Emotionales Statement

Nach Hasswelle und Morddrohungen: Dunja Hayali meldet sich mit bewegender Botschaft zurück

Nach einer beispiellosen Welle von Hass und Morddrohungen zog sich Dunja Hayali für zwei Wochen aus der Öffentlichkeit zurück. Nun ist die ZDF-Moderatorin zurück – mit einem eindringlichen Appell an die Gesellschaft.

Dunja Hayali beim deutschen Fernsehpreis
Die ZDF-Moderatorin kennt sich mit Hass im Netz aus – doch diesmal war es selbst für sie zu viel. Foto: IMAGO / Panama Pictures

Der Ursprung der jüngsten Anfeindungen liegt in Dunja Hayalis Moderation vom 11. September im „Heute Journal“. In der Sendung sprach sie über die Ermordung des US-Politikers Charlie Kirk und fand dabei deutliche Worte. „Wo soll das alles hinführen? Im Land der Meinungsfreiheit scheint es immer weniger möglich zu sein, andere Meinungen auszuhalten oder dagegenzuhalten, ohne dass es eskaliert“, sagte Hayali in ihrer Anmoderation. Später ergänzte sie, es sei nicht zu rechtfertigen, dass manche Gruppen Kirks Tod feierten, „auch nicht mit seinen oftmals abscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen“.

Ihre sachliche, aber klare Haltung wurde zur Zielscheibe. Rechte Accounts verbreiteten daraufhin aus dem Kontext gerissene Ausschnitte der Sendung. In der Folge prasselte eine Welle an Hasskommentaren auf Hayali nieder – viele davon mit drastischen Drohungen.

„Wir werden dich noch hängen sehen“ – eine beängstigende Hasskampagne

Nur drei Tage nach der Ausstrahlung zog Hayali Konsequenzen: Am 14. September kündigte sie auf Instagram eine Pause an. Das Video, mit dem sie ihre Auszeit bekannt gab, begann mit einem schlichten weißen Zettel: „Aus Gründen mal ein paar Tage Pause…“. Es folgten eingeblendete Hasskommentare wie „Wir werden dich noch hängen sehen“, „Diese Frau ist 1000-mal bösartiger und schlimmer als Joseph Goebbels“ und „Schauen Sie lieber ab jetzt öfter über Ihre Schulter.“

Auffällig: Die meisten der Verfasser schienen männlich zu sein. Anlass für die Drohungen war offenbar Hayalis Einschätzung Kirks als „radikalreligiösen Verschwörungsanhänger“. Dabei lässt sich die Einordnung kaum bestreiten – Charlie Kirk war bekannt für extreme und diskriminierende Positionen. Der Tagesspiegel zitierte ihn etwa mit der Aussage: „Schwarze Frauen haben nicht die Gehirnleistung, um ernst genommen zu werden.“

Rückkehr mit Haltung und einer Botschaft für die Demokratie

Nach zwei Wochen Funkstille meldete sich Dunja Hayali zunächst still zurück – ohne Worte zu den Angriffen. Erst vergangenes Wochenende sprach sie öffentlich wieder über die Geschehnisse: beim 50-jährigen Jubiläum der Stadtbibliothek Wiesloch. Unter dem Titel „Demokratie: Wie wollen wir zusammen leben?“ hielt sie einen Vortrag über Respekt, Dialog und den Wert des Zuhörens. Sie appellierte an das Publikum, dass zuhören, andere Meinungen aushalten und respektvoller Umgang sind essenzielle Fähigkeiten, um ein demokratisches Miteinander zu ermöglichen. Offen sprach Hayali auch über ihre persönlichen Erfahrungen: Als Frau mit Migrationshintergrund, queere Person und Journalistin mit Haltung sei sie Kritik gewohnt – doch die Intensität der jüngsten Angriffe habe eine neue Dimension erreicht. „Wir alle sind nicht gleich, aber eigentlich doch – ich sage bewusst eigentlich, denn wir haben doch die gleichen Rechte“, betonte sie.

„Danke dafür … Leben“ – Hayalis emotionaler Instagram-Post

Ganz vorbei sind die Anfeindungen offenbar noch nicht. Unter ihren jüngsten Instagram-Posts finden sich weiterhin hasserfüllte Kommentare. Dennoch zeigt sich Hayali entschlossen, Haltung zu bewahren und dankbar. In einem aktuellen Beitrag schrieb sie: „Danke dafür … Leben.“ Sie bedankte sich darin bei ihrem engen Freund und Kollegen Mitri Sirin und ergänzte, sie wünsche jedem Menschen so einen Freund – denn „solche Menschen helfen einem auch in den schwierigsten Momenten“.

Dunja Hayali steht seit Jahren für eine klare journalistische Haltung – und zahlt dafür immer wieder einen hohen Preis. Doch ihr jüngstes Statement zeigt: Sie lässt sich nicht einschüchtern. Statt Wut oder Rückzug wählt sie das, was sie am besten kann – den offenen Dialog. Ihr Appell ist klar: Demokratie lebt vom gegenseitigen Respekt. Und wer Hass sät, schwächt genau das Fundament, auf dem unsere Gesellschaft steht.

Quellen

  • Instagram / @dunjahayali

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