Heute im TV: ZDF-Krimi „Die Jägerin – Gegen die Wut“ ist erschreckend nah an der Realität
Ein Krimi, der unter die Haut geht: „Die Jägerin – Gegen die Wut“ greift gesellschaftliche Konflikte auf, die aktueller kaum sein könnten.

Krimis leben oft von fiktiven Verbrechen. „Die Jägerin – Gegen die Wut“ geht jedoch einen anderen Weg: Der ZDF-Film greift gesellschaftliche Entwicklungen auf, die in den vergangenen Jahren immer wieder für Schlagzeilen sorgten. Themen wie Rechtsextremismus, Radikalisierung, Hass im Netz und das Vertrauen in staatliche Institutionen bilden das Fundament des spannenden Thrillers. Heute Abend um 20.15 Uhr läuft der Film im Fernsehen und zeigt, wie nah Fiktion und Realität manchmal beieinanderliegen.
Ein Kriminalfall mit politischer Brisanz
Die Berliner Politikerin Şirin Doğan wird kurz nach dem Einzug in ihre neue Wohnung überfallen. Der maskierte Täter hinterlässt die Botschaft „Letzte Warnung“ an der Wand und verschwindet unerkannt.
Der Angriff sorgt für politische Unruhe. Doğan soll zur Berliner Polizeibeauftragten ernannt werden und polarisiert mit ihrer deutlichen Kritik an Rassismus und Polizeigewalt. Gleichzeitig wird sie in sozialen Netzwerken massiv bedroht – sowohl von Rechtsextremen als auch von türkischen Nationalisten.
Mit den Ermittlungen wird Staatsanwältin Judith Schrader (Nadja Uhl) beauftragt. Obwohl sie zunächst Bedenken hat, übernimmt sie den politisch sensiblen Fall. Gemeinsam mit Hauptkommissar Jochen Montag (Dirk Borchardt) versucht sie herauszufinden, wer hinter dem Angriff steckt und ob tatsächlich Polizistinnen oder Polizisten interne Informationen weitergegeben haben.
Der Film greift reale Debatten auf
Gerade dieser Ermittlungsansatz macht „Die Jägerin – Gegen die Wut“ so außergewöhnlich. Das Drehbuch von Robert Hummel und Peter Dommaschk verarbeitet reale gesellschaftliche Entwicklungen zu einem fiktiven Kriminalfall. Im Mittelpunkt stehen Fragen rund um Rechtsextremismus innerhalb der Polizei, Rassismus, politische Radikalisierung und die Rolle sozialer Medien.
Dabei verzichtet der Film bewusst auf einfache Antworten. Statt Schwarz-Weiß-Malerei zeigt er unterschiedliche Perspektiven und macht deutlich, wie komplex diese Themen sind. Genau dadurch wirkt der Krimi erschreckend nah an der Realität.
Ein verschwundener Sprengstoffvorrat erhöht den Druck
Während die Ermittlungen laufen, eskaliert die Lage. Von einem Sprengplatz der Polizei verschwinden 3,5 Kilogramm Sprengstoff. Plötzlich müssen die Ermittler nicht nur den Angriff auf die Politikerin aufklären, sondern auch einen möglichen Anschlag verhindern.
Im Zentrum der Ermittlungen steht der ehemalige Polizist Sven Temme, gegen den bereits mehrfach wegen Körperverletzung im Amt ermittelt wurde. Gleichzeitig gerät die junge Polizistin Jana Bloch unter Verdacht, da sie mit Temme liiert ist.
Um den Fall zu lösen, bittet Judith Schrader die Beamtin, als Informantin gegen ihren eigenen Partner zu arbeiten. Ein gefährliches Doppelspiel beginnt, und die Zeit läuft.
Nadja Uhl überzeugt als Judith Schrader
Neben der spannenden Geschichte überzeugt vor allem das Ermittlerduo aus Nadja Uhl und Dirk Borchardt. Als Staatsanwältin Judith Schrader und Hauptkommissar Jochen Montag verleihen sie dem Film Glaubwürdigkeit und sorgen dafür, dass auch die persönlichen Konflikte der Figuren nicht zu kurz kommen.
Auch Sarah Mahita und Nicholas Reinke hinterlassen als Jana Bloch und Sven Temme einen starken Eindruck und machen den Krimi emotional wie dramaturgisch besonders dicht.







