„X-Factor: Das Unfassbare“: Neue Folge heute – doch wie viel davon ist wirklich wahr?
„X-Factor: Das Unfassbare“ kehrt heute mit fünf neuen Mystery-Geschichten zu RTLZWEI zurück. Doch während Jonathan Frakes die Zuschauer wieder zwischen Wahrheit und Erfindung unterscheiden lässt, stellt sich eine ganz andere Frage: Wie echt sind die angeblich wahren Fälle eigentlich?

Seit den 90er-Jahren begeistert „X-Factor: Das Unfassbare“ mit mysteriösen Begegnungen und scheinbar übernatürlichen Ereignissen. Das Erfolgsrezept ist einfach: Die Zuschauer:innen müssen herausfinden, welche Geschichten frei erfunden sind und welche sich angeblich tatsächlich zugetragen haben. Am Ende folgt die große Auflösung.
Am heutigen Sonntag, dem 1. November 2026, zeigt RTLZWEI um 20:15 Uhr eine brandneue Folge. Doch wer glaubt, dass die als wahr bezeichneten Geschichten immer genauso passiert sind, wie sie im Fernsehen dargestellt werden, könnte überrascht werden.
„X-Factor: Das Unfassbare“: Heute fünf neue Geschichten bei RTLZWEI
Für Fans der Mysteryserie hat RTLZWEI am 1. November einen ganzen Programmtag vorbereitet. Bereits ab 9:00 Uhr laufen Wiederholungen aus den Staffeln 1, 2 und 5. Um 20:15 Uhr folgt eine neue Episode mit Jonathan Frakes. Darin präsentiert der Moderator fünf rätselhafte Geschichten, die wieder für Gänsehaut sorgen sollen.
In einem Fall geht es um eine Vogelscheuche, die offenbar Rache für einen geheim gehaltenen Mord nehmen will. Eine junge Frau vertraut bei ihrer Suche nach der großen Liebe auf ein Online-Orakel und erlebt eine unheimliche Überraschung, als sie den neuen Freund ihrer Mitbewohnerin kennenlernt.
Auch ein Schulleiter bekommt es mit einer außergewöhnlichen Situation zu tun: Das angeblich imaginäre Monster eines Schülers sorgt für Aufregung. In einer weiteren Geschichte begegnet der Adjutant eines Königs einem Mann, der seinem Herrscher zum Verwechseln ähnlich sieht.
Die letzte Erzählung führt in die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs. Ein schwer verletzter Südstaaten-Soldat liegt im Sterben. Doch nachdem eine Krankenschwester seine Wunde versorgt hat, beginnt diese plötzlich blau zu leuchten. Steht der Mann vor einer wundersamen Heilung?
Welche der fünf Geschichten laut Sendung einen wahren Hintergrund haben und welche erfunden wurden, erfahren die Zuschauer erst bei der Auflösung.
„X-Factor“: Was bedeutet „wahre Geschichte“ eigentlich?
Genau diese Auflösung ist seit Jahrzehnten das Markenzeichen der Serie. Doch der Begriff „wahr“ wird bei „X-Factor: Das Unfassbare“ nicht immer so verwendet, wie Zuschauer vielleicht vermuten. Denn eine Geschichte kann auf einer tatsächlichen Begebenheit beruhen, obwohl wichtige Teile der Fernsehfassung erfunden oder stark verändert wurden.
Häufig greifen die Autoren auf historische Ereignisse, alte Zeitungsberichte oder überlieferte Erzählungen zurück. Für die Sendung werden daraus spannende Kurzgeschichten mit dramatischen Wendungen, unheimlichen Details und manchmal sogar übernatürlichen Elementen.
Die tatsächlichen Hintergründe bleiben dabei oft ungenau. Gelegentlich nennt Jonathan Frakes einen ungefähren Ort oder Zeitraum. In anderen Fällen beschränkt sich die Auflösung darauf, dass sich ein ähnliches Ereignis zugetragen haben soll.
Ob sich alle Einzelheiten unabhängig überprüfen lassen, ist damit noch lange nicht gesagt. Besonders deutlich wird das bei bekannten „X-Factor“-Geschichten, deren reale Vorlagen sich zumindest teilweise nachvollziehen lassen.
