Fritzbox 7-90: neues Design, neuer Name, weniger WLAN
Fritz zeigt zur IFA eine Box ohne Anschlussleiste, ohne LED-Reihe und mit neuem Namen. Was das Design bringt und ob das wirklich besser ist.

Neue Fritzbox, neues Design, neuer Name – bei mir löst das leider keine guten Assoziationen aus. Ich habe den Eindruck, eine weiß angepinselte Vodafone Station vor mir zu haben. Die hat mich oft genug im Stich gelassen.
Ein Blick ins Datenblatt der Fritzbox DSL/Fiber 7-90 zeigt dennoch gute Werte (wenn auch nicht die besten). Auch das neue Design bringt Vorteile – aber nicht in allen Punkten. Sie passt an DSL- und an Glasfaseranschlüsse.
Aber wer hat sich bloß diesen Namen ausgedacht?
Was das neue Gehäuse besser macht
Das ikonische Design der Fritzbox ist jetzt endgültig verschwunden. Die 5690 Pro steht schon seit 2024 hochkant, sie hatte aber noch Lüftungsschlitze an der Seite und musste frei stehen.
Bei der neuen Fritzbox DSL/Fiber 7-90 sind sie nun weg, der Router kann tatsächlich im Regal zwischen Büchern stehen, weil die Wärme nach oben abzieht. Dafür befindet sich auf der Oberseite eine Perforation, die nicht abgedeckt werden darf. Einen Lüfter gibt es nicht.
Praktisch: Trotz der neuen Gehäuseform passt die integrierte Wandaufhängung auf vorhandene Bohrlöcher wie bei der verbreiteten Fritzbox 7590.

Verändert hat sich auch die Kabelführung. Es gibt keine Leiste mehr auf der Rückseite mit allen Steckplätzen. Diese befinden sich jetzt innen. Der Vorteil: Es gibt nur noch einen unauffälligen Zugang für die gebündelten Kabel.
Sieht aufgeräumter aus, ermöglicht aber kein schnelles An- oder Abstöpseln. Das ist der Nachteil. Man muss eine Klappe am Gehäuse öffnen, um Kabel hinzuzufügen oder zu entfernen.
Eine Taste, eine LED, viele Fragen
Die Bedienung ist ebenfalls reduzierter geworden, aber auch nicht einfacher. Es gibt nur noch eine Taste und eine LED.
Unklar ist noch, wie eine LED signalisiert, was bisher mehrere LEDs angezeigt haben: Status von Internet, WLAN und Anrufbeantworter. Das kann über mehrere Farben geschehen oder über verschiedene Blinkmuster. Ich würde im peripheren Sichtfeld immer einen Hilferuf wahrnehmen: Schenk mir Aufmerksamkeit! Schau genau hin! Doch das will ich gerade nicht.
In FritzOS lässt sich unter „System, Tasten und LEDs" die Belegung festlegen. Auch der Fritz-App auf dem Smartphone kommt eine größere Bedeutung zu. Doch die Intuitivität ist erst einmal weg.
Schnell, aber nicht die Schnellste
Die neue Fritzbox DSL/Fiber 7-90 mag vielleicht schick aussehen, die schnellste ist sie aber nicht und damit auch nicht das Flaggshiff im Portfolio. Fritz gibt die Geschwindigkeit mit 12,2 GBit/s an, bei der Fritzbox 5690 Pro sind es 18,4 GBit/s.
Fritz hat allerdings die Unart, die Geschwindigkeit aller Frequenzbänder zu addieren. So arbeiten die Router allerdings nicht. Pro Band sind es bei der Fritbox 7-90 maximal 5.760 MBit/s auf 6 GHz und 5 GHz sowie 688 MBit/s auf 2,4 GHz.

