Skyscraper Live: So lief der Mega-Stunt von Alex Honnold bei Netflix
Es war ein Stunt ohne Seil, ohne Netz, ohne Sicherung! US-Freeclimber Alex Honnold zeigte bei Netflix live seinen Mega-Stunt – Millionen Menschen und seine Frau zitterten mit

Es war ein gigantisches Spektakel: „Free Solo“-Star Alex Honnold erklomm den legendären Taipeh 101 – mit 508 Metern einer der höchsten Wolkenkratzer der Welt. Dabei ist der 40-Jährige nicht der erste Mensch, der diesen Stunt durchzog. Aber er ist der Erste, der es ohne Seile und Sicherung wagte!
„Wenn du fällst, stirbst du“

Bei dem Stunt sahen weltweit Menschen zu, Netflix übertrug live, auch CNN kommentierte live. Und Tausende guckten an dem klaren Sonntagmorgen in Taipeh live zu. Stück für Stück klettere Honnold nach oben. Dabei musste er sich nicht an der glatten Glasfassade des Wolkenkratzers festhalten, sondern hatte Metallkonstruktionen, Vorsprünge und Träger, an denen er sich festhalten konnte.
Doch es gab auch einige technisch anspruchsvollere Kletterzüge. Honnold meisterte diese jedoch mühelos und stieg zügig das Gebäude hinauf. Zwischendurch legte er auf Balkonen Pausen ein, um dem Publikum unten zuzuwinken. Bei jedem Griff war ihm klar: „Wenn du fällst, stirbst du“, sagte er. Aber das stoppt ihn nicht. „Ich bin mittlerweile an die Angst gewöhnt. Sie klettert immer mit.“
Seine Frau fieberte vor Ort mit
Während des Aufstiegs wurde Honnold immer wieder von Schaulustigen hinter den Fenstern der Büroetagen fotografiert. Viele feuerten ihn an. Und auch seine nervöse Frau Sanni McCandless beobachtete das Geschehen von innen im Taipei 101 – und winkte ihrem Mann auf der anderen Seite der Glasscheibe zu, als er auf dem Weg nach oben an ihrem Stockwerk vorbeikam. Nach 92 Minuten hatte ihr Mann es geschafft: Um 10.43 Uhr Ortszeit kletterte Alex Honnold den letzten Zentimeter der Metallspitze auf dem Taipei 101 hinauf und stand grinsend auf dem 508 Meter hohen Gipfel, wo er den jubelnden Fans unten zuwinkte – ein Anblick, der zweifellos zu einem ikonischen Moment in der Kletter-Geschichte werden wird.
Auf einem Balkon unterhalb der Spitze wartete auch seine Frau auf ihn. Sie umarmte ihn und sagte: „Ich hatte die ganze Zeit über eine Panikattacke.“ Doch ihr Mann war in einem Glücksrausch: „Es ist fantastisch, ich werde sicher noch tagelang strahlen, es ist einfach unglaublich“, so Honnold auf der Pressekonferenz nach der Bergbesteigung. „Man denkt so lange darüber nach und stellt sich vor, dass es möglich ist, aber es dann tatsächlich zu schaffen, ist immer etwas ganz anderes.“
Kurz vorm Start wurde alles verschoben
Und er gibt auch zu: „Für mich persönlich war die größte Herausforderung, ruhig zu bleiben. Die Menschenmenge, das ganze Erlebnis, all die Leute um mich herum – das hat alles etwas intensiver gemacht“, fügte er hinzu. „Aber je höher ich stieg, desto entspannter wurde ich und dachte: ‚Oh, das macht so viel Spaß, genau deshalb mache ich das.‘“
Vor dem Live-Stunt lag eine monatelange Vorbereitung. Doch nur 30 Minuten vor dem Start wurde plötzlich alles verschoben. In einem offiziellen Statement erklärte Netflix, man könne das Event aufgrund der Wetterlage nicht wie geplant durchführen. In Taiwan habe es zum geplanten Startzeitpunkt geregnet – ein unkalkulierbares Risiko bei einem Live-Kletterstunt in über 500 Metern Höhe. Übrigens: Vor Honnold hatte bereits der französische Kletterer Alain Robert den Gipfel des Gebäudes erklommen – im Rahmen der offiziellen Eröffnung. Dabei war er gesichert und brauchte insgesamt vier Stunden.
Nach dem Live-Stunt gratulierte Taiwans Präsident Lai Ching-te Honnold zu seinem „wirklich nervenaufreibenden“ Spektakel. Er hoffe, dass die Veranstaltung der Welt „die Herzlichkeit der Taiwaner und die Schönheit der Hügel und Landschaften der Insel“ zeigen werde. Und Honnold hofft, die Zuschauer könnten sich von seinem Erfolg inspirieren lassen, eigene Herausforderungen oder Ziele zu verfolgen. Und in seiner typisch sachlichen Art fasste er seine Leistung mit wenigen Worten zusammen: „Es ist so toll. Was für ein schöner Tag.“