„X-Factor“ sagte die Titanic voraus? Das steckt hinter „Titan“
Eine der erstaunlichsten Geschichten der Serie trägt den Titel „Titan“ und stammt aus der zweiten Staffel.Darin veröffentlicht ein Schriftsteller einen Roman über ein riesiges Schiff, das nach der Kollision mit einem Eisberg untergeht. Die Ähnlichkeiten zur Titanic-Katastrophe erscheinen geradezu unheimlich.
Tatsächlich existiert eine bemerkenswerte literarische Vorlage. Der amerikanische Autor Morgan Robertson veröffentlichte bereits 1898 einen Roman über das fiktive Schiff Titan. Darin kommt es ebenfalls zu einem verheerenden Unglück im Nordatlantik. Das Besondere: Die Titanic sank erst im April 1912, also 14 Jahre später.
Zwischen beiden Geschichten gibt es auffällige Parallelen. Sowohl die Titan als auch die Titanic gelten als außergewöhnlich große Schiffe, die mit einem Eisberg kollidieren. Auch die unzureichende Zahl an Rettungsbooten spielt eine Rolle.
Für „X-Factor“ wurde die historische Vorlage allerdings verändert. Der Schriftsteller heißt in der Seriengeschichte Harris Fisher und scheint beim Schreiben geradezu eine Vision des späteren Unglücks zu haben. Der Roman und seine Parallelen zur Titanic sind real. Dass sein Autor übernatürliche Vorahnungen hatte, ist dagegen nicht belegt.
Damit ist „Titan“ ein gutes Beispiel dafür, wie die Serie aus einem tatsächlich verblüffenden Zufall eine noch geheimnisvollere Geschichte macht.
„Der Fluch des Herrenhauses“: Hier wurde besonders viel dazuerfunden
Noch deutlicher zeigt sich der Unterschied zwischen Realität und Fernsehgeschichte in der Episode „Der Fluch des Herrenhauses“ aus Staffel 3. Im Mittelpunkt steht eine prächtige Villa, deren Besitzer angeblich von einem schrecklichen Schicksalsschlag nach dem anderen heimgesucht werden. Als Inspiration diente offenbar das reale Anwesen Dunnellen Hall in Greenwich im US-Bundesstaat Connecticut.
Das Herrenhaus wurde 1918 errichtet und hatte im Laufe seiner Geschichte mehrere prominente Besitzer. Einige erlebten finanzielle Schwierigkeiten oder gerieten in Skandale. Besonders bekannt wurde das Anwesen durch das Unternehmerpaar Harry und Leona Helmsley. Letztere wurde später wegen Steuerhinterziehung verurteilt.
In der „X-Factor“-Version wird daraus allerdings eine regelrechte Horrorgeschichte. Die Bewohner der Villa werden von rätselhaften Unglücken verfolgt. Eine Frau entwickelt plötzlich blutende Geschwüre an den Füßen, und eine Maklerin findet schließlich in einer Badewanne den Tod.
Diese unheimlichen Ereignisse sind keine belegten Geschehnisse aus der Geschichte von Dunnellen Hall. Die Serie hat die reale Vorlage für ihre Mystery-Handlung stark ausgeschmückt.
Das angeblich verfluchte Herrenhaus zeigt damit besonders deutlich, wie großzügig „X-Factor“ manchmal mit dem Begriff „wahre Begebenheit“ umgeht.
„X-Factor: Das Unfassbare“: Deshalb gibt es wieder neue Folgen
Die anhaltende Popularität hat dafür gesorgt, dass RTLZWEI seit 2021 regelmäßig neue Episoden produzieren lässt. Gedreht werden die Geschichten in Los Angeles mit amerikanischen Schauspielerinnen und Schauspielern. Jonathan Frakes führt weiterhin durch die Sendung und sorgt damit für den vertrauten Charakter des Formats.
Die neue Episode läuft am Sonntag, 1. November 2026, um 20:15 Uhr bei RTLZWEI. Anschließend zeigt der Sender ab 21:15 Uhr weitere Wiederholungen aus den Staffeln 5 und 6. Wer heute Abend miträtselt, sollte allerdings eines im Hinterkopf behalten: Selbst wenn Jonathan Frakes eine Geschichte als wahr auflöst, muss längst nicht jedes unheimliche Detail tatsächlich passiert sein. Und vielleicht macht gerade diese Unsicherheit den Reiz von „X-Factor: Das Unfassbare“ bis heute aus.







