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„Saros“ im PS5-Test: Der „Returnal“-Nachfolger ist brutal gut, aber endlich einsteigerfreundlicher

Housemarque liefert einen der stärksten PS5-Shooter der letzten Jahre. Warum der geistige „Returnal“-Nachfolger trotz hoher Herausforderung deutlich zugänglicher geworden ist und sich auch für Einsteiger lohnt.

Das Artwortk zu Saros auf PS5 zeigt Hauptfigur Arjun vor einem düsteren Boss.
Lohnt sich „Saros“ für die PS5? Wir verraten es in unserem Test! Foto: Sony PlayStation / Housemarque

Es gibt berechtigterweise viele Millionen von Gaming-Fans, die aktuell auf GTA VI sehnsüchtig hinfiebern. Und das teilweise schon seit sehr vielen Jahren. Und so sehr ich mich auch darauf freue, was für ein absurd-ambitioniertes Open-World-Festmahl uns Rockstar diesmal serviert, war meine Vorfreude auf Housemarques „Saros“ nochmal deutlich größer. Das liegt auch daran, dass „Returnal“ für mich immer noch die absolute Speerspitze der PS5-Spieleveröffentlichungen darstellt. Dabei mag ich Roguelikes noch nicht einmal sonderlich.

Doch „Returnal“ hat mich mit seiner Sci-Fi-Atmosphäre und vor allem seinen packenden Bullethell-Gameplay von Anfang an gepackt, auch wenn das Spiel absolut kompromisslos und brutal war. Genau hier setzt „Saros“ an und schafft etwas, das gar nicht so selbstverständlich ist: Es fühlt sich sofort vertraut an und gleichzeitig wie ein klarer Schritt nach vorn. Housemarque bleibt sich treu, geht aber genau die richtigen Schritte weiter. Heraus kommt ein Spiel, das die DNA von „Returnal“ klar in sich trägt und sie gleichzeitig deutlich zugänglicher macht, ohne an Intensität zu verlieren.

Ein Roguelike, das einen motiviert zurückzukehren

Im Kern bleibt „Saros“ ein Roguelike-Shooter, doch die Struktur wurde spürbar überarbeitet. Runs sind weiterhin zentral und natürlich auch das dazugehörige Scheitern. Doch wo „Returnal“ eben auch großen Frust auslösen konnte, weil in einigen Runs die zufallsbasierten Levelbedingen deutlich erschwerte Voraussetzungen geschaffen haben, zeigt sich „Saros“ deutlich zugänglicher.

Permanente Progression, ein klar strukturierter Hub und die Möglichkeit, gezielt in bestimmte Bereiche zurückzukehren, sorgen dafür, dass Fortschritt nicht mehr ständig verloren geht. Das nimmt den ultimativen Druck aus jedem Run raus, doch zerstört gleichzeitig auch nicht die Anbspannung bei jedem neuen Trip durch Carcosa.

Gerade im Vergleich zu „Returnal“ fühlt sich das Ganze deutlich einsteigerfreundlicher an. Man probiert mehr aus, geht Risiken ein und hat nicht ständig Angst, wieder komplett bei null zu starten. Gleichzeitig bleibt der Reiz des Unvorhersehbaren erhalten – jeder Run spielt sich anders, jede Entscheidung hat Gewicht.

Kampfsystem: Dieser Flow ist pures Adrenalin

Eine Spielszene aus Saros mit Monstern und blauen Projektillen, die Titelheld Arjun angreifen
Eine Explosion an Farben, Formen und Projektillen: Das Gameplay von „Saros“ ist unwiderstehlich. Foto: Sony PlayStation / Housemarque

Was „Saros“ aber wirklich trägt, ist das Gameplay. Und das ist schlicht herausragend. Die Kämpfe entwickeln schnell einen Flow, der sich nur schwer beschreiben lässt, den man aber sofort spürt. Projektile fliegen in dichten Mustern durch die Luft, Gegner setzen einen permanent unter Druck und trotzdem entsteht dieses Gefühl, alles stets unter Kontrolle zu haben.

