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Kino

Rowan Atkinson: „Ich kann Mr. Bean und Johnny English nicht leiden“

„Mr. Bean“-Legende Rowan Atkinson sprach mit „TV Movie Online“ über „Johnny English - Man lebt nur dreimal“. Deshalb ist Johnny English in seinen Augen ein schlechter Mensch.

Rowan Atkinson als Mr. Bean
Rowan Atkinson: „Ich kann Mr. Bean und Johnny English nicht leiden“. Foto: Lisa Maree Williams/Getty Images

Rowan Atkinson (63) ist ein gefeierter Komiker. Das verdankt er unter anderem seiner Rolle als Mr. Bean, dem er zwischen 1990 und 2016 immer wieder sein Gesicht oder seine Stimme lieh.

Seit 2003 ist Atkinson in einer ganz ähnlichen Rolle zu sehen – bald bereits zum dritten Mal: der des Chaos-Spions Johnny English. Dabei kann der Brite die beiden überhaupt nicht ausstehen.

„TV Movie Online“-Redakteurin Anna Peters traf Rowan Atkinson in Hamburg zum Interview. Schnell wurde klar: Privat ist der Komiker ganz anders als die Zuschauer*innen ihn aus Film und Fernsehen kennen. Atkinson ist ein bodenständiger Typ, tritt ruhig und besonnen auf und lacht verhalten.

Das Gespräch beginnt direkt mit einer Überraschung: „Ich mag Mr. Bean als Mensch nicht. Bei Johnny English ist es ähnlich“, gesteht Atkinson. Ersteres ist kaum verwunderlich. Mr. Bean ist zweifelsohne unterhaltsam, doch ein guter Mensch ist der kindische Sonderling beim besten Willen nicht. Aber wieso bringt Atkinson seiner aktuellen Rolle genauso wenig Sympathie entgegen? Immerhin ist Johnny English quasi(!) ein gefeierter Held, der seine besonderen Fähigkeiten stets zum Wohle Großbrittaniens einsetzt. Weit gefehlt, so Atkinson: „Johnny English und Mr. Bean haben gemeinsam, dass sie für sich selbst jeweils die Nummer Eins sind.“

Beim Dreh zu „Johnny English – Man lebt nur dreimal” sei ihm noch einmal bewusst geworden, was für ein Egoist English wirklich ist: „In einer Szene des Films unterhält er sich mit seinem Gehilfen Bough über dessen Privatleben und hört eigentlich gar nicht richtig zu. Für mich war das ein Schlüsselmoment; er ist so egoistisch und an seinen Mitmenschen nicht im Geringsten interessiert. Er interessiert sich nur für sich selbst. Er will die Autos, die Frauen, die Anzüge und in Süd-Frankreich eine gute Zeit haben. Der Rest ist ihm egal.“

Rowan Atkinson im Interview: „Meine Arbeit macht mir keinen Spaß“

Hinzu komme, dass Englishs Ehrgeiz wesentlich größer sei als sein Können. Oh weh! Bleibt nur zu hoffen, dass ihm seine Arbeit trotzdem Spaß macht. „Nicht wirklich“, gesteht Atkinson. „Ich empfinde den Prozess des Filmemachens als problematisch. Für mich ist es stressig und ich genieße es ehrlich gesagt nicht. Vor der Kamera zu stehen, ruft bei mir Sorgen hervor. Ich habe immer das Gefühl, ich könnte besser sein.“

Die harte Arbeit und die Zweifel zahlen sich jedoch aus, denn wenn Atkinson das fertige Ergebnis sieht, kann er sich darüber freuen und es genießen. „Wir haben ‚Johnny English 3‘ Anfang April fertig gestellt. Beim letzten Sichten ist mir dann doch das ein oder andere Lächeln übers Gesicht gehuscht. Davor war ich kalt und analytisch. Erst wenn ich sehe, dass der Film funktioniert, kann ich mich entspannen. Manchmal kann ich erst Jahre später über einen Film lachen.“

Vielleicht ist der Hang zum Zweifeln auch etwas typisch Britisches? Denn genau das bezeichnet er als typisch englischen Spleen, der auch auf ihn zutrifft: „Ich lasse mich leicht verunsichern und mir sind Dinge schnell peinlich. Eigentlich bin ich eher schüchtern“.

„Johnny English – Man lebt nur dreimal“: Rowan Atkinson tanzt sexy wie kein Zweiter

Bei der heißen Tanzszene, die er als Johnny English in seinem neusten Film aufs Parkett legt, merkt man davon übrigens nichts. „Das war von mir. Ich habe mir einfach [Tanz-Moves] ausgedacht. Einen Choreographen hatten wir nicht.“ Wer den Film schaut, wird schnell merken, weshalb dieser Umstand so bemerkenswert ist. Chapeau, Mr. Atkinson!

Am 18. Oktober kommt „Johnny English: Man lebt nur dreimal“ in die deutschen Kinos. Dann können wir Rowan Atkinson dabei zuschauen, wie er dem unsympathischen Spion sein sympathisches Gesicht leiht.

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