Verbotene Liebe: Das hat es mit „Licorice Pizza“ in der ZDF-Mediathek auf sich
Die ZDF-Mediathek scheint zurzeit ihre Zielgruppen ausweiten zu wollen und setzt dafür auf „Licorice Pizza“, der von einer Liebe mit Altersunterschied erzählt …

Es gibt immer wieder Filme, die mit Tabus brechen, und das nicht nur im Horrorgenre. So war erst vor Kurzem das Erotikdrama „Challengers“ in aller Munde, weil es in der ZDF-Mediathek aufgeschlagen ist. Dasselbe dürfte nun für „Licorice Pizza“ gelten, der zwar weniger sexuell aufgeladen ist, dafür aber die Geschichte einer „verbotenen“ Liebe erzählt.
Worum geht es in „Licorice Pizza“?
Im Jahr 1973 verliebt sich der 15-jährige Schüler sowie Schauspieler Gary Valentine (Cooper Hoffman) in die 25-jährige Fotografie-Assistentin Alana Kane (Alana Haim). Trotz des großen Altersunterschieds zwischen den beiden und der offensichtlichen Gefühle, die Gary für sie hegt, lässt sich Alana auf eine Essenseinladung seitens Gary ein.
Fortan bleibt Gary Teil ihres Lebens, auch dann, wenn sie versucht, sich auf andere Männer einzulassen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass Gary sie stets in seine Geschäfte einbindet und sie so immer in eine Art Abhängigkeit zwängt. Doch früher oder später verlagert sich Garys sexuelles und romantisches Interesse auf andere Frauen, was Alana überraschenderweise kränkt. Nun muss sie sich eine alles entscheidende Frage stellen: Kann und sollte eine solche Liebe zwischen den beiden überhaupt existieren?
Ist „Licorice Pizza“ ein guter Film?
Auch wenn sich diese Frage in Bezug auf jeden Film wahrscheinlich immer eher subjektiv beantworten lässt, muss man im Falle von „Licorice Pizza“ sagen, dass der Film durchaus für Diskussionen gesorgt hat. Selbstverständlich sind auch Beziehungen mit Altersunterschied in der Filmgeschichte spätestens seit „Die Reifeprüfung“ nichts Neues mehr, aber „Licorice Pizza“ geht den Schritt und verklärt die „romantischen“ Abschnitte seines Films als Liebesgeschichte.
Gedreht wurde der Film von Paul Thomas Anderson, der erst dieses Jahr für seinen Film „One Battle After Another“ den Oscar in mehreren Kategorien, unter anderem Bester Film, gewonnen hat. Für „Licorice Pizza“ hat er nicht nur Philip Seymour Hoffmans Sohn Cooper Hoffman sowie die Musikerin Alana Haim vereint, sondern auch Sean Penn, Tom Waits, Bradley Cooper und Benny Safdie in Neben- sowie Gastrollen platziert.
Sollte man sich „Licorice Pizza“ ansehen?
Die wahre Faszination hinter „Licorice Pizza“, sofern es diese überhaupt gibt, liegt aber in der steten Frage, ob das, was man schaut, nun romantisch oder doch eher beängstigend ist. So darf man nämlich nicht aus den Augen verlieren, dass Alana und Gary nun mal zehn Jahre auseinanderliegen und Gary weiterhin minderjährig ist. Dass eine jugendliche Person für eine ältere Person schwärmen kann, ist bei Weitem nichts Neues, aber wenn die ältere Person darauf eingeht, dann ist das schon mehr als bedenklich.
Das Seltsame und vielleicht auch das Faszinierende an „Licorice Pizza“ ist, dass der Film überwiegend um dieses Thema herumtänzelt und hofft, dass sich jede Person selbst eine Meinung bilden will. Wer „Licorice Pizza“ dementsprechend moralisch und qualitativ beurteilen möchte, immerhin war der Film unter anderem als Bester Film nominiert, hat ab sofort die Chance, den Film in der ZDF-Mediathek zu schauen. Darüber hinaus ist der Film auch im Abo auf Amazon Prime Video verfügbar.









