Dieses Switch-2-Spiel solltet ihr auf keinen Fall verpassen
Zwischen den großen Switch 2-Releases könnte „Fire Emblem: Fortune’s Weave“ leicht übersehen werden. Dabei steckt hinter dem Strategie-Rollenspiel eines der bisher umfangreichsten und spannendsten Abenteuer für Nintendo Switch 2. Wir verraten euch, warum ihr dem neuen „Fire Emblem“ unbedingt eine Chance geben solltet.

Bei den Spielen, für die man sich eine Nintendo Switch 2 kauft, denken vermutlich viele zuerst an Mario, Zelda oder Pokémon. „Fire Emblem“ ist trotz des großen Erfolgs von „Three Houses“ noch immer eine Reihe, die vor allem Strategie- und Rollenspiel-Fans anspricht.
Doch ausgerechnet „Fire Emblem: Fortune’s Weave“ könnte das ändern. Entwickler Intelligent Systems nimmt viele der Stärken der Vorgänger, baut sie massiv aus und verbindet sie mit einigen überraschenden neuen Ideen. Heraus kommt ein gigantisches Strategie-Rollenspiel, in dem man problemlos Dutzende Stunden versinken kann – und eines der Switch-2-Spiele, das ihr nicht vorschnell übersehen solltet.
„Fire Emblem: Fortune’s Weave“ erzählt seine Geschichte anders
Schon die Ausgangslage unterscheidet sich deutlich von einem typischen Fantasy-Abenteuer. Die Welt Dagda liegt praktisch in Trümmern, der Dämonenkönig steht kurz vor dem Sieg und unsere selbst erstellte Spielfigur Eshmel soll gemeinsam mit der Göttin Fortuna das Schicksal verändern. Die Lösung: eine Reise in die Vergangenheit.
Dort treffen wir auf vier sogenannte Flame Lords, die später entscheidend für das Schicksal der Welt werden sollen. Cai möchte seinen zu Unrecht eingesperrten Vater retten, Dietrich sucht immer stärkere Gegner, Theodora kämpft gegen ein historisches Unrecht an ihrem Volk und Leda sinnt auf Rache am Mörder ihres Vaters.
Besonders spannend ist, wie „Fortune’s Weave“ daraus seine Geschichte konstruiert. Die vier Handlungsstränge können in unterschiedlicher Reihenfolge gespielt werden und eröffnen verschiedene Perspektiven auf Figuren und Ereignisse. Was in einer Geschichte zunächst nebensächlich wirkt, bekommt durch eine andere plötzlich eine völlig neue Bedeutung.
Die vier anfänglichen Routen überschneiden sich praktisch nicht und offenbaren jeweils andere Teile der übergeordneten Geschichte. Dadurch setzt sich das Gesamtbild erst nach und nach zusammen.
Wer „Three Houses“ mochte, dürfte sich schnell heimisch fühlen
Zwischen den Schlachten wartet erneut jede Menge Rollenspiel. Ihr sprecht mit Verbündeten, verbessert Beziehungen, rekrutiert neue Einheiten, trainiert Fähigkeiten, erledigt Nebenaufgaben und bereitet eure Truppe auf die nächste Auseinandersetzung vor. Herzstück der ersten großen Spielphase sind die Heroic Games, bei denen die Flame Lords um die Erfüllung eines Wunsches kämpfen.
Dabei gibt es einen Kalender und nur begrenzt Zeit. Statt also endlos Erfahrungspunkte zu farmen, müsst ihr überlegen, womit ihr eure Tage verbringt. Reise ich über die Weltkarte? Verbessere ich Beziehungen? Trainiere ich? Suche ich nach neuen Verbündeten?
Das erinnert unverkennbar an „Fire Emblem: Three Houses“, wirkt aber stärker gestrafft. Trotz der enorm vielen verfügbaren Aktionen erweckt das Spiel nie den Eindruck, seine Spielzeit künstlich strecken zu wollen. Wer gerade nichts Bestimmtes erledigen möchte, kann Aktivitäten sogar automatisieren und die Zeit schneller verstreichen lassen.
