FritzBox schützt bald vor Tracking – jedes Gerät bei dir zuhause
Die FritzBox bekommt einen eingebauten DNS-Filter, der Tracker und Schadseiten für alle Geräte im Netz blockiert – auch für den Smart-TV. Was er anders macht als bisherige Lösungen und ab wann er kommt.

Deine FritzBox macht bald den Türsteher: Auf fast jedem Gerät im Haushalt laufen Tracker, die deine Daten ins Internet senden, damit noch stärker personalisierte Werbung auf der Gegenfahrbahn zurück in deine Wohnung gelangt. Damit ist dann Schluss.
In beide Richtungen lässt sich der Datenfluss filtern. Dafür gibt es unterschiedliche Ansätze – auf dem Gerät, auf dem Server. Die FritzBox bietet künftig die Möglichkeit, diese Filter an einer Stelle für alle Geräte in einem Haushalt einzurichten – für Smartphones, Tablets, Laptops und Smart-TVs. Einfacher geht es nicht.
Die neue Funktion findest du in der aktuellen Labor-Version 8.40 und auch das nur für einzelne Fritzbox-Modelle. Mit FritzOS 8.50 kommt der Privacy-Filter dann vermutlich auf alle unterstützten Router.
Wie die Fritzbox dich in Zukunft vor Tracking schützt
Ich persönlich habe schon längst Filter auf meinen Geräten eingerichtet. Auf meinem Laptop filtere ich Browser mit uBlock Origin, weil dort fast alles passiert. In meinen Smartphones habe ich einen alternativen DNS-Server hinterlegt, der diese Filterrolle für alle Apps auf dem Gerät übernimmt.
Wenn du beispiel.de aufrufst, fragt dein Gerät zuerst beim DNS-Server nach der IP-Adresse, unter der die Seite tatsächlich zu erreichen ist. Wenn der Aufbau der Seite dann weitere Anfragen an Tracking-, Werbe- und Schadserver auslöst, werden diese abgewiesen.
Ein alternativer DNS-Server lässt sich auch jetzt schon in der Fritzbox hinterlegen. Auf diese Weise würden mit einem Eintrag im Router alle Geräte im Haushalt Tracking und Werbung unterbinden. Jeder DNS-Server hat eine eigene Liste, nach der gefiltert wird. Manche lassen sich als Kindersicherung nutzen, andere lassen FSK18-Inhalte bewusst durch.
Und ganz ehrlich: Nicht immer sind alternative DNS-Server schnell oder überhaupt erreichbar. Nicht selten deaktiviere ich den Eintrag im Smartphone für kurze Zeit. Bei einem Eintrag im Router wäre das sehr umständlich.
Daher bietet das neue FritzBox-Feature auch einen entscheidenden Vorteil: Du trägst die Blocklisten selbst ein. Und da lokal gefiltert wird, sollten keine Engpässe entstehen. Falls eine Website auf der Blockliste steht, die du dennoch nutzen möchtest, dann schreibst du sie einfach als Ausnahme auf die Whitelist.
Das ist die maximale Kontrolle für dich. Für einen Schutz mit diesem Umfang und dieser Flexibilität musstest du dir bisher ein eigenes Zusatzgerät in die Wohnung holen, einen Pi-hole.
Alternative DNS-Server
Bekannte öffentliche Filter-DNS sind schnell eingetragen. Viele Anbieter unterhalten mehrere DNS-Server, über die sie unterschiedlich filtern.
Anbieter | IP-Adresse | Filter |
|---|---|---|
Quad9 | 9.9.9.9 | Blockt Malware & Phishing |
Cloudflare | 1.1.1.1 | Kein Filter, nur schnell |
Cloudflare | 1.1.1.2 | Blockt Malware |
Cloudflare | 1.1.1.3 | Blockt Malware & Erwachseneninhalte |
Mullvad | 194.242.2.2 | Kein Filter, aber kein Logging |
Mullvad | 194.242.2.3 | Blockt Werbung & Tracker |
DNS4EU | 86.54.11.1 | Blockt Malware |
DNS4EU | 86.54.11.13 | Blockt Malware & Werbung |
Beim Tracking- und Malware-Schutz sind diese Filter sehr zuverlässig. Werbung lässt sich leider nicht immer herausfiltern, zum Beispiel wenn sie in einem Stream eingebettet ist und vom selben Server stammt wie ein Video.
Auf Smart-TVs ist ein zentraler Trackingschutz wertvoll, da die Hersteller immer mehr Werbung in ihre Oberflächen integrieren und dafür auch immer mehr Nutzungsdaten abfragen.
Die Einrichtung eines alternativen DNS-Servers auf einer Fritzbox ist einfach: Internet › Zugangsdaten › Reiter „DNS-Server" › „Andere DNSv4-Server verwenden" (Erweiterte Ansicht nötig; bei Kabel-Boxen „Zugangsart" statt „Zugangsdaten" wählen).






