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"Outriders" im Test: Unsere finalen Eindrücke zum Looter-Shooter!

Seit seinem Release hat der brandneue Loot-Shooter "Outriders" extrem polarisiert: Warum ihr dem Spiel definitiv eine Chance geben solltet, verraten wir im Test!

Outriders Game
"Outriders" im Test: So gut gefällt uns der viel diskutierte Loot-Shooter wirklich! Foto: Sqaure Enix
Inhalt
  1. Outriders: Sci-Fi-Story im charmanten B-Movie-Format
  2. Outriders: Kampfsystem und Klassen
  3. Outriders: Tut der Loot wirklich gut?
  4. "Outriders": Die Technik im Check
  5. Outriders - Unser Testfazit

Zugegeben hätte "Outriders" wohl keinen unglücklicheren Start hinlegen können: Am 01. April 2021 erschien der Loot-Shooter von People Can Fly zeitgleich auf PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S, PC und Google Stadia und parallel dazu auch Day-1 im Xbox Game Pass. Wer sich für das lange Oster-Wochenende neben der obligatorischen Eier-Suche auch auf brachiale Monster-Schnetzelei eingestellt hatte, musste zumindest auf Letzteres weitgehend verzichten: Besonders in den Abendstunden deutscher Zeit waren die Server über mehrere Stunden nicht erreichbar, was auch unsere geplanten Test-Sessions zu "Outriders" extrem erschwerte. Hier liegt schon einer der größten und schwerwiegendsten Versäumnisse des Loot-Shooters: Obwohl sich die Kampagne von "Outriders" auch ohne Problem im Singleplayer durchzocken lässt, erfordert das Spiel eine ständige Internet- und Serververbindung. Das ist im Jahr 2021 einfach ein absolutes No-Go. Man kann die frustrierten Wertungen auf Steam & Co. definitiv nachvollziehen: Wer Vollpreis für das Spiel hingelegt hat und dann am langen freien Wochenende statt auf brachiale Action auf drehende Login-Balken schauen musste, darf sich völlig zurecht über diesen miserablen Start aufregen.

Hier findest du Outriders für PC | PS4 | Xbox One

Und noch immer ist "Outriders" alles andere als perfekt: Zwar sind die Login-Probleme weitgehend passé, doch die Crossplay-Funktion wurde von den Entwicklern bisher noch nicht reaktiviert und einzelne Abstürze sowie Bugs & Freezes und Balancing-Probleme sind leider immer noch nicht verschwunden. Allerdings, und das muss man "People Can Fly" definitiv zugutehalten, ist das Studio über dem Twitter- und Reddit-Account im ständigen Austausch mit der Community und versucht tatsächlich alle Probleme so schnell es geht in den Griff zu bekommen: Ein erster großer Patch, der auch u.a. auch Crossplay zurückbringt, soll kommende Woche erscheinen. Was Transparenz angeht, ist "Outriders" ein absolut vorbildliches Beispiel (im Gegensatz zu einem anderen Sci-Fi-Rollenspiel). Schade nur, dass der Start des Loot-Shooters so verhunzt wurde. Doch zurück zum Wesentlichen: Um was geht es bei "Outriders" überhaupt?

 

Outriders: Sci-Fi-Story im charmanten B-Movie-Format

Outriders: Bald neue Infos zum Lootshooter für PS5 und Xbox Series X
Ist Enoch wirklich das Paradies für die Menschheit?       Bild: Square Enix

Im Westen nichts Neues: In "Outriders" hat es die Menschheit endgültig geschafft die Erde zu zerstören. Als große Hoffnung gilt der Planet Enoch, der sich ersten Analysen zufolge als der perfekte Erd-Ersatz präsentiert. Doch unter der schicken Oberfläche wütet eine gewaltige Anomalie, die (fast) alles zerstört, was ihr in den Weg kommt – auch einen guten Teil der Menschheit, die auf Enoch eigentlich das Paradies finden wollten. Doch nicht alle Menschen reißt die Anomalie in den Abgrund: Einige "Auserwählte" erhalten durch den Kontakt übermenschliche Fähigkeiten, darunter auch unsere Hauptfigur, die sich nach 30 Jahren im Cryo-Schlaf nicht nur mit der brutalen Anomalie konfrontiert sieht, sondern auch mit einer Menschheit, die sich zersplittert und verzweifelt zeigt und dabei ihr abscheulichstes Gesicht offenbart.

