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„Pragmata“ im Test: So gut ist der Sci-Fi-Shooter von Capcom wirklich!

Capcom liefert mit Pragmata einen überraschenden Shooter-Spiel mit frischem Gameplay-Mix aus Action und Hacking – doch reicht das für ein echtes Highlight 2026?

Die Protagonisten von Pragmata sind in Nahaufnahme zu sehen
„Pragmata“ ist ein weiterer Überrachungshit von Capcom. Warum? Das lest ihr im Test! Foto: Capcom

Mit „Pragmata“ bringt Capcom einen Titel auf die aktuellen Konsolen und den PC, der sich bewusst von klassischen Genre-Formeln löst. Auf den ersten Blick wirkt das Spiel wie ein typischer Third-Person-Shooter im futuristischen Setting, doch schon nach kurzer Zeit zeigt sich, dass Capcom hier einen durchaus spannenden Genre-Hybrid in der Pipeline hat. „Pragmata“ setzt nicht auf bekannte Muster, sondern auf ein Gameplay-Konzept, das verschiedene Elemente kombiniert, sich aber trotzdem eigenständig anfühlt. Genau darin liegt auch die große Stärke des Spiels.

Gameplay: Zwei Systeme, die perfekt ineinandergreifen

Das Hacking in Pragmata
Das innovative Hacking begeistert in „Pragmata“ Foto: Capcom

Im Zentrum steht das Zusammenspiel zwischen Hugh, einem gestrandeten Raumfahrer, und der Androidin Diana. Was zunächst wie eine klassische „Buddy“-Konstellation wirkt, entpuppt sich schnell als Herzstück des Spiels. Während Hugh mit verschiedenen Waffen gegen feindliche Roboter kämpft, übernimmt Diana eine ebenso wichtige Rolle: Sie hackt Gegner in Echtzeit und macht sie überhaupt erst verwundbar.

Dieses Hacking läuft nicht im Hintergrund ab, sondern passiert parallel zum eigentlichen Kampfgeschehen. Über ein Raster-System werden Pfade freigeschaltet, Boni aktiviert und Schwachstellen offengelegt. Anfangs wirkt das ungewohnt, fast ein wenig hektisch, doch erstaunlich schnell stellt sich ein Gefühl für das Zusammenspiel ein. Sobald der Flow einsetzt, entsteht eine Dynamik, die man in dieser Form kaum aus anderen Shootern kennt.

Man wechselt permanent zwischen Zielen, Ausweichen und Hacken, ohne dass sich einer dieser Aspekte wie eine Unterbrechung anfühlt. Im Gegenteil: Gerade dieses gleichzeitige Agieren macht den Reiz aus und sorgt dafür, dass sich jeder Kampf intensiv und aktiv anfühlt.

Kampfsystem: Schnell, direkt und ständig in Bewegung

Das eigentliche Gunplay unterstützt dieses Gefühl perfekt. Die Waffen haben spürbaren Impact, reagieren direkt und vermitteln ein gutes Trefferfeedback. Gleichzeitig verzichtet „Pragmata“ bewusst auf klassische Komfortzonen. Statt sich auf ein festes Arsenal zu verlassen, ist man ständig gezwungen, sich neu anzupassen.

Die meisten Waffen werden nach dem Leeren durch andere ersetzt, neue Tools kommen ins Spiel, und jede Situation verlangt ein leicht anderes Vorgehen. Dadurch entsteht ein Kampfsystem, das nie wirklich stillsteht. Selbst in längeren Gefechten bleibt man gedanklich immer dabei, sucht nach der effizientesten Lösung und optimiert sein Vorgehen fast automatisch.

Gerade in intensiven Momenten zeigt sich, wie gut dieses System funktioniert. Wenn alles zusammenkommt – ein sauberer Hack, ein perfekt platzierter Schuss und ein rechtzeitiges Ausweichen – entsteht genau dieser „Flow-Zustand“, der moderne Actionspiele so selten erreichen.

Atmosphäre und Setting: Dichte Sci-Fi-Stimmung auf der Mondbasis

Die Mondbasis bei Pragmata
Die Mondbasis bildet in „Pragmata“ eine tolle Kulisse Foto: Capcom

Neben dem Gameplay überzeugt „Pragmata“ vor allem durch seine Atmosphäre. Die Handlung spielt auf einer verlassenen Mondstation, die gleichzeitig kühl und faszinierend wirkt. Sterile Räume, flackernde Hologramme und der Blick ins endlose All erzeugen eine Stimmung, die sich konstant durch das gesamte Spiel zieht.

Diese Umgebung erzählt oft mehr als die eigentliche Story. Man bewegt sich durch Orte, die Fragen aufwerfen, ohne sofort Antworten zu liefern. Genau das macht den Reiz aus und sorgt dafür, dass man immer weiter erkunden möchte.

