„Was haben wir gelacht“: Warum die Doku über Gottschalk, Raab und Co. alle schockiert
Thomas Gottschalk, Harald Schmidt, Stefan Raab und Co.: Eine neue Doku blickt auf das deutsche Fernsehen der 90er und 2000er zurück – und schockiert viele Zuschauer:innen.

Eigentlich weckt der Titel nostalgische Gefühle. Doch wer die ersten Ausschnitte aus „Was haben wir gelacht“ sieht, reagiert oft ganz anders. Der neue Kinofilm beschäftigt sich mit der Rolle von Frauen im deutschen Unterhaltungsfernsehen und wirft einen kritischen Blick auf viele TV-Momente, die damals als völlig normal galten.
Schon vor dem Kinostart sorgt die Dokumentation für intensive Diskussionen. In den sozialen Netzwerken sprechen viele Zuschauer:innen von erschreckenden Szenen und einem unangenehmen Wiedersehen mit einer TV-Ära, die heute deutlich anders bewertet wird.
Doku zeigt die Schattenseiten des deutschen Fernsehens
Im Mittelpunkt stehen prominente Frauen aus der Unterhaltungsbranche, darunter Esther Schweins, die in der Doku über Thomas Gottschalk auspackt. Andere Promis sind Bettina Böttinger, Maren Kroymann, Gaby Köster und Hella von Sinnen. Sie berichten von ihren Erfahrungen in einer Branche, die über viele Jahre vor allem von Männern geprägt wurde.
Die Dokumentation zeichnet nach, wie schwierig es für Frauen war, sich in der deutschen Comedy- und Fernsehlandschaft durchzusetzen. Dabei geht es nicht nur um Karrieren, sondern auch um die Frage, wer entscheiden durfte, worüber gelacht wurde – und auf wessen Kosten. Besonders eindrücklich wirken heute zahlreiche Archivaufnahmen aus großen TV-Shows der damaligen Zeit.
Szenen mit Gottschalk und Schmidt sorgen für Kopfschütteln
Zu den meistdiskutierten Momenten gehören Ausschnitte aus „Wetten, dass..?“ und der „Harald Schmidt Show“. Die Filmemacherinnen zeigen zahlreiche Situationen, die damals Millionen Menschen sahen, die heute jedoch völlig anders wahrgenommen werden. Vor allem die inzwischen oft kritisierten Szenen, in denen Thomas Gottschalk weiblichen Gästen auf der berühmten „Wetten, dass..?“-Couch körperlich sehr nahekam, erhalten im Film viel Raum. Hella von Sinnen hat Thomas Gottschalk mittlerweile allerdings in Schutz genommen.
Auch Harald Schmidt wird thematisiert. Eine Szene, in der er Bettina Böttinger mit einer Klobrille vergleicht, löst bei Esther Schweins im Film eine besonders emotionale Reaktion aus. Die Dokumentation arbeitet dabei heraus, wie selbstverständlich frauenfeindliche Witze und anzügliche Kommentare über Jahre hinweg Teil des Unterhaltungsfernsehens waren.
Fans reagieren geschockt auf die ersten Ausschnitte
Unter einem Instagram-Beitrag der Produktionsfirma sammeln sich bereits zahlreiche Reaktionen. Viele Nutzer:innen zeigen sich erschüttert darüber, wie viele problematische Szenen damals als normale Unterhaltung wahrgenommen wurden. Eine Person schreibt: „Heftig. Ich weiß nicht, ob ich das schaffe. Wutmäßig. Aber trotzdem DANKE.“
Ein weiterer Kommentar lautet: „So so wichtig und gut, dass endlich ein Film kommt, der sich mit all diesem Mist auseinander setzt, der bis heute von so vielen glorifiziert wird! Stark!“ Andere Zuschauer:innen sprechen von großem Unbehagen. So heißt es unter anderem: „Das ist maximal unangenehm.“
Ein Film über die Vergangenheit – und die Gegenwart
Die Dokumentation versteht sich nicht nur als Rückblick auf frühere Fernsehzeiten. Vielmehr stellt sie die Frage, welche Auswirkungen diese Unterhaltung bis heute hat. Die Regisseurinnen zeigen, wie stark ganze Generationen durch die damaligen TV-Stars geprägt wurden. Gleichzeitig warnen sie davor, alte Rollenbilder zu verklären oder aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu unterschätzen.
Genau das scheint viele Zuschauer:innen zu beschäftigen. Denn während manche Szenen vor 20 oder 30 Jahren noch für Lacher sorgten, bleibt heute bei vielen vor allem eines zurück: Fassungslosigkeit. Die Doku „Was haben wir gelacht“ läuft bereits in den deutschen Kinos.