Housemarque spricht selbst gerne von „Bullet Ballet“ und genau das trifft es. Man bewegt sich wie in einem Rhythmus durch das Chaos, weicht aus, kontert, reagiert im Bruchteil einer Sekunde.

Das neue Schild-System bringt dabei eine spannende Dynamik rein. Statt nur zu reagieren, kannst du gegnerische Angriffe absorbieren und in eigene Power umwandeln. Defensive und Offensive greifen noch stärker ineinander, und genau das hebt das Kampfsystem auf ein neues Level. Dazu kommen Waffen, die sich durch Modifier und alternative Feuermodi ständig anders anfühlen. Es gibt kaum eine Situation, in der sich Kämpfe wiederholen – und genau das macht sie so packend.

Progression und Struktur: Mehr Kontrolle, mehr Motivation

Ein großer Unterschied zu „Returnal“ liegt in der Progression. „Saros“ gibt dir deutlich mehr Kontrolle über deinen Fortschritt. Upgrades sind nicht mehr nur temporär, sondern wirken dauerhaft. Deine Figur wird stärker, deine Möglichkeiten wachsen, und jeder Run fühlt sich sinnvoll an – selbst dann, wenn er früh endet.

Auch die Struktur ist flexibler. Du kannst gezielt in bestimmte Gebiete springen, die du in einem vorherigen Run freigeschaltet hast, statt immer wieder ganz von vorne zu beginnen. Das sorgt für einen deutlich besseren Spielfluss und nimmt Frustspitzen raus, ohne die Herausforderung zu verwässern. Denn tatsächlich ist es oft sinnvoller von vorn oder früh zu starten, da nicht nur die dauerhaften Upgrades einen verbessern, sondern eben die besiegten Widersachern und das Aufsammeln von Artefakten & Co.

Das Ergebnis ist ein Roguelike, das sowohl Veteranen:innen als auch Neueinsteiger:innen abholt und dabei nicht wirkt, als wäre das beinharte Spielprinzip des Vorgängers komplett verwässert worden.

Hier seht ihr den Launch-Trailer zu „Saros“:

Video Platzhalter
Video: Sony PlayStation

Story: Düster, rätselhaft und überraschend packend

Was mich persönlich überrascht hat: Die mysteriöse Story hat es mir doch ziemlich angetan. „Saros“ wirft einen bewusst ins kalte Wasser. Auf dem Planeten Carcosa läuft nichts nach Plan. Kontaktabbrüche, verschwundene Kolonisten, eine Mission, die völlig außer Kontrolle gerät und mittendrin ein Protagonist, der selbst kaum versteht, was eigentlich passiert.

Die Geschichte entfaltet sich nicht linear, sondern Stück für Stück. Über Logs, Gespräche und kleine Details setzt sich langsam ein Gesamtbild zusammen. Und genau das macht den Reiz aus. Nach jedem Run hatte ich das Gefühl, ein bisschen mehr zu verstehen, nur um dann kurz darauf direkt wieder neue Fragen zu haben.

Arjun als Hauptfigur funktioniert dabei ziemlich gut. Seine persönliche Motivation wirkt zunächst vertraut, entwickelt aber schnell mehr Tiefe. Seine Geschichte verwebt sich immer stärker mit den Geheimnissen des Planeten, sodass man irgendwann nicht mehr trennen kann, was persönliches Drama ist – und was Teil eines viel größeren Problems.

Carcosa selbst ist dabei fast schon eine eigene Figur. Die Welt wirkt fremd, manchmal sogar „falsch“. Architektur, die nicht ganz logisch erscheint, Strukturen, die wirken, als hätte jemand versucht, etwas Menschliches nachzubilden und dabei etwas Entscheidendes übersehen. „Saros“ ist kein klassisches Horrorspiel, aber die Atmosphäre erzeugt eine permanente Unruhe, die einen durch das ganze Spiel begleitet. Und genau diese Mischung aus Neugier und unterschwelliger Bedrohung sorgt dafür, dass man immer weiterspielen will.