Die Schlachten sind das eigentliche Highlight

Das wichtigste Argument bleibt allerdings das taktische Kampfsystem. „Fire Emblem“ gehört seit Jahrzehnten zu den großen Namen des Genres – und „Fortune’s Weave“ zeigt eindrucksvoll, warum. Die Schlachten präsentieren nicht einfach immer neue Karten voller Gegner, sondern konfrontieren euch regelmäßig mit Situationen, für die ihr eure gewohnten Strategien überdenken müsst.
Mal bedrohen euch Angriffe aus großer Entfernung, mal dürft ihr bestimmte Gegner auf keinen Fall ein Ziel erreichen lassen. Verstärkungen können euch zum Umdenken zwingen und eine vermeintlich sichere Position innerhalb weniger Züge in ein Desaster verwandeln. Das Spiel schreibt dabei nicht vor, wie ihr ein Problem lösen müsst. Es gibt euch Werkzeuge und überlässt euch die Strategie.
Und davon gibt es reichlich. Figuren besitzen individuelle Fähigkeiten, Klassen eröffnen weitere Möglichkeiten und unterschiedliche Waffen haben ihre eigenen Stärken. Dazu kommen Combat Arts und die besonders mächtigen Blaze Arts. Die Charaktere fühlen sich dadurch nicht einfach wie austauschbare Schachfiguren mit unterschiedlichen Werten an.
Ein Söldner kann beispielsweise mit jedem Kampf schwerer zu treffen sein, während andere Figuren von Kontern, kritischen Treffern oder bestimmten Waffen profitieren. Selbst mehrere Einheiten derselben grundlegenden Klasse können deshalb vollkommen unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Ein „Fire Emblem“, in dem ihr wirklich experimentieren könnt
Gerade diese Freiheit macht „Fortune’s Weave“ so faszinierend. Wer gerne Builds optimiert und aus seinen Figuren das Maximum herausholt, kann sich stundenlang in den unterschiedlichen Systemen verlieren. Wer weniger Lust auf Min-Maxing hat, kann sich dagegen stärker auf Geschichte und klassische Schlachten konzentrieren.
Sogar die grundlegende Struktur lässt erstaunlich viel Freiheit. Theoretisch könnt ihr nach dem Prolog direkt versuchen, euch den finalen Herausforderungen zu stellen, statt zunächst alle Flame Lords für eure Sache zu gewinnen. Auch ihre Geschichten müssen nicht stur nacheinander abgearbeitet werden.
Natürlich hat diese enorme Vielfalt eine Kehrseite. Gerade die Menüs können anfangs erschlagend wirken und auch die Bewegung über die Weltkarte wirkt etwas umständlich. Wer sich darauf einlässt, wird dafür mit einer bemerkenswerten spielerischen Tiefe belohnt.
Darum solltet ihr „Fire Emblem: Fortune’s Weave“ nicht verpassen
„Fire Emblem: Fortune’s Weave“ ist kein Spiel für einen kurzen Abend. Es ist ein riesiges Strategie-Rollenspiel, das von euch Zeit verlangt und euch gerade zu Beginn mit seinen zahlreichen Systemen durchaus erschlagen kann.
Aber genau darin liegt auch seine Stärke. Die vier miteinander verwobenen Geschichten machen neugierig auf weitere Perspektiven, die Figuren wachsen einem zunehmend ans Herz und das hervorragende Kampfsystem sorgt dafür, dass die nächste Schlacht eben nicht nur wie die vorherige mit anderer Kulisse wirkt.
Vor allem schafft Intelligent Systems etwas, das bei Spielen dieser Größenordnung gar nicht selbstverständlich ist: Der enorme Umfang scheint tatsächlich einem Zweck zu dienen. Ihr müsst natürlich keine 120 Stunden investieren, um Spaß damit zu haben. Aber wer eine Switch 2 besitzt, Strategie-Rollenspiele mag und nach einem Spiel sucht, in dem man sich für Wochen verlieren kann, sollte „Fire Emblem: Fortune’s Weave“ definitiv auf dem Schirm haben.
Denn zwischen all den offensichtlichen Nintendo-Blockbustern könnte hier ausgerechnet eines der Spiele warten, das euch am längsten an die Switch 2 fesselt.
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