Netflix in der Kritik: Aus diesem Grund verlieren zahlreiche Stars ihre bekannten Synchronstimmen
Mehrere internationale Schauspieler:innen werden auf Netflix künftig mit ungewohnten Stimmen zu hören sein. Grund dafür ist eine fragwürdige Vertragsklausel.

Wer Netflix-Filme und -Serien auf Deutsch schaut, könnte sich bald wundern: Mehrere Hollywood-Stars werden künftig mit ungewohnten Stimmen zu hören sein. Schuld daran ist eine umstrittene Klausel in neuen Netflix-Verträgen, die den Einsatz von Synchronstimmen für das Training Künstlicher Intelligenz ermöglichen soll – und das auch noch ohne entsprechende Vergütung.
Mehrere bekannte Sprecher:innen weigern sich nun, diese Vertragsbedingungen zu unterzeichnen und müssen folglich ersetzt werden.
„Wenn ich das unterschreibe, unterschreibe ich meine künstlerische Enteignung“
Die Auswirkungen könnte das Netflix-Publikum schon sehr bald bemerken. So wird Jennifer Lopez in der aktuellen Produktion „Office Romance“ nicht mehr von ihrer langjährigen deutschen Stimme Natascha Geisler gesprochen – sie lehnt die Vertragsbedingungen ab.
Matti Klemm, der Sprecher von Jason Momoa, findet klare Worte zu der Debatte: „All mein Können, all meine Fertigkeiten, die ich mir in den letzten Jahrzehnten erarbeitet habe, soll ich auf einmal herschenken“, kritisiert er. Für ihn steht fest: „Wenn ich das unterschreibe, unterschreibe ich meine künstlerische Enteignung.“
Ebenso kritisch äußert sich Martin Umbach bei Instagram, der George Clooney und Russell Crowe spricht: „Schauspiel entsteht für mich aus Lebenserfahrung, Intuition, Empfindsamkeit, Empathie, Widersprüchen, Verletzlichkeit. Also etwas zutiefst Menschlichem“, weswegen er seine künstlerische Arbeit nicht „als Trainingsmaterial zur Verfügung stellen“ wolle.
„Ich möchte nicht Teil meiner eigenen Abschaffung sein.“
Auch Anne Vielhaben zieht ihre Konsequenzen. Die Sprecherin der „Winx Club“-Figur Tecna gibt ihre Rolle nach mehr als 20 Jahren auf. Die Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen. „Ich verzichte hier auf ein Projekt, das ich seit über 20 Jahren liebe – und auf wichtige Einnahmen“, erklärt sie auf ihrer Instagram-Seite. Dennoch wolle sie ein Zeichen setzen: „Ich möchte nicht Teil meiner eigenen Abschaffung sein.“






