„Tatort“ heute: Reine Lobhudelei – Die „Batic und Leitmayr“-Doku taugt gar nichts
Ganz Ostern gehört auf der ARD Batic und Leitmayr – sowie ihrem letzten Fall. Passend dazu erscheint auch eine Dokumentation … die leider vollends unbrauchbar ist.

Es gleicht einem Themenabend: Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl sind ein letztes Mal in der „Tatort“-Doppelfolge „Unvergänglich“ zu sehen und beenden ihre lange Laufbahn mit der runden Zahl von 100 Fällen. Passend dazu gesellt sich die Dokumentation „Batic und Leitmayr – Die Zwei vom Tatort sagen Servus“, die nach dem zweiten Teil von „Unvergänglich“ ab 21:45 Uhr in der ARD läuft. Man blickt dort auf die letzten 35 Jahre mit den beiden Kommissaren zurück … aber hat eigentlich nichts zu erzählen.
Ich habe es verstanden: Die Batic-und-Leitmayr-Doku wiederholt sich
Einerseits kann ich es verstehen: Wenn ich einen „Tatort“-Rekord aufstellen würde und das am längsten ermittelnde Duo mit den meisten Fällen wäre, dann würde ich das auch kontinuierlich wiederholen. Andererseits würde ich diese Tatsache aber nicht in einer Dokumentation breittreten.
Man möge meinen, dass man nach 35 Jahren unfassbar viele Geschichten zu erzählen hätte, aber prinzipiell bekommt die Zuschauerschaft nur 45 Minuten geboten, die belanglosen Käse erzählen. Hier und dort werden ein paar Clips aus alten Fällen eingeblendet – auch wenn hierbei viele der Clips aus denselben Episoden kommen – aber diese sind viel eher nur dazu da, nostalgische Gefühle zu forcieren, und liefern nicht unbedingt viele Informationen.
Stattdessen nimmt man sich die Zeit und den Raum, kontinuierlich die Zahlen 35 und 100 zu wiederholen, bis auch wirklich jede Person versteht, dass Batic und Leitmayr einzigartig sind.
Kein Mehrwert: Für wen ist diese „Tatort“-Doku?
So absurd es klingen mag, aber die Doku hat keine Rechtfertigung, auf dem Sendeplatz zu laufen, wo sie läuft. Nicht, weil dort etwas Besseres laufen könnte, sondern weil die Dokumentation zu großen Teilen aus Szenen aus „Unvergänglich“ besteht – einer „Tatort“-Folge, die die meisten, die die Doku linear schauen, gerade erst gesehen haben sollten.
Ich kann verstehen, dass, wenn man sich dieses 45-minütige Machwerk in der Mediathek anschaut, man nicht unbedingt kurz zuvor „Unvergänglich“ gesehen hat, aber in der linearen Ausstrahlung ergibt bei diesem Schnitt die Ausstrahlung keinerlei Sinn.
Lobhudelei zuerst, Informationen danach: Batic und Leitmayr werden auf ein Podest gehoben. Das Schlimmste an dieser Dokumentation ist aber die Tatsache, dass Lobhudeleien auf Batic und Leitmayr über den Inhalt gehoben werden. Schauspieler, Redakteure und alte Weggefährten melden sich alle zu Wort und erzählen hierbei weniger über Komplikationen bei Dreharbeiten oder andere Umstände der letzten 35 Jahre. Stattdessen hebt man lieber hervor, dass Batic und Leitmayr zwei dufte Kerle sind, deren Bedeutung nicht größer sein könnte.
Das ist nicht nur repetitiv, sondern auch enttäuschend, denn es gibt sie, die kurzen Momente, in denen mal Dinge und Sachen offenbart werden, die spannend sind. Insbesondere die Geschichte, wie Batic und Leitmayr entdeckt wurden und wer sie entdeckt hat, liefert die Hoffnung, dass mehr solcher Stories erzählt werden – Spoiler-Alarm: Dem ist nicht so.
Fazit: Vielleicht reichen 180 Minuten auch einfach
Nach zwei vollen „Tatort“-Tagen kann man sich sicher sein, dass die Doppelfolge als Einzelwerk ausreicht – insbesondere, wenn man unserem „Tatort“-Kritiker glaubt. Wer noch nie von Batic und Leitmayr gehört haben sollte, kann mit der Doku vielleicht etwas anfangen. Aber andererseits: Wieso sollte man, wenn man noch nie von den beiden gehört hat, eine Dokumentation schauen, die auf die letzten 35 Jahre zurückblickt … oder zumindest so tut?
Quellen
ARD






