The Waterfront: Die wahre Geschichte hinter der Netflix-Serie

„The Waterfront“ ist die perfekte Serie für alle Fans von „Ozark“ oder „Outer Banks“. Doch was kaum jemand ahnt: Komplett fiktiv ist die Netflix-Produktion nicht!

Harlan Buckley schaut ernst nach links.
Holt McCallany als Harlan Buckley in „The Waterfront“. Foto: DANA HAWLEY/NETFLIX

In „The Waterfront“ auf Netflix wird eine Familiengeschichte erzählt, in der es nicht nur ums Überleben, sondern auch um Moral, Loyalität und Abgründe geht. Was viele Zuschauer überrascht: Die Handlung basiert lose auf realen Ereignissen – und auf dem Leben des Serienmachers selbst.

Kevin Williamson blickt auf seine Kindheit zurück

„The Waterfront“ dreht sich um Harlan Buckley, gespielt von Holt McCallany, der alles tut, um sein kriselndes Fischerei-Imperium zu retten. Dabei schreckt er nicht einmal vor illegalen Mitteln zurück. Gemeinsam mit Ehefrau Belle (Maria Bello) und den beiden erwachsenen Kindern Cane (Jake Weary) und Bree (Melissa Benoist) gerät er immer tiefer in ein Netz aus Verzweiflung, Familienkonflikten und kriminellen Entscheidungen.

Obwohl Haventown, der fiktive Handlungsort in North Carolina, nicht real ist, wurde die Serie an echten Orten gedreht, unter anderem in Wilmington und Southport. Für Showrunner Kevin Williamson ist das kein Zufall: Er stammt selbst aus North Carolina und nutzte die malerische Küstenlandschaft bewusst als Kulisse für moralisch zwiespältige Figuren.

„Du weißt nie, was du bekommst“, sagte er über seine Charaktere. „Die schlimmsten Dinge können am helllichten Tag passieren, und die schönsten in der Nacht.“ Diese Ambivalenz spiegelt sich auch in der Geschichte seiner eigenen Familie wider.

Williamsons Vater war selbst Fischer – und Schmuggler

Harlan und Cane stehen an einem Treppengeländer, Harlan stützt sich mit den Händen darauf ab.
Harlan und Cane geraten im Lauf der Staffel immer mehr in Gefahr. Foto: DANA HAWLEY/NETFLIX

In Interviews verriet Kevin Williamson, dass die Geschichte von Harlan Buckley lose von seinem eigenen Vater inspiriert ist. Ottis Wade Williamson, der 2020 verstarb, war ebenfalls Fischer – bis der wirtschaftliche Druck ihn zu einer folgenschweren Entscheidung trieb: Er ließ sich auf Drogenschmuggel ein, um seine Familie zu ernähren.

„In den 80ern brach die Fischereiindustrie ein, und mein Vater konnte seine Familie nicht mehr versorgen“, erklärte Williamson. „Also kam jemand und sagte: ‚Wenn du diesen einen Job übernimmst, verdienst du richtig Geld.‘ Und es war schwer, Nein zu sagen.“

Ottis Williamson wurde später für Verschwörung zum Drogenschmuggel verurteilt und verbrachte Zeit im Gefängnis. Diese Erfahrung floss schon früher in Kevin Williamsons Arbeit ein – etwa in „Dawson’s Creek“, wo die Figur Joey Potter erklärt, ihr Vater sei genau wegen dieses Vergehens inhaftiert worden.

Kevin Costner sollte die Hauptrolle spielen

„The Waterfront“ entstand schon vor Jahren in Williamsons Kopf, doch er setzte das Projekt erst nach dem Tod seines Vaters um. Ottis hatte ausdrücklich darum gebeten, dass seine Geschichte erst nach seinem Ableben erzählt werde. Und er hatte sogar einen Schauspielwunsch: Kevin Costner sollte ihn verkörpern.

Dazu kam es zwar nicht, aber mit Holt McCallany, der schon bald wieder in „Mindhunter“ zu sehen sein könnte, fand Williamson eine Idealbesetzung: „Was mein Vater nicht weiß: Holt ähnelt ihm mehr als jeder andere“, sagte er. „Es ist perfektes Casting.“

Falls Williamson mit seiner Familiengeschichte den Nerv des Netflix-Publikums trifft, steht einer 2. Staffel von „The Waterfront“ nichts im Wege.

Quelle

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