Auch die Beziehung zwischen Hugh und Diana trägt viel zur Wirkung bei. Die Dynamik zwischen den beiden Figuren entwickelt sich spürbar, ohne dabei zu sehr in den Vordergrund gedrängt zu werden. Es sind oft die kleinen Momente, die hier hängen bleiben.

Story und Umfang: Kompakt, aber nicht ausgeschöpft

Die Geschichte selbst bleibt eher zurückhaltend. Sie funktioniert, liefert einen klaren Rahmen für das Geschehen, verzichtet aber auf große Wendungen oder besonders überraschende Entwicklungen. Das ist kein großer Kritikpunkt, sorgt aber dafür, dass das erzählerische Potenzial nicht vollständig genutzt wird.

Ähnlich verhält es sich mit dem Umfang. Die Kampagne ist in unter zehn Stunden abgeschlossen, was zunächst kurz wirkt, sich im Spielfluss aber selten negativ bemerkbar macht. „Pragmata“ wirkt eher wie ein bewusst kompaktes Erlebnis als ein künstlich gestrecktes Abenteuer. Gerade weil das Gameplay so gut funktioniert, bleibt am Ende eher der Wunsch nach mehr.

Schwächen: Zu wenig Abwechslung auf Dauer

Trotz der starken Grundidee zeigt das Spiel auch Schwächen. Vor allem die Gegnervielfalt bleibt überschaubar, was sich im späteren Verlauf bemerkbar macht. Generell ist das Gameplay komplex genug, damit es für die überschaubare Spielzeit von knapp 10 Stunden frisch bleibt, aber trotzdem setzt am Ende ein leichter Wiederholungseffekt ein. Die Spielmechanik trägt zwar weiterhin, aber es fehlen die großen Überraschungen, die das Erlebnis dauerhaft frisch halten.

PC-Version: Starke Optik, aber hohe Hardware-Anforderungen

Video Platzhalter
Video: Capcom

Auch technisch macht „Pragmata“ Eindruck – vor allem auf dem PC. Capcom nutzt hier eine weiterentwickelte Engine, die bereits bei „Resident Evil: Requiem“ zum Einsatz kam, setzt aber deutlich stärker auf moderne Beleuchtungstechnologien. Besonders das optionale Raytracing und vor allem das sogenannte Pathtracing heben die Optik auf ein sehr hohes Niveau.

Gerade in den sterilen, metallischen Umgebungen der Raumstation kommt diese Technik voll zur Geltung. Reflexionen wirken präziser, Lichtquellen deutlich realistischer und die gesamte Spielwelt gewinnt sichtbar an Tiefe. Im direkten Vergleich fällt auf, wie deutlich sich die Grafik zwischen klassischem Rendering, Raytracing und Pathtracing verändert. Während die Standarddarstellung stellenweise etwas unsauber wirkt, sorgt Raytracing bereits für stabilere und glaubwürdigere Effekte. Erst mit aktiviertem Pathtracing entfaltet „Pragmata“ jedoch sein volles visuelles Potenzial.

Allerdings hat diese Qualität ihren Preis. Die Performance bricht bei maximalen Einstellungen spürbar ein, selbst auf sehr leistungsstarker Hardware. In 4K-Auflösung kann die Bildrate mit aktiviertem Pathtracing um rund 60 Prozent im Vergleich zu Raytracing sinken. Ohne Upscaling-Technologien wie DLSS oder Frame Generation ist das Spiel in höchsten Einstellungen kaum flüssig spielbar.

Wer bereit ist, die Grafikoptionen anzupassen, bekommt dennoch ein sehr gut optimiertes Spiel. Schon mit aktiviertem Raytracing lässt sich eine überzeugende Optik erzielen, ohne dass die Performance komplett einbricht. „Pragmata“ ist damit ein typischer Vertreter der neuen Grafikgeneration: beeindruckend anzusehen, aber anspruchsvoll für die Hardware.

Fazit: Eigenständig, mutig und überraschend fesselnd

„Pragmata“ ist kein Spiel, das versucht, jedem zu gefallen. Stattdessen setzt Capcom auf eine klare Idee – und zieht diese konsequent durch. Der Mix aus Shooter und Hacking sorgt für ein Gameplay, das sich spürbar von der Masse abhebt und lange im Gedächtnis bleibt.

Auch wenn Story und Umfang nicht vollständig überzeugen und es an manchen Stellen an Abwechslung fehlt, überwiegt am Ende der positive Eindruck. „Pragmata“ ist ein Titel, der zeigt, wie viel Potenzial noch in etablierten Genres steckt, wenn man bereit ist, neue Wege zu gehen.