Alltagsrassismus beim ZDF? Andrea Kiewels peinlicher Pokémon-Moment im Fernsehgarten
Man möge meinen, dass journalistische Sorgfalt vor allem bei den öffentlich-rechtlichen Medien hochgehalten wird – doch der ZDF-Fernsehgarten zeigt sich erneut von seiner schlechtesten Seite …

Das Sommerloch scheint nicht nur die privaten Medien und Sendeanstalten zu treffen, sondern auch öffentlich-rechtliche Sender wie das ZDF. Nachdem es bereits letzte Woche etliche Diskussionen über den mehr als skurrilen Auftritt von Musikerin Ikkimel im „Moma“ gab, ist es nun Andrea Kiewels Fernsehgarten, der für Aufsehen sorgt. So wird nämlich ein „Witz“ rund um die Kartenspiel- und Videospielmarke Pokémon zu einem regelrechten Eklat für das Zweite Deutsche Fernsehen.
ZDF-Fernsehgarten: Was hat Andrea Kiewel getan?
Eigentlich will man im Fernsehgarten nur das 30-jährige Jubiläum des Franchises Pokémon feiern und hat dafür zwei weibliche Fans eingeladen, die dem Publikum die Faszination hinter der Marke erklären sollen. Dafür hat man in der Sendung extra eine kleine Ecke aufgebaut, in der etliche Memorabilien rund um das Franchise stehen – von Sammelkarten bis hin zu Plüschtieren.
Doch während die beiden Gästinnen voller Leidenschaft über ihr langjähriges Hobby sprechen, merkt man, dass Andrea Kiewel eine Laiin ist, was diesen Themenkosmos angeht. Dennoch hält sie das nicht davon ab, Fragen zu stellen. „Was ist deine beste Karte? Welche würdest du niemals hergeben?“, so die Moderatorin. Stolz antwortet eine der Gästinnen, dass das für sie die Karte „Sabrina's Gengar“ sei, welche sie als Kind selbst gezogen habe.
Eine kurze Zeit wird weiter über die verschiedenen Karten, ihren Wert und ihre Bedeutungen gesprochen, doch eine der Karten sorgt für einen mehr als anstößigen Kommentar von Kiewel. Nachdem auf die „Pikachu World Collection“ verwiesen wird, in der sich insgesamt neun Karten des ikonischen Pokémon in verschiedenen Sprachen befinden, macht sich Andrea Kiewel die Mühe, für die jeweiligen Länder, die die Pikachus repräsentieren, jeweils ein Wort in der entsprechenden Sprache zu sagen. Während „Olá“ und „Ciao“ noch intuitiv fallen, sorgt eine japanische Karte für Kopfschütteln. Kiewel bezeichnet diese als „chinesisch“, obwohl oberhalb der Karte klar steht, dass es sich um eine japanische Karte handelt. Darüber hinaus lässt sie dann die Worte „Ching Chong Chaang“ fallen.
So reagiert das Internet auf Andrea Kiewels Aussage
Es war vor allem ein Post des Instagram-Nutzers mr.fujicards, der dafür sorgte, dass Andrea Kiewels Aussage im ZDF-Fernsehgarten große Aufmerksamkeit erhielt. Der Pokémon-begeisterte und von Kiewels Aussage betroffene Nutzer kritisiert unter anderem, dass er nicht glauben könne, dass Alltagsrassismus immer noch so tief in den Medien verankert sei. Auch Kiewels Auffassung, sie mache in dieser Hinsicht lediglich einen Witz, prangert er an. „Es ist kein Witz. Es ist die Reproduktion von rassistischen Stereotypen, die viele asiatische Menschen tagtäglich erleben, und so etwas dann im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sagen, ist ein absolutes No-Go.“
Das Reel von mr.fujicards hat mittlerweile (Stand: 13. Juli) über 1.400 Kommentare generiert, die überwiegend zustimmend und empört ausfallen. „Japanisch mit Chinesisch zu verwechseln und dann noch einen Witz zu machen, ist für viele vielleicht nur ein Gag. Für mich ist es stereotypischer Alltagsrassismus“, so ein Nutzer. Eine andere Person schreibt: „Und für so etwas Unangebrachtes muss ich GEZ zahlen. Ich bin empört @zdf.de.“
Das ZDF selbst hat sich zu dem gesamten Vorfall bislang nicht geäußert. Auf eine Anfrage unsererseits wurde bis dato ebenfalls nicht reagiert.









