Schwitzkasten

Router überhitzt: So bringst du dein WLAN durch die Hitzewelle

Langsames Internet, Abbrüche, ständige Neustarts: Bei Hitze kämpft dein Router ums Überleben. Woran du Überhitzung erkennst – und wie er wieder cool wird.

WLAN-Router in der Fensterbank
WLAN-Router in der Fensterbank. Foto: TV Movie / KI

Auch dein Router leidet am Wetter. Draußen über 40 Grad im Schatten? In der Wohnung über 30 Grad? Dann kämpft dein Router gegen 100 Grad in seinen Chips. Ja, so heiß wird es dort, ohne dass sie schmelzen. Du spürst diesen Kampf, wenn du matt auf dem Sofa liegst und das Internet ständig weg ist oder zumindest kriechlangsam.

Router-Ausfälle durch Überhitzung sind ein häufiges Problem. Die Geräte sind auf eine maximale Umgebungstemperatur von 35 bis 40 Grad ausgelegt. So heiß war es durchaus in mancher Dachgeschosswohnung während der letzten Hitzewelle.

Router sind kleine Computer, deren Prozessoren und Chips rund um die Uhr arbeiten und dabei eine Menge Eigenwärme erzeugen. Die gelangt aber schlecht nach außen, weil die Geräte meist nur passiv gekühlt werden und oft dort stehen, wo die Luft nicht zirkulieren kann und sich die Hitze staut.

Dem Router bleibt also nichts anderes übrig, als einen Gang runterzuschalten – wie du auf dem Sofa. Das passiert konkret, wenn dein Router mit Hitze kämpft:

  • Internet ist langsam

  • WLAN-Verbindung bricht immer wieder ab

  • Router startet ständig neu

  • LEDs blinken und Router macht gar nichts mehr

Kümmer dich um deinen heißen Router

Auch wenn die Hitze gerade unerträglich ist, erhebe dich und schau nach, wie es deinem Router geht. Steht er in der direkten Sonne? Kann die Luft zirkulieren? Und leg bitte einmal die Hand auf und fühle, wie heiß er ist. Droht das Gerät zu explodieren (gefühlt, nicht wirklich), schalte es am besten aus, bevor es das selbst tut, und zwar für immer.

Fritzboxen und andere Router haben einen Überhitzungsschutz eingebaut. Beim Thermal Throttling wird die Leistung heruntergeregelt mit dem Ziel, die Verbindung aufrecht zu erhalten. Das langsame Internet auf dem Sofa ist also ein Zeichen ‒ des drohenden Kollapses oder wie sich deine Fritzbox zu retten versucht.

Energiemonitor einer Fritzbox
Der Energiemonitor einer Fritzbox zeigt die aktuelle Temperatur des Prozessors an. Foto: privat

Router, die eine höhere Performance liefern (z.B. für Büros oder Gaming), haben dezente Lüfter eingebaut oder zumindest ein besseres Konzept für die passive Wärmeableitung. Dafür wurde dann die Luftzirkulation im Inneren optimiert und/oder riesige Lüftungsgitter eingebaut (z.B. Netgear Nighthawk oder TP-Link Archer).

Die oft klapprigen Router der großen Internetprovider sind meist das Gegenteil: aus günstigen Komponenten gebaut, die verhältnismäßig viel Wärme abgeben. Telekom Speedport und Vodafone Station nutzen stattdessen gerne den Kamineffekt.

Warme Luft steigt nach oben und zieht unten kühlere Luft von außen ein. Diese Geräte stehen deshalb aufrecht, damit die Luft wie bei einem Kamin einen möglichst langen Weg durchs Gerät nimmt. Das funktioniert natürlich nicht, wenn das Gerät flach hingelegt wird oder sogar unter einem Schrank verstaut wird.

Rate mal, wo und wie einige meiner Freunde ihre Vodafone Station aufgestellt haben.

Hilf deinem Router, cool zu bleiben

Wenn dein Router droht, den plötzlichen Hitzetod zu sterben, schalte ihn sofort aus und trenne ihn vom Stromnetz! Dadurch wird schon mal keine neue Wärme erzeugt.

Komm jetzt bitte nicht auf die Idee, den Router in den Kühlschrank zu legen. Nach dem Herausnehmen würde ich im Inneren Kondenswasser bilden, was nach dem Wiedereinschalten zu einem Kurzschluss führen könnte. Du müsstest dir dann einen neuen Router kaufen.

Der Router sollte von selbst abkühlen und dafür im Luftstrom stehen, gerne in Reichweite eines Ventilators. Auf jeden Fall im Schatten und nicht in der prallen Sonne, also nicht auf der Fensterbank.

Vodafone Station unter dem Schrank
So bitte nicht: Vodafone Station unter dem Schrank. Foto: privat

Was für das Abkühlen gilt, gilt auch für den dauerhaften Standort. Der Router gehört nicht in einen Schrank, nicht unter einen Schrank, nicht in Schubladen, nicht in enge Regale oder hinter Büchern, nicht in Kabelboxen, nicht zwischen Fernseher und Wand, nicht hinter Vorhängen und auch nicht direkt neben Geräten, die selbst Wärme abgeben.

Der Router sollte an den Seiten, an denen sich die Lüftungsschlitze befinden, mindestens 15 cm Abstand halten, damit Luft zirkulieren kann. Viele Router lassen sich auch in senkrechter Lage direkt an der Wand montieren.

Der Router sollte nicht auf Stoffen stehen, nicht auf dem Teppich, sondern auf einem glatten, festen Untergrund. Du kannst ihn auch etwas aufbocken, indem du Abstandshalter aus Filz oder Schaumstoff nur unter die Füße klebst. Das Gerät sollte dadurch aber wirklich Höhe gewinnen.

Wenn jetzt schon Luft um den Router fließen kann, musst du auch dafür sorgen, dass diese ins Gerät hineinkommt und warme Luft wieder heraus. Entstaube die Lüftungsschlitze regelmäßig, am besten mit dem Staubsauger auf niedriger Stufe oder mit einem leicht feuchten Tuch.

Wenn das heiße Teil sich wieder auf Betriebstemperatur abgekühlt hat, starte den Router neu und prüfe, ob die Probleme weiterhin bestehen. Das dauert etwas. Hoffentlich hat dein Mobilfunkvertrag genug Datenvolumen, um die Wartezeit zu überbrücken.

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