Doch mit ihr startete auch ein unschöner Trend: der berühmt berüchtigte Online-Zwang. Diablo 3 im Offline-Modus zocken? Keine Chance – und auf dem Land mit katastrophalem Internet ein echter Demotivator.

Daher meine Bitte an Sony: Bringt wieder das lokale Gaming zurück! Ich stelle mir vor, wie ich im Garten meiner Mutter (wohnt auf dem Land = brutal schlechtes Internet) entspanne und mich mit Peter Parker durch die Lüfte von Manhattan schwinge. Meinen Progress nehme ich dann mit in mein eigenes Zuhause und spiele direkt an meiner Heimkonsole weiter. Sozusagen eine Nintendo Switch nur mit erwachseneren Spielen und deutlich besserer Grafik.

KI-Bild PlayStation 6 Portable vor schwarzem Hintergrund
So könnte die PlayStation 6 Portable aussehen. Dieses KI-generierte Produktbild wäre aber nicht wirklich ein neuer Anstrich. Ich bin gespannt, was sich die Designschmiede von Sony einfallen lässt. Foto: TV Movie / KI generiert

Cloud-Gaming wird sicherlich auch bei der PS6 Portable eine Rolle spielen. Dann aber nur optional bitte! Bei der PlayStation 5 benötigt man ja auch schon mindestens eine 50-Mbit/s-Leitung, damit online gestreamte Spiele reibungslos laufen. PS6-Games werden bestimmt noch mehr von der Internetleitung abfordern.

Aber wer weiß, vielleicht überrascht Sony uns alle und konzentriert sich wieder mehr auf seine Wurzeln und gönnt uns eine native Hardware, welche die Spiele lokal berechnet. Einfach die PS6 Portable einschalten und loszocken, egal in welcher ländlichen Internetwüste ich mich gerade aufhalte. Vielleicht ja auch wieder im Badezimmer meiner Eltern.

Gebt mir meine Spielebibliothek und Abwärtskompatibilität!

Seit Jahren habe ich ein PS Plus-Abo und mit den monatlichen Gratisspielen beherbergt meine Bibliothek schon mehr als 400 Games. Würde Sony es mir gewähren, auch mit der PS6 Portable auf meine prall gefüllte Sammlung zuzugreifen, wäre das ein absoluter Selling Point für mich und Millionen weitere PlayStation-5-User:innen.

Doch sollte ich meine Lieblingsspiele erneut kaufen müssen, würde ich die Anschaffung nochmal überdenken. Wer soll das denn alles bezahlen, bitte?!

Screenshot von PS Plus Spielebibliothek
Never ending Games: 417 Spiele haben sich mittlerweile in meiner PS5-Bibliothek eingenistet. Foto: Screenshot / Sony

Hier gibt’s Hoffnung: Laut dem YouTuber Moore's Law Is Dead soll die PS6 Portable kompatibel mit PS5- und PS4-Spielen sein. Hierbei sei aber erwähnt, dass der Leaker nicht immer richtig lag mit seinen Prognosen. Digital Foundry geht eher davon aus, dass nur PS5-Games mit bestimmten Anpassungen, wie zum Beispiel einer niedrigeren Performance laufen werden – wenn überhaupt.

Hier kann ich auch nur hoffen und beten, dass Sony alles unternimmt, dass wir unsere PS5-Spiele weiterhin zocken können.

Könnte die PS6 Portable auch Switch-2-Fans anlocken?

Die PS6 Portable wird das Handheld-Rad nicht neu erfinden. Dafür gibt es mittlerweile zu viele Taschenkonsolen mit modernster Technik. Oder aber eine Nintendo Switch 2, die nicht mit ihrer Leistung, sondern mit den exklusiven Spielen punktet.

Genau hier könnte Sony aus dem Vollen schöpfen und das Spiele-Angebot von Nintendo mit erwachseneren und grafisch opulenteren Titeln perfekt ergänzen. Zum Beispiel ein God of War, das nicht nur exklusiv für die PS6 erscheint, sondern auch nativ mit etwas reduzierter Detailstufe auf der PS6P läuft.

Somit hätte ich als Gaming-Geek der ersten Stunde gleich zwei richtig gute Handhelds, die mich mit ihren Alleinstellungsmerkmalen komplett abholen würden. Mal eben mit Yoshi eine Runde Mario Kart und dann im Anschluss mit Aloy Roboter-Dinos zerhackstückeln – egal, wo ich gerade bin? Bei der Vorstellung kriege ich schon Gänsehaut. Bitte Sony, lasst diesen Wunsch wahr werden!

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