Nach Kritik an Dunja Hayali: ZDF reagiert deutlich
Nach der heftigen Kritik an einer Bahn-Doku mit Dunja Hayali meldet sich das ZDF nun selbst zu Wort.

Die Diskussion um Dunja Hayalis Bahn-Dokumentation geht in die nächste Runde. Nachdem die Deutsche Bahn dem Film schwere Vorwürfe gemacht hatte, reagiert nun das ZDF mit einem offiziellen Statement. Der Sender verteidigt die Recherche deutlich – räumt aber zugleich zwei Korrekturen in der Streaming-Fassung ein.
Deutsche Bahn ging nach der Ausstrahlung auf Konfrontationskurs
Auslöser der Debatte ist die Dokumentation „Am Puls mit Dunja Hayali – Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?“. Darin beschäftigt sich die Moderatorin mit Problemen rund um das deutsche Schienennetz, Verspätungen, veraltete Technik und die Folgen für Reisende und Beschäftigte. Das Urteil am Ende fiel vernichtend aus – „Viel schlechter kann es ja auch nicht mehr werden.“, resümiert Dunja Hayali.
Der Deutschen Bahn gefiel die Darstellung jedoch überhaupt nicht. Der Konzern warf den Machern vor, ein verzerrtes Bild zu zeichnen und wichtige Entwicklungen auszublenden. In einer Stellungnahme kritisierte die Bahn, die Reportage konzentriere sich fast ausschließlich auf Missstände und vermittle den Zuschauer:innen dadurch ein falsches Gesamtbild.
ZDF verteidigt die Arbeit von Dunja Hayali
Nun hat sich das ZDF in einem ausführlichen Statement hinter die Dokumentation gestellt. Der Sender betont, der Film sei journalistisch sorgfältig recherchiert worden und berücksichtige unterschiedliche Perspektiven. Besonders verweist das ZDF darauf, dass zahlreiche Mitarbeitende der Deutschen Bahn zu Wort kommen.
Auch Bahn-Vorständin Evelyn Palla habe ausreichend Gelegenheit erhalten, ihre Sicht auf die Themen darzustellen. Deshalb weist der Sender die grundlegende Kritik des Konzerns ausdrücklich zurück. In dem Statement heißt es, die Dokumentation beleuchte strukturelle Probleme bei der Deutschen Bahn und deren Auswirkungen auf Reisende sowie Beschäftigte. Inhaltliche Mängel sieht das ZDF in der aktuell verfügbaren Fassung nicht.
Zwei Angaben wurden nachträglich angepasst
Ganz ohne Änderungen blieb die Dokumentation allerdings nicht. Im Zuge der Diskussion wurden zwei Stellen in der Streaming-Version überarbeitet. Zum einen ging es um die Zahl digitaler Stellwerke der Deutschen Bahn. In einer ursprünglichen Grafik war von null Anlagen die Rede. Nach Angaben des ZDF betreibt die Bahn tatsächlich drei vollständig digitale Stellwerke. Diese Zahl wurde inzwischen korrigiert.
Darüber hinaus passte der Sender eine Grafik zur Pünktlichkeit belgischer Züge an. Dort wurde die Bezeichnung „Fernverkehr“ durch „Personenverkehr“ ersetzt. Hintergrund: Die verwendeten Daten bezogen sich auf das gesamte belgische Bahnnetz und nicht ausschließlich auf Fernzüge.
Dunja Hayalis Bahn-Doku bleibt weiter abrufbar
Trotz der vorgenommenen Änderungen hält das ZDF an den Kernaussagen der Dokumentation fest. Nach Ansicht des Senders zeigen die Korrekturen keine grundlegenden Probleme in der Recherche auf, sondern dienen der zusätzlichen Präzisierung einzelner Angaben. Auch Dunja Hayali selbst machte auf die Stellungnahme aufmerksam und teilte das offizielle ZDF-Statement in ihrer Instagram-Story.
Für Zuschauer:innen ändert sich dadurch vorerst nichts: Die Dokumentation bleibt weiterhin im Streaming-Angebot des ZDF verfügbar – samt der Debatte, die sie ausgelöst hat.