In einzelnen Punkten hat die Fritzbox DSL/Fiber 7-90 jedoch die Nase vorne. Sie funkt zum Beispiel auf 2,4 GHz mit Wi-Fi 7, die 5690 Pro nur mit Wi-Fi 6. Die 7-90 hat zudem einen zweiten 2,5-Gbit-LAN-Port.
Wi-Fi 7 bringt dann Multi-Link Operation (MLO) mit, wodurch es verbundenen Geräten erst möglich wird, mehrere Bänder der Fritzbox 7-90 gleichzeitig zu nutzen. Die komplette Bruttodatenrate wird dadurch dennoch nicht ausgeschöpft.
Was sonst noch im Datenblatt steht
Die Fritzbox DSL/Fiber 7-90 hat eine mittlere Leistungsaufnahme von 12 Watt. Damit ist sie laut Fritz die energieeffizienteste Fritzbox für DSL und Glasfaser. Der Vorsprung ist aber nicht groß. Die 5690 Pro liegt bei 12,5 bis 13,5 Watt. Der Effizienzgewinn von etwa einem Watt spart etwa drei Euro im Jahr.
Fritzbox DSL/Fiber 7-90 | Fritzbox 5690 Pro | |
|---|---|---|
Anschluss | Glasfaser und DSL, beide Modems integriert | Glasfaser und DSL, beide Modems integriert |
Glasfaser | GPON bis 2,5 GBit/s, AON bis 1 GBit/s | GPON bis 2,5 GBit/s, AON bis 1 GBit/s |
DSL | bis 300 MBit/s (Supervectoring 35b) | bis 300 MBit/s, auch ADSL2+ |
WLAN | Triband Wi-Fi 7 auf allen drei Bändern | Triband, 2,4 GHz nur Wi-Fi 6 |
WLAN brutto | 12,2 GBit/s | 18,4 GBit/s |
6 GHz | 5.760 MBit/s (2x2, 320 MHz) | 11.530 MBit/s (4x4) |
5 GHz | 5.760 MBit/s (4x4) | 5.760 MBit/s |
2,4 GHz | 688 MBit/s (2x2) | 1.200 MBit/s |
Netzwerk | 1x 2,5-Gigabit-WAN/LAN, 1x 2,5-Gigabit-LAN, 2x Gigabit-LAN | 1x 2,5-Gigabit-WAN/LAN, 4x Gigabit-LAN |
USB | 1x, Version nicht genannt | 1x USB 3.1 |
Antennen | 11 | 12 |
Leistungsaufnahme | 12 Watt | 12,5 bis 13,5 Watt |
Noch einmal kurz zurück zum neuen Design der Fritzbox. Es ermöglicht, dass 11 Antennen im oberen Teil des Gehäuses sitzen. Sie sind so angeordnet, dass die Sendeleistung immer gleich bleiben soll, egal ob die Fritzbox im Regal steht, auf dem Boden liegt oder an der Wand hängt.
Der Name ist besser, als er klingt
Die neue Fritzbox trägt die Nummer 7-90. Ich weiß noch genau, was ich in diesem Sommer getan habe. Im Juli 1990 hat Ostdeutschland die D-Mark eingeführt, und Westdeutschland wurde Fußball-Weltmeister. Ich habe meinen Geburtstag gefeiert.
Bisher stand die erste der vier Ziffern für die Anschlussart: 7 für DSL, 6 für Kabel und Mobilfunk, 5 für Glasfaser. Künftig steht die Anschlussart ausgeschrieben vorn: Fiber, DSL, Cable, Mobile oder WAN. Die 7 in „DSL/Fiber 7-90" steht für Wi-Fi 7, die 90 für die Baureihe.
Vielleicht ist die neue Benennung sogar besser zu verstehen. Wer im Laden steht und "Fiber 7" als Teil des Namens liest, erkennt sofort, dass die Fritzbox passen könnte – egal, was dann noch im Namen folgt.
Fazit: Wir warten
Die neue Fritzbox DSL/Fiber 7-90 wird zur IFA 2026 erstmals gezeigt. Unser Informationen beruhen auf der Pressemitteilung vorab. Wie gut die Wärmeabfuhr funktioniert und sich blinkende LEDs lesen lassen, werden erste Tests zeigen. Doch das kann noch dauern. Fritz hat zur IFA 2025 die Kabel-Fritzbox 6690 Pro vorgestellt, aber erst ein Jahr später in den Handel gebracht.
Fest steht schon jetzt: Mit neuem Gehäusedesign und neuem Namen schlägt Fritz eine andere Richtung ein. Die wird wohl bleiben. Das Leistungsgerät mit integriertem DSL- und Glasfasermodem wird jedoch die Fritzbox 5690 Pro bleiben. Mit der Fritzbox 7-90 DSL/Fiber macht man aber auch nichts falsch.
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