Interview

„The Testaments – Die Zeuginnen“ : Warum das „The Handmaid's Tale“-Spin-off wichtiger denn je ist!

Mit „The Testaments – Die Zeuginnen“ startet bei Disney+ der Nachfolger von „The Handmaid's Tale“. Im Interview sprechen Chase Infiniti, Lucy Halliday und Ann Dowd über die Aktualität der Serie und weibliche Vorbilder.

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Video: Hulu / TV Movie

Als die Serie „The Handmaid’s Tale“, basierend auf dem Buch von Margaret Atwood „Der Report der Magd“, 2017 startete, war den Verantwortlichen noch nicht bewusst, welchen Einfluss die Umsetzung des Romans auf die Zuschauer:innen haben würde. Kein Wunder, scheint Atwoods eigentlich dystopisches Gilead in Zeiten von Abtreibungsverboten und Influencern, die offen Frauenhass propagieren, näher und realer als gedacht. Gerade in den USA werden die Rechte vieler Frauen unter der Regierung von Donald Trump beschnitten. Und auch hierzulande gibt es immer wieder Fälle, in denen Frauen ihre Autonomie genommen wird, gerade erst sehr prominent durch den Fall Collien Fernandes, der digitale Gewalt in den Mittelpunkt rückt.

Noch während die insgesamt sechs Staffeln der Serie produziert wurden, schrieb die Autorin das Nachfolgebuch „Die Zeuginnen“ (Originaltitel: „The Testaments“), nach eigener Aussage, weil sich die Welt immer mehr zu Gilead hinbewege als davon weg.

Chase Infiniti als Agnes in „The Testaments – Die Zeuginnen“.
In „The Testaments – Die Zeuginnen“ spielt Chase Infiniti eine der Hauptrollen. Foto: Hulu

„The Testaments – Die Zeuginnen“: Das passiert im Sequel

Jetzt hat Hulu den Roman in eine Serie verwandelt. „The Testaments – Die Zeuginnen“ startet am 8. April 2026 beim Streamingdienst Disney+, zunächst mit drei Folgen, danach gibt es wöchentlich immer mittwochs eine neue Episode. Insgesamt beinhaltet Staffel 1 zehn Folgen. Und darum geht es: Die neue Serie spielt vier Jahre nach dem Finale der Ursprungsserie und zeigt das Leben in Gilead aus Sicht der regimetreuen, aber innerlich zerrissenen Tante Lydia (Ann Dowd), der in Gilead aufgewachsenen Agnes Jemima (Chase Infiniti) und dem kanadischen Teenager Daisy (Lucy Halliday). Im Mittelpunkt steht die überraschende, aber auch tiefe Freundschaft, die sich zwischen den beiden Mädchen entwickelt.

Auch wenn „The Testaments“ deutlich leichter und stellenweise hoffnungsvoll daherkommt, bleibt auch die Ernsthaftigkeit der Originalserie erhalten. In diversen Szenen wird die schreckliche Unterdrückung deutlich und immer wieder wird man auch als Zuschauer:in an die eigenen Erfahrungen erinnert. Das ging den Schauspieler:innen der Serie ähnlich.

„Es gibt viele Momente in der Serie, die sich sehr nah an unserer eigenen Realität anfühlen.“
Chase Infiniti

Teil dieses Projekts zu sein und diese Geschichte zu erzählen, könne hoffentlich dazu beitragen, dass das Publikum wachgerüttelt werde und seine Stimme nutze, betont Chase Infiniti im Interview mit „TV Movie“. Das gesamte Video-Interview seht ihr oben.

Tante Lydia ist zurück – aber ganz anders!

Eine ganz neue Rolle in der Serie bekommt Tante Lydia, erneut gespielt von Ann Dowd. Wie sie in der Serie ihren Platz findet, sei hier noch nicht verraten, nur soviel: „Es geht um die Frage, keine Angst vor der eigenen Macht zu haben, sondern sie klug einzusetzen. Zwischen 'The Handmaid’s Tale' und 'The Testaments' liegt ein zeitlicher Abstand, in dem sie lernt, innezuhalten, nachzudenken und Situationen bewusster zu bewerten“, verrät die Schauspielerin. Was genau das bedeutet, gibt es ab dem 8. April bei Disney+ zu sehen.