Top-Netflix-Serie überraschend abgesetzt – doch nicht alle dürften darüber unglücklich sein
Netflix beendet eine aufwendig produzierte Serie bereits nach einer Staffel. Die Reaktionen fallen verhalten aus, nicht zuletzt wegen kreativer Turbulenzen hinter den Kulissen.

Netflix wird „The Abandons“ nicht fortsetzen. Das Western-Drama, das Anfang Dezember 2025 Premiere feierte, schaffte es zwar zunächst in die Top 10 der englischsprachigen Serien des Streamingdienstes, konnte diese Position aber nicht lange halten.
In den ersten 28 Tagen kam die Serie auf rund 19,8 Millionen Abrufe und belegte zwei Wochen lang einen Platz in den Charts. Danach verlor sie jedoch rasch an Aufmerksamkeit und verschwand vollständig aus den Top 10.
Ein Blick auf die Zahlen erklärt die Entscheidung: Nach dem anfänglichen Interesse flachte das Zuschaueraufkommen deutlich ab. Für Netflix, das seine Inhalte zunehmend streng nach Performance bewertet, reichte diese Entwicklung offenbar nicht aus, um die kostenintensive Produktion weiterzuführen.
Gemischtes bis negatives Publikumsecho
Neben den Abrufzahlen spielte auch die Resonanz des Publikums eine Rolle. „The Abandons“ startete mit gemischten bis überwiegend kritischen Reaktionen. Während Ausstattung, Atmosphäre und die prominente Besetzung mit Lena Headey und Gillian Anderson vielfach positiv hervorgehoben wurden, bemängelten viele Zuschauer*innen die Erzählstruktur und das Tempo der Serie.
Die Handlung galt als sperrig, stellenweise überladen und emotional schwer zugänglich. Entsprechend dürfte das nun feststehende Serienende nicht von allzu vielen Fans betrauert werden.
Kurt Sutter und die Probleme hinter den Kulissen
Besonders brisant: „The Abandons“ war bereits während der Produktion von internen Umbrüchen geprägt. Serienschöpfer und Showrunner Kurt Sutter verließ das Projekt kurz vor Abschluss der Dreharbeiten. Der Ausstieg soll auf kreative Differenzen mit Netflix zurückzuführen sein – insbesondere auf Streit über Länge, Struktur und Rhythmus der ersten Episode.
Der ursprünglich rund 100 Minuten lange Auftakt musste aufgespalten und nachträglich umgebaut werden, was zusätzliche Szenen und neue Übergänge erforderte. Netflix zeigte sich mit den Ergebnissen offenbar unzufrieden und zog noch vor Ende der Dreharbeiten personelle Konsequenzen. Sutter hatte bereits in der Vergangenheit Konflikte mit Sendern und Studios, unter anderem bei „Mayans M.C.“.
Vor diesem Hintergrund dürfte ausgerechnet Sutter selbst wenig Bedauern über das endgültige Aus der Serie empfinden. Nach seinem Weggang entfernte sich das Projekt zunehmend von seiner ursprünglichen Vision. Dass „The Abandons“ nun nicht weitergeführt wird, beendet ein Kapitel, das für alle Beteiligten von Spannungen geprägt war.
Auch für Netflix ist die Entscheidung konsequent: Trotz namhafter Besetzung, großer Ambitionen und hoher Investitionen blieb der nachhaltige Erfolg aus. Mehrere Darsteller*innen haben inzwischen neue Engagements angenommen – Lena Headey bleibt dem Streamingdienst sogar in einer weiteren Hauptrolle erhalten.










