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Odenthal- und Bergfahrt

„Tatort“ heute: Sind die Fälle aus Ludwigshafen die schlechtesten?

Kaum ein „Tatort“ spaltet mehr als die Fälle aus Ludwigshafen. Aber woran liegt das – und stimmt dieser Vorwurf überhaupt?

Ulrike Folkerts steht schockiert in der Wache. Hinter steht in der Unschärfe einer ihrer Mitarbeiter.
Odenthal (Ulrike Folkerts, r.) spalten die Massen: Doch sind die Fälle aus Ludwigshafen wirklich so schlecht? Foto: SWR/Benoît Linder

Mit „Sashimi Spezial“ meldet sich der „Tatort“ aus Ludwigshafen rund um Odenthal (Ulrike Folkerts) und Stern (Lisa Bitter) zurück. Und wie immer wird dieser Fall die Öffentlichkeit voraussichtlich spalten. Aber das wäre bei Weitem nicht der erste „Tatort“ aus Ludwigshafen, der kontrovers aufgenommen wird. Tatsächlich scheinen die Fälle aus Ludwigshafen generell schon immer für Diskussionsstoff gesorgt zu haben. Wir erklären dir, warum das so ist.

Hohe Anschuldigung: Warum sind die „Tatort“-Fälle aus Ludwigshafen so kontrovers?

Bevor die Frage aufkommt, wie es sein kann, dass wir die These aufstellen, dass die „Tatort“-Fälle in der Kritik häufig durchfallen, möchten wir gern folgenden Kontext in den Raum werfen:

Das mehr als beliebte „Tatort“-Meinungsportal „Wie war der Tatort?“ hat fein säuberlich alle Fälle aufgeführt, die jeweils 10 von 10 Punkten, aber auch 1 von 10 Punkten erhalten haben. Wenn man sich die Liste der „schlechtesten Tatorte“ genau ansieht, fällt Folgendes auf: Von 14 aufgeführten Fällen, die augenscheinlich Totalausfälle sein sollen, stammen allein sechs aus dem Team rund um Odenthal. Und das ist keine neumoderne Erscheinung, sondern zieht sich schon seit 2001 durch die Ludwigshafener Reihe. Die Fälle lauten wie folgt:

  • „Gute Freunde“ (2001)

  • „Fette Krieger“ (2001)

  • „Der Wald steht schwarz und schweiget“ (2012)

  • „Die Sonne stirbt wie ein Tier“ (2015)

  • „Babbeldasch“ (2017)

  • „Waldlust“ (2018)

Stimmt das? Sind die Fälle aus Ludwigshafen wirklich schlecht?

Vorab sei gesagt, dass es rein subjektiver Natur ist, ob ein „Tatort“ gut oder schlecht ist. Wenn dir die genannten Fälle gefallen oder missfallen, ist das vollkommen in Ordnung.

Trotzdem gilt, dass die Ludwigshafener Fälle immer wieder recht kontrovers aufgenommen werden. Allein der vorletzte Fall „Mike & Nisha“ hat mit einer Plotwendung rund um Inzest für ordentlich Diskussionsstoff gesorgt. Und das ist ein generelles Muster, das sich durch die Reihe zieht: nicht Inzest an sich, sondern diskutable Themen.

So schockierte der Fall „Fette Krieger“ im Jahr 2001 damit, dass Ulrike Folkerts damals eine Frau im TV küsste. Was zu der Zeit noch als ungewöhnlich galt, ist heutzutage weniger kontrovers. Auch der Fall „Gute Freunde“ sorgte mit sexuellen Themen für Unmut: Odenthal und ihr damaliger Partner Kopper (Andreas Hoppe) schliefen miteinander – was von vielen Seiten als albern aufgefasst wurde.

Auch spätere Fälle wie „Babbeldasch“ haben für wenig Begeisterung gesorgt. Der komplette Fall war nämlich vollständig improvisiert und führte zu einer mehr als verwirrenden Geschichte sowie zu schauspielerischen Leistungen, die als fragwürdig galten. Aber inmitten all dieser Probleme liegt ein Ansatz, der generell sehr nobler Natur ist …

„Tatort“ Ludwigshafen: Immerhin kreativ und innovativ

Während Odenthal und Co. nicht immer inhaltlich begeistern können, muss man der Reihe lassen, dass die Fälle häufig versuchen, kreativ und innovativ zu sein. Ein Impro-„Tatort“ funktioniert zwar auf dem Papier besser als in der Realität, aber immerhin hat man probiert, neue Wege zu wagen. Darüber hinaus ist kaum ein anderes Team der Reihe so sehr darum bemüht gewesen, dem Zahn der Zeit zu entsprechen und politisch korrekt zu sein – wenn auch manchmal etwas plumperer Natur.

Der neueste Fall „Sashimi Spezial“ ist übrigens kein Totalausfall, bringt aber viele der bekannten Probleme mit, die man in vorherigen Fällen finden konnte. Was genau wir damit meinen, kann man in unserer Kritik lesen …

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