Im Gegensatz zu vielen weiteren Vertretern im Loot-Shooter-Genre wie bspw. dem vielfach gefeierten "The Division 2" versucht "Outriders" immerhin eine packende Geschichte zu erzählen mit vielen Zwischensequenzen, zahlreichen Nebenfiguren und Nebenschauplätzen. Das Endergebnis ist allerdings etwas durchwachsen und hängt ganz davon ab, auf was ihr wirklich Wert legt: Mir persönlich hat der fast schon etwas trashige B-Movie-Stil des Stils inkl. pseudo-cooler One-Liner, völlig überzogener Gewaltspitzen und zumindest einiger spannender Nebenstorylines, die die Vorgeschichte von Enoch und ihrer Bewohner*innen auskundschaften, tatsächlich gut gefallen und das Spiel wirklich sympathisch gemacht. Aber ein Faible für trashige Sci-Fi-Kost sollte man im besten Fall schon mitbringen.

 

Outriders: Kampfsystem und Klassen

Outriders Square Enix
Outriders  Square Enix

Unter der Haube schlummert tatsächlich aber ein richtig guter Loot-Shooter, der vor allem die Kernkomptenzen im Gegensatz zu vielen Genre-Vertretern einfach sehr gut hinbekommt. Zu Beginn des Spiels habt ihr die Wahl aus vier verschiedenen Klassen, nämlich Pyromant, Assassine, Verwüster und Technomant. Die Klassenfunktion beeinflusst nicht nur eure Spezialfähigkeiten, sondern durch unterschiedliche Heilungsfunktionen auch maßgeblich, wie sich "Outriders" sowohl im Singleplayer als auch im Koop-Modus spielt. Denn trotz der zahlreichen Deckungsmöglichkeiten in den meist schlauchigen Schauplätzen ist "Outriders" kein klassicher Deckungsshooter á la "Gears of War" oder "The Division": Ihr werdet meist gezwungen voll in die Offensive zu gehen, da eure Heilungsfunktionen oft nur im Verbund mit euren Spezialfähigkeiten und dem Verwunden bzw. Töten von Gegnern zusammenhängen. Tatsächlich sind nicht nur die Spezialfähigkeiten ein absolutes Highlight, wie bspw. der coole Slow-Motion-Effekt beim Assassinen, sondern auch die unterschiedlichen taktischen Vorgehensweisen, die sich vor allem im Koop-Modus und im Zusammenspiel der einzelnen Klassen ergeben.

Wenn der Assassine bspw. die Zeit verlangsamt in einer Blase, der Technomant mit seinen Distanzattacken per Snipergewehr die verlangsamten Gegner in Beschuss nimmt und der Pyromane sie mit seiner Flammenwand endgültig "verheizt" sorgt das schon für einige großartige und befriedigende Momente auf dem Schlachtfeld. Generell spielt sich "Outriders" im Koop-Modus mit bis zu zwei weiteren Spieler*innen deutlich spaßiger, mitreißender und auch nochmal etwas leichter, da gerade bei den Bosskämpfen bzw. bei viel Action es einfach deutlich angenehmer ist, wenn der Fokus nicht nur auf einer einzigen Figur liegt. Zudem können sich Spieler*innen im Koop-Modus auch mindestens einmal selbst wiederbeleben, was sehr praktisch erscheint. Trotzdem ist "Outriders" auch im Singleplayer-Modus gut spielbar, was nicht nur an der relativ guten Schwierigkeitskurve liegt, sondern auch an den World Tiers, die sozusagen den „Level“ eurer Widersacher bestimmen und sich konstant bis Level 15 erhöhen. Alleine wird es vor allem auf den höheren World Tier-Stufen schon verdammt schwer, doch ihr könnt jederzeit den Schwierigkeitsgrad nach eurem Belieben anpassen.

 

Outriders: Tut der Loot wirklich gut?

Was "Outriders" außerdem sehr gut hinbekommt, ist es den Loot- sowie Build-Aspekt der einzelnen Klassen wirklich gut hinzubekommen. Während viele Loot-Shooter erst im Endgame überhaupt relevante Builds zulassen, erhaltet ihr bei "Outriders" schon sehr früh starke Modifikationen, wie bspw. die Möglichkeit eine eurer Haupt-Spezialfähigkeiten mehr als einmal vor dem Cooldown zu nutzen, die euch eben die Qual der Wahl lassen, wie ihr eure Figur ausrichten wollt. Das wird im Verlauf der Kampagne und dann auch im Endgame, in dem ihr ich auf Expeditionen begebt, immer wichtiger – gerade auch im Hinsicht auf die Abstimmung mit den anderen Figuren in eurem Koop-Team. All diese Aspekte machen die Kämpfe oft sehr chaotisch, aber auch sehr abwechslungsreich und letztendlich auch wirklich spaßig.

Schade nur, dass die Schauplätze des Spiels sehr generisch und schlauchig ausfallen. Nicht unbedingt die einzelnen Gebiete und Städte, die ihr während eurer „Reise“ besucht und in denen ihr Quests sammelt, sondern vor allem die Kampfabschnitte und die furchtbar integrierten Deckungsmöglichkeiten, die einfach nach dem Baukastenprinzip in die Landschaft gesetzt wurden. Generell wäre es einfach wünschenswert gewesen, wenn sich "Outriders" mit seinem sehr gelungenen Kampf- und Skillsystem gerade in puncto Schauplätzen deutlich organischer gezeigt hätte wie bspw. "Destiny". Immerhin bessert sich der Eindruck zum Ende des Spiels deutlich, wenn sich "Outriders" auch in puncto Leveldesign etwas öffnet.

