Netflix übernimmt Warner Bros.: Der neuste Stand – darum dauert der Mega-Deal noch Monate
Netflix will Warner Bros. übernehmen – doch obwohl die Rahmenbedingungen stehen, zieht sich der Deal hin. Ein genauer Blick zeigt, warum der Milliardenkauf mehr Zeit braucht.

Netflix hat die Struktur seines geplanten Deals mit Warner Bros. Discovery (WBD) noch einmal grundlegend verändert. Statt einer Mischform aus Bargeld und Netflix-Aktien setzt der Streamingkonzern nun auf ein reines Barangebot. Warner Bros. Discovery wird dabei mit 27,75 US-Dollar pro Aktie bewertet. Der zuvor enthaltene Aktienanteil von 4,50 Dollar entfällt vollständig.
Beide Unternehmen betonen, dass diese Anpassung vor allem eines bewirken soll: mehr Planungssicherheit. In einer gemeinsamen Erklärung heißt es, die neue Vereinbarung biete den WBD-Aktionären „eine erhöhte Sicherheit, da marktbedingte Schwankungen ausgeschlossen werden“. Am Gesamtwert des Deals ändert sich jedoch nichts. Weiterhin liegt dieser bei 82,7 Milliarden US-Dollar.
Warum Bargeld den Prozess beschleunigen soll
Ein zentraler Vorteil der neuen Struktur: Der Weg zu einer Aktionärsabstimmung könnte deutlich kürzer werden. Netflix und WBD gehen davon aus, dass eine Abstimmung bereits bis April 2026 möglich ist. Aktienkomponenten machen Übernahmen anfälliger für Marktschwankungen und Bewertungsdiskussionen – ein Risiko, das mit dem reinen Cash-Deal entfällt.
Gleichzeitig erhöht der Schritt den Druck auf andere Interessenten. Vor allem Paramount hatte versucht, den Netflix-Deal zu blockieren, um ein eigenes Angebot durchzusetzen. Dieses liegt bei 30 Dollar pro Aktie, berücksichtigt allerdings auch Discovery Global, jenen Unternehmensteil, den Netflix ausdrücklich nicht übernehmen will.
Discovery Global als Zeitfaktor
Ein wesentlicher Grund für die lange Dauer des Deals liegt in der geplanten Abspaltung von Discovery Global. Warner Bros. und Discovery Global sollen in zwei eigenständige Unternehmen aufgeteilt werden – ein Prozess, der laut aktuellen Planungen sechs bis neun Monate in Anspruch nimmt.
Erst nach Abschluss dieser Abspaltung kann der Netflix-Deal final umgesetzt werden. Solange bleibt die Übernahme an mehrere Bedingungen geknüpft, darunter regulatorische Genehmigungen, die Zustimmung der WBD-Aktionäre sowie weitere formale Abschlusskriterien.
Auf Unternehmensebene ist die Einigkeit groß: Die geänderte Vereinbarung wurde einstimmig von den Vorständen von Netflix und Warner Bros. Discovery genehmigt. Politisch ist die Lage weniger eindeutig. US-Präsident Donald Trump hat sich öffentlich sowohl unterstützend als auch skeptisch zu dem Vorhaben geäußert. Seine Haltung könnte eine entscheidende Rolle im Genehmigungsprozess spielen.
Zaslav und Sarandos verteidigen den Deal
David Zaslav, Präsident und CEO von Warner Bros. Discovery, sieht den Zusammenschluss als logischen nächsten Schritt: „Die heute überarbeitete Fusionsvereinbarung bringt uns dem Zusammenschluss zweier der größten Storytelling-Unternehmen der Welt noch näher – und damit auch mehr Menschen, die die Unterhaltung genießen, die sie am liebsten sehen.“
Auch Netflix-Co-CEO Ted Sarandos unterstreicht die Vorteile der neuen Struktur: „Unsere überarbeitete reine Barvereinbarung ermöglicht einen beschleunigten Zeitplan für die Aktionärsabstimmung und sorgt für größere finanzielle Sicherheit bei 27,75 Dollar pro Aktie in bar – zuzüglich des Werts aus der geplanten Abspaltung von Discovery Global.“
Sarandos verweist zudem auf die langfristigen Effekte des Deals: „Gemeinsam werden Netflix und Warner Bros. eine größere Auswahl und mehr Wert für Zuschauer weltweit bieten, den Zugang zu erstklassigen Serien und Filmen verbessern und die Produktionskapazitäten in den USA deutlich ausbauen.“
Trotz klarer Zahlen, einstimmiger Vorstandsbeschlüsse und eines neu strukturierten Angebots bleibt der Deal komplex. Die Abspaltung von Discovery Global, regulatorische Prüfungen und politische Einflussfaktoren sorgen dafür, dass die Übernahme nicht über Nacht abgeschlossen werden kann.











