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Statt „ES 3“: Hier geht die Geschichte von Pennywise weiter

Der Club der Verlierer hat ES vielleicht besiegt, doch Derry ist trotzdem nicht vor dem Schrecken in Clownsgestalt sicher.

Eine Frau lächelt bösartig und berührt mit ihrer rechten Hand eine Glasscheibe.
In Derry wird immerhin stets freundlich gelächelt. Foto: Brooke Palmer/HBO

Mit über 1500 Seiten ist Stephen Kings „ES“ ein gewaltiger Roman, der sich durch seinen schieren Umfang scheinbar kaum für eine Verfilmung eignet.

Versucht wurde es dennoch schon zweimal: einmal als Miniserie aus dem Jahr 1990 und als Kino-Zweiteiler, der 2017 und 2019 erschien und den Zeitebenen-Mischmasch aus der Vorlage chronologisch ordnete.

Beide Adaptionen nahmen sich nicht nur viele Freiheiten, zahlreiche Handlungsstränge wurden auch aus schierem Zeitmangel unter den Tisch fallen gelassen.

Das machte sich Warner Bros. zunutze, denn in der Serie „ES: Welcome to Derry“ wurden ungenutzte Buchpassagen mit neuen Ideen und zahlreichen Easter Eggs verbunden, um noch einmal aus der Popularität von Pennywise Profit zu schlagen. Das funktioniert erstaunlich gut – auch wenn der Gruselclown in den frühen Folgen der 1. Staffel weitestgehend in den Hintergrund rückt.

Ha! Ha! Said the Clown

Pennywise lächelt diabolisch.
Die Existenz von Pennywise wird in den ersten Folgen nur angedeutet. Foto: Brooke Palmer/HBO

Jede Version von „ES“ gab offen zu, dass es sich bei dem besagten ES um einen außerirdischen Gestaltwandler handelt. Eine seiner Formen ist Pennywise, doch der Clown ist nicht seine Grundform und kommt daher im Roman nicht ansatzweise so oft zum Einsatz.

„ES: Welcome to Derry“ übernimmt diesen Ansatz, und auch wenn Pennywise die Werbemotive zur 1. Staffel ziert, vergeht bis zu seinem ersten Auftritt viel Zeit. ES selbst ist in der Serie hingegen allgegenwärtig und grausamer denn je.

Während die „ES“-Filme am ehesten mit einer Geisterbahn zu vergleichen waren, geht es in „Welcome to Derry“ deutlich heftiger und tödlicher zur Sache.

Das erhöht durchaus die Spannung – nicht jede Hauptfigur überlebt die erste Folge –, aber es ist auch nichts für Zartbesaitete. „Welcome to Derry“ sorgt mit Body-Horror, Ekel und Jumpscares in jeder Episode mehrfach für gelungenen Grusel für ein erwachsenes Publikum.

Es kann nicht gut ausgehen

Video Platzhalter
Video: Sky/WOW

Der Roman „ES“ spielt einerseits Ende der Fünfzigerjahre und Mitte der Achtziger. Für die Verfilmungen von Regisseur Andy Muschietti wurde das Geschehen in die Jahre 1989 und 2016 verlegt, damit der „Club der Verlierer“ in der Gegenwart ein letztes Mal auf ES trifft.

„Welcome to Derry“ springt nun weiter in die Vergangenheit – 27 Jahre, um genau zu sein. Schließlich bringt ES alle 27 Jahre den Schrecken nach Derry, und das geschieht bereits seit Jahrhunderten.

Staffel 1 von „Welcome to Derry“ spielt im Jahr 1962, weitere Staffeln, sollten sie denn kommen, springen immer weiter zurück. Das verspricht eigentlich Unhappy Ends mit Ansage, schließlich wissen wir ja schon, wann ES erst besiegt werden kann. Doch die Serie hat sich einen Kniff ausgedacht, durch den der Ausgang der Handlung nicht nur völlig offen ist, sondern „Welcome to Derry“ auch als Fortsetzung zu „ES“ verstanden werden kann.

„ES: Welcome to Derry“ im Stream

„ES: Welcome to Derry“ feierte in Deutschland seine Streaming-Premiere auf WOW und ist auch weiterhin beim Streamingdienst von Sky zu finden. Mittlerweile gibt es die HBO-Produktion aber auch bei HBO Max, dem neuen Streamingdienst von Warner Bros.

Dort stehen zudem die beiden Verfilmungen von 2017 und 2019 sowie die TV-Verfilmung von 1990 zur Verfügung. Durch Bundle-Deals mit RTL+ und Waipu lässt sich beim Abo-Abschluss einiges an Geld sparen und durch einen kleinen Trick kannst du deutlich mehr Serien und Filme streamen.

„ES“ trifft „The Shining“

Eine Collage: Links Dick Hallorann in „ES: Welcome to Derry“, rechts Dick Hallorann und Danny Torrance in „Shining.
Ich glaub' ich seh' doppelt: Vier Dick Halloranns! Foto: Brooke Palmer/HBO/TMDB

Auch wenn „Welcome to Derry“ erneut einer Gruppe von Jugendlichen folgt, lenkt ein Militär-Handlungsstrang die Geschichte in eine ganz neue und erfrischende Richtung. Leroy Hanlon, der Großvater von Mike Hanlon aus „ES“, zieht hier mit seiner Familie nach Derry, wo seine Vorgesetzten nach ES suchen.

Allerdings ist ihre Vorstellung von dieser Gefahr noch äußerst schwammig, sie wissen nur, dass etwas in Derry Angst und Schrecken verbreitet – und sie wollen dieses Etwas als Waffe benutzen, um den Kalten Krieg zu gewinnen.

Auf diese Art bekommen es nicht nur mehr erwachsene Figuren mit ES zu tun, es kommt auch zu einem spannenden Stephen-King-Crossover. Auch Dick Hallorann, bekannt aus „The Shining“, beteiligt sich nämlich an der Suche nach ES und setzt dafür seine übernatürlichen Fähigkeiten ein.

Halloranns Auftauchen ist eine Erfindung der Serie, er war bereits im „ES“-Roman eine Nebenfigur. Es ist nur ein Beispiel dafür, wie „ES: Welcome to Derry“ ungenutztes Material endlich doch noch adaptiert – wenn auch in erweiterter oder abgewandelter Form.

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