 

"Outriders": Die Technik im Check

Outriders im TEst
Die Technik von "Outriders" überzeugt zum Großteil         Square Enix

Über die Verbindungsprobleme hatten wir bereits ausgiebig gesprochen. Insgesamt zweimal ist uns "Outriders" beim Testen der PC-Fassung komplett abgeschmiert und mehrmals hatten wir beim Laden eines Spielstands den berüchtigten HUD-Bug (Fehlen des gesamten HUDs), der allerdings mit dem kommenden Patch gefixt werden soll. Ansonsten präsentiert sich das Spiel technisch durchaus solide bis gut und überzeugt mit einer überzeugenden Grafik mit teilweise großer Weitsicht und solider Performance: Trotz vermeintlich hoher Systemanforderungen lässt sich das Spiel auch auf unserem Zweitrechner mit einer Geforce GTX 1080  mit kleineren Tweaks konstant mit über 60 Bildern pro Sekunde im Full HD-Modus spielen. In einigen Bereichen der Maps sowie in den Hubs, in denen sehr viel los ist, kann die Framerate hin und wieder aber natürlich auch niedriger ausfallen.

Wer in seinem PC eine neuere RTX 20er- und 30er-Grafikkarte eingebaut hat, kann natürlich auch den DLSS (Deep Learning Super Sampling) zu Hilfe nehmen. Besonders mit 4K-Auflösung erreichen wir mit DLSS in der höchsten Qualitätsstufe ca. 26 % an Leistungsschub und können uns Performance-Modus sogar über einen Leistungsschub von über 55 % freuen, aber mit kleineren Einbußen in puncto Bildqualität. Bei WQHD und Full HD fällt der Performance-Gewinn etwas kleiner aus, da hier irgendwann die CPU den Bottleneck bildet. 

Folgende Benchmark-Ergebnisse erreichten wir mit WQHD- und 4K-Auflösung und mit verschiedenen DLSS-Einstellungen in der Prolog-Mission mit unserem Testrechner mit einem Ryzen 5600x, einer Geforce RTX 3090, 16 GB Ram (DDR4-3600 MHz) sowie einer schnellen NVME-Festplatte :

Outriders – 1440p, Ultra, ohne DLSS: 114 FPS
Outriders – 1440p, Ultra, DLSS Quality: 132 FPS
Outriders – 1440p, Ultra, DLSS Performance: 155 FPS

Outriders – 4K, Ultra, ohne DLSS: 69 FPS
Outriders – 4K, Ultra, DLSS Quality: 87 FPS
Outriders – 4K, Ultra, DLSS Performance: 107 FPS

 

Outriders - Unser Testfazit

Der zugegeben total verkorkste Start von "Outriders" ist ärgerlich, weil das Spiel überraschend viel Qualität besitzt: "People Can Fly" punkten vor allem in den Hauptdisziplinen eines Loot-Shooters mit coolen Klassen und Charakter-Builds, brachialer Action, spaßiger Koop-Action und einem großartigen Loot-System. Wenn "Outriders" die richtigen Hebel drückt, dann gehört das Spiel zu den mitreißendsten Koop-Erfahrungen, die wir in letzter Zeit hatten. Doch auch neben den technischen Problemen hat das Spiel noch sehr viel Luft nach oben: Gerade die schlauchigen und uninspirierten Schauplätze sind richtig enttäuschend. Dass das Spiel in viele kleine schlauchige Abschnitte unterteilt ist, zerstört gerade im Spielverlauf immer wieder die Atmosphäre. Und die Story sowie die Figuren dürften extrem polarisieren: Das Spiel balanciert zwischen Fremdscham und gelungenem B-Movie-Charme und dürfte definitiv nicht jeden ansprechen. Ist "Outriders" also sein Geld wert? Xbox Game Pass-Abonennt*innen sollten definitiv einen Blick ins Spiel werfen. Alle anderen sollten vielleicht noch einen Moment warten bis die gröbsten technischen Probleme überwunden sind bzw. die ausführliche Demo-Testspielen, um sich einen guten Eindruck vom Spielprinzip zu machen. Wir hatten mit "Outriders" allerdings definitiv unseren Spaß und werden noch die eine oder andere Stunde auf Enoch im Endgame verbringen.

Test: David Rams

"Outriders" ist auf (fast) allen wichtigen Plattformen wie der PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X|S und dem PC seit dem 01. April 2021 verfügbar. Einen Gameplay-Trailer seht ihr hier:

 


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