Nach dem „Fernsehgarten“-Skandal: Weitere Rassismus-Vorwürfe gegen das ZDF
Nachdem bereits Andrea Kiewel wegen Rassismus-Vorwürfen in starker Kritik steht, ist es nun „Volle Kanne“-Moderator Florian Weiss, der ebenfalls negativ auffällt …

Skandale rund um Fernsehsender gibt es immer wieder, aber meist sind es doch eher die privaten Sendeanstalten, denen der Ruf vorauseilt, solche zu verursachen. Zurzeit steht jedoch das ZDF im Fokus der Öffentlichkeit – ausgelöst durch einen Skandal im „Fernsehgarten“. Und nicht einmal zwei Tage später lässt sich bereits ein weiteres Beispiel für Alltagsrassismus im Zweiten Deutschen Fernsehen finden.
Was ist beim ZDF vorgefallen?
Um es kurz zusammenzufassen: Das ZDF steht in starker Kritik, weil „Fernsehgarten“-Moderatorin Andrea Kiewel in der Sendung vom 12. Juli im Rahmen eines Beitrags zur Marke „Pokémon“ eine rassistische Äußerung getätigt hat. So bezeichnete sie eine japanische Sammelkarte als chinesisch und kommentierte sie mit den Worten „Ching Chong Chang“.
Es folgte ein offensichtlicher Shitstorm in den sozialen Medien, der in einem ebenfalls kritisierten Statement des ZDF mündete. An diesem Statement wurde vor allem bemängelt, dass sich Kiewel nicht selbst entschuldigte und dass die Aussage als nicht rassistisch gemeint eingeordnet wurde. Viele kritisierten zu Recht, dass eine nicht rassistisch gemeinte Aussage dennoch rassistisch sein kann. Darüber hinaus wurde beanstandet, dass die „Entschuldigung“ des ZDF lediglich in den Kommentaren eines älteren Posts auftauchte und kein eigener einordnender Beitrag veröffentlicht wurde.
Die viel größere Überraschung – zumindest für manche – ist jedoch, dass dies augenscheinlich nicht der erste alltagsrassistische Vorfall im ZDF ist.
Rassistische Stereotype bei „Volle Kanne“
Montags bis freitags läuft im ZDF von kurz nach 9 Uhr bis 10.30 Uhr das Servicemagazin „Volle Kanne“. Dabei handelt es sich um eine weitere Live-Sendung des Senders, und augenscheinlich scheinen vor allem ZDF-Liveformate immer wieder für Probleme zu sorgen.
Nachdem bereits in der vergangenen Woche ein Auftritt der Sängerin Ikkimel im „Moma“ Fragen hinsichtlich der Zielgruppenansprache aufwarf und Andrea Kiewels Kommentar einige Tage später symbolisierte, welche Probleme Live-Sendungen mit sich bringen können, ereignete sich bereits im März ein Vorfall, der damals kaum Aufmerksamkeit erhielt.
In der „Volle Kanne“-Ausgabe vom 26. März dieses Jahres sprechen Anja Koenzen und Florian Weiss mit ihrem Gast Johannes Oerding über Aussaat. Im Rahmen von Koenzens Präsentation wird Oerding von Weiss eine Kostprobe gereicht, die dieser mit folgenden Worten kommentiert: „Du hast doch in Asien alles Mögliche gegessen, von dem du nicht wusstest: Ist es noch ein Haustier oder essen wir das gleich?“ Koenzen rundet diesen geschmacklosen „Witz“ mit der Aussage ab: „Das stimmt. Manchmal weiß man es nicht – gerade in China.“
Abgesehen von den Aussagen der beiden Moderierenden gibt es jedoch weitere Kritikpunkte. Erstens hat sich das ZDF nicht dazu entschlossen, die Episode nachträglich zu bearbeiten. Die Fassung mit den stereotypisierenden Aussagen blieb somit unverändert online. Auch eine einordnende Texttafel oder ein ähnlicher Hinweis findet sich nicht.
Zweitens kommen nun, da der Ausschnitt aus dieser Ausgabe erneut in den sozialen Medien kursiert, wieder Fragen auf, wie es sein kann, dass so etwas mit Rundfunkbeiträgen finanziert wird. Hier sei angemerkt, dass das ZDF zwar nur begrenzten Einfluss darauf hat, was in einer Live-Sendung spontan gesagt wird, im Nachhinein jedoch durchaus die Möglichkeit besitzt, solche Vorfälle einzuordnen oder dazu Stellung zu beziehen.
Ob man nun plant, aus solchen Fehlern Konsequenzen zu ziehen, wurde auf TVMovie-Anfrage im Zusammenhang mit der „Fernsehgarten“-Causa bislang nicht beantwortet. Das veröffentlichte Statement und die Art der Veröffentlichung lassen jedoch darauf schließen, dass man derzeit eher darauf hofft, dass der Shitstorm möglichst schnell wieder abebbt.