Atmosphäre & Technik: PS5-Showcase auf höchstem Niveau

Audiovisuell ist „Saros“ ein absolutes Brett, aber das war auch nicht anders zu erwarten. Das Spiel gehört ohne Zweifel zu den beeindruckendsten Titeln der aktuellen PS5-Generation. Die Welt wirkt detailreich, lebendig und gleichzeitig bedrohlich. Besonders auf der PS5 Pro entfaltet das Spiel seine volle Wirkung und zeigt, was technisch aktuell möglich ist, wenn bei 4K-Auflösung und 60 Bildern pro Sekunde der Bullet Hell-Wahnsinn mit unzähligen Projektillen in unterschiedlichen Farben den Bildschirm aufleuchten lassen.

Ein echtes Highlight ist wieder der DualSense-Controller. Das haptische Feedback ist außergewöhnlich gut umgesetzt. Man spürt nicht nur Schüsse oder Explosionen, sondern selbst feine Details wie Energie oder Laser in der Nähe. Das geht so weit, dass man manchmal intuitiv reagiert, bevor man visuell überhaupt alles erfasst hat. Diese Kombination aus Bild, Sound und haptischem Feedback sorgt für eine Immersion, die man so nur selten erlebt.

Ist „Saros“ schwer? Das müssen Einsteiger wissen

Auf den ersten Blick wirkt „Saros“ genauso kompromisslos wie „Returnal“. Auch hier sterbt ihr häufig, startet neue Runs und müsst euch immer wieder auf wechselnde Situationen einstellen. Der entscheidende Unterschied liegt jedoch im Fortschrittssystem.

Während sich bei „Returnal“ Niederlagen oft wie ein kompletter Neustart anfühlten, setzt „Saros“ deutlich stärker auf permanente Verbesserungen. Neue Fähigkeiten, Upgrades und freigeschaltete Bereiche bleiben erhalten und sorgen dafür, dass praktisch jeder Durchlauf einen spürbaren Fortschritt bringt.

Dadurch entsteht ein wesentlich motivierenderes Spielgefühl. Statt Angst vor dem nächsten Scheitern zu haben, probiert man neue Strategien aus, experimentiert mit Ausrüstung und wagt sich so deutlich motivierter an den nächsten Run.

Fazit: Der nächste große PS5-Meilenstein

„Saros“ ist kein einfacher Nachfolger, sondern eine konsequente Weiterentwicklung. Zugänglicher, flexibler und gleichzeitig spielerisch noch stärker.

Das Gameplay gehört zum Besten, was ein Studio auf der PlayStation 5 in den vergangenen Jahren rausgebracht hat. Die Präsentation ist beeindruckend und die Struktur sorgt endlich dafür, dass man motiviert bleibt, statt frustriert den DualSense zur Seite zu legen.

Wer „Returnal“ geliebt hat, wird sich dem Roguelike-Sog von „Saros“ nur schwer entziehen können. Und wer damals gescheitert ist, bekommt hier die perfekte zweite Chance.

Nein, es handelt sich nicht um einen direkten Story-Nachfolger. Spielerisch und konzeptionell gilt „Saros“ jedoch als geistiger Nachfolger von „Returnal“.

Ja. Durch permanente Fortschritte und eine flexiblere Struktur ist „Saros“ deutlich einsteigerfreundlicher als „Returnal“. Das Spiel bleibt allerdings trotzdem knackig.

Das Spiel bleibt anspruchsvoll und fordert schnelle Reaktionen. Allerdings sorgt die neue Progression dafür, dass Niederlagen weniger frustrierend wirken.

Ja, „Saros“ erscheint exklusiv für die PlayStation 5 und nutzt die Hardware der Konsole intensiv aus.

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