Kino

„Rambo“-Erfinder schämt sich für „Rambo: Last Blood“

David Morrell ist wütend, dass sein Name mit „Rambo 5“ assoziiert wird. In einem Statement auf Twitter erklärte er, warum er den Film für ka­ta­s­t­ro­phal hält

"Rambo 5"/"Rambo: Last Blood" - Trauriger Abschied für Sylvester Stallone
"Rambo"-Erfinder David Morrell hält "Last Blood" für eine "Katastrophe". Bild: Universumfilm

„Rambo: Last Blood“ ist kein würdiger Abschied für John J. Rambo. Da sind sich Kritiker einig. Mit seinem uninspirierten Drehbuch, der holprigen Inszenierung, langweiligen Dialogen und fehlender Spannung dürfte der fünfte und vermutlich letzte Film der Reihe auch bei den Zuschauern für Enttäuschung sorgen.

Das sieht auch der kanadisch-amerikanische Autor David Morrell so, der 1972 mit seinem Debüt-Roman „First Blood“ einen Volltreffer landete – einer Story, die wir alle kennen, denn sie diente dem ersten „Rambo“-Film von 1982 als Vorlage. Während Regisseur Ted Kotcheff die Geschichte eines Vietnam-Veterans am Rande der Gesellschaft damals noch gekonnt umsetzte und einen erfolgreichen Kinohit daraus zauberte, sieht die Sache heute, rund 37 Jahre später, leider ganz anders aus.  

Spätestens mit „Rambo 5“ hat die Reihe ihre Wirkung eingebüßt. Statt John J. Rambo zum Abschied ein Denkmal zu setzten, entpuppt sich der Streifen gerade viel eher als Blamage.

 

"Rambo"-Erfinder David Morrell findet: "[Last Blood] ist eine Katastrophe"

„Ich stimme mit den ‘RAMBO: LAST BLOOD‘-Kritiken überein. Der Film ist eine Katastrophe. Es ist mir peinlich, dass mein Name damit assoziiert wird“, verkündete David Morrell nun auf Twitter und versetzte „Rambo 5“ damit den endgültigen Todesstoß.

Seine Kritik erklärt der 76-Jährige unter anderem damit, dass der Film die Figuren zu kryptischen Symbolen gemacht habe, da er einfach davon ausgehe, dass jeder Rambos Hintergrundgeschichte kenne. „Jeder unter 40 wird sich fragen, was überhaupt abgeht. Rambo könnte genauso gut John Smith heißen”, so Morrell weiter. Außerdem sei der Film voll von „unnötigem erklärenden Dialog“. Rambos Widersacher im fünften Film, die Mitglieder eines mexikanischer Menschenhändler-Ring, wirken auf Morrell wie „Klebezettel-Schurken“. Zurecht, denn sie werden in „Last Blood“ wirklich auf wenige, klischeehafte und übertrieben boshafte Charakteristika reduziert.

An seinem Roman habe er ganze drei Jahre geschrieben, bis heute befinde es sich im Druck, so der Autor stolz. Die Filmrecht habe er allerdings leider nicht inne.

Teile seiner Kritik scheinen sich auch an „Last Blood“-Regisseur Adrian Grunberg zu richten, denn während Morrell „Rambo 5“ für ein Desaster hält, denkt er über den Vorgänger ganz anders: „‘RAMBO 4‘ hatte überlange Actionszenen, aber der Director’s Cut [eine bearbeitete Version des Films, mit der der Regisseur seine persönliche künstlerische Intention umsetzt] hat exzellente Dialoge und versteht die Figuren. ‚Kriege. Alte Männer starten sie. Junge Männer kämfen sie. Keiner gewinnt’”.

Wir sind gespannt ob und wie Sylvester Stallone, Adrian Grunberg und Co. auf David Morrells Worte reagieren werden.

 


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