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Spiel, Satz, Sieg?

„Mario Tennis Fever“ im Test: Lasst es im Multiplayer krachen, aber vergesst das Solo-Abenteuer!

Chaotischer Multiplayer, coole „Fever“-Schläger und ein riesiges Aufgebot – doch der Solo-Abenteuer-Modus wirkt erstaunlich lieblos, simpel und viel zu kurz.

Peach bei Mario Tennis Fever
Ob ihr zum Fever-Schläfer greifen sollt, verraten wir euch im Test! Foto: Nintendo

„Mario Tennis Fever“ verfolgt einen klaren Ansatz: Möglichst viele Spieler:innen sollen sofort Spaß haben. Das gelingt grundsätzlich auch auf Anhieb. Die Steuerung ist eingängig, die Ballwechsel sind übersichtlich und verzeihen Fehler deutlich mehr als noch in „Mario Tennis Aces“. Das Spieltempo ist etwas langsamer, die Courts wirken kompakter, wodurch auch Neulinge schnell lange Rallyes hinbekommen.

Das fühlt sich gut an – vor allem im Multiplayer. Gleichzeitig merkt man aber auch: Das Tennis ist bewusst vereinfacht worden. Wer auf tiefgehende Mechaniken, hohes Skill-Ceiling und taktische Feinheiten hofft, wird hier weniger gefordert als früher. „Fever“ will kein kompetitives Tennis sein, sondern ein Partyspiel mit Tennisschläger.

Die große Stärke: Fever-Schläger bringen Chaos – und Abwechslung

Das zentrale neue Feature sind die Fever-Rackets. Rund 30 verschiedene Schläger bringen jeweils eigene Spezialeffekte mit, die über einen aufgeladenen Fever-Shot aktiviert werden. Das reicht von offensiven Angriffen über Flächenkontrolle bis hin zu defensiven Buffs.

Genau hier entfaltet „Mario Tennis Fever“ seine größte Stärke: Jedes Match fühlt sich anders an. Man spielt nicht nur gegen den Gegner, sondern auch gegen dessen Schläger-Effekt – und manchmal sogar gegen den eigenen. Das sorgt für herrliche Chaos-Momente, besonders im Doppel, wenn mehrere Fähigkeiten gleichzeitig auf dem Court eskalieren.

Allerdings hat das System auch eine Kehrseite: Gerade in hitzigen Multiplayer-Partien fühlt sich ein Punktverlust nicht immer fair oder nachvollziehbar an. Wenn der Court gleichzeitig brennt, vereist ist und irgendwo noch Effekte auslaufen, verschwimmt die Grenze zwischen Können und Glück. Als Partyspiel ist das okay – als Tennis-Spiel manchmal frustrierend.

Multiplayer ist das Herz des Spiels

Ein Doppel-Match bei Mario Tennis Fever
Der Multiplayer-Modus von „Mario Tennis Fever“ Foto: Nintendo

Ob lokal auf der Couch oder online: Hier gehört „Mario Tennis Fever“ hin. Singles, Doubles, Ranked oder Casual – die Flexibilität stimmt. Online lief in meinen Sessions stabil, lokal sowieso. Besonders gelungen ist, dass sich Matches schnell aufsetzen lassen und auch kurze Spielrunden Spaß machen.

Der große Charakter-Kader mit 38 Figuren sorgt zusätzlich für Varianz. Jede Figur bringt andere Stärken mit, was zumindest auf dieser Ebene wieder taktische Entscheidungen zulässt. Trotzdem bleibt das Gefühl: Die Schläger sind wichtiger als die Charaktere – ein klarer Fokuswechsel gegenüber früheren Teilen.

Technik & Präsentation: Hübsch, aber ohne Wow-Effekt

Optisch macht „Mario Tennis Fever“ vieles richtig. Die Animationen sind flüssig, die Figuren detailreich, die Matches laufen meist stabil mit 60 fps. Trotzdem fühlt sich das Spiel nicht wie ein großer grafischer Sprung für die Switch 2 an. Es sieht gut aus, aber nicht spektakulär.

Soundeffekte und Trefferfeedback sind dagegen sehr gelungen. Jeder sauber platzierte Topspin oder Smash fühlt sich wuchtig an – ein Detail, das enorm zur Spielfreude beiträgt.

Hier seht ihr den Übersichtstrailer zu „Mario Tennis Fever“:

Video Platzhalter
Video: Nintendo

Der große Tiefpunkt: Der Abenteuer-Modus

So viel Spaß der Multiplayer macht – der Abenteuer-Modus ist eine echte Enttäuschung. Statt einer motivierenden Kampagne bekommt man hier im Kern ein langgezogenes Tutorial, das seinen Namen kaum verdient.

Über weite Strecken besteht der Modus aus simplen Minigames, überdeutlichen Erklärungen und Quiz-Passagen, die derart banal sind, dass sie eher ausbremsen als motivieren. Das Ganze richtet sich offensichtlich an absolute Einsteiger oder sehr junge Spieler:innen – für alle anderen wirkt es lieblos und uninspiriert.

Das größte Problem: Es fühlt sich nie wie ein echtes Abenteuer an. Es gibt kaum erzählerischen Antrieb, kaum spannende Herausforderungen und viel zu wenig klassische Tennismatches für einen Modus, der genau das verspricht. Wer hier auf eine Solo-Erfahrung mit Langzeitmotivation hofft, wird enttäuscht.

Fazit: Großartig mit Freunden, ernüchternd allein

„Mario Tennis Fever“ ist ein sehr gutes Multiplayer-Spiel, das genau weiß, was es sein will: ein chaotischer, zugänglicher Party-Titel für kurze, intensive Sessions. Die Fever-Schläger sind eine starke Idee, der Umfang im Mehrspieler stimmt, und gemeinsam macht das Spiel richtig Laune.

Als Solo-Spiel hingegen bleibt „Fever“ weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Der Abenteuer-Modus wirkt unfertig, uninspiriert und verschenkt enormes Potenzial. Unterm Strich bleibt ein Spiel, das man gerne aus dem Regal zieht, wenn Besuch da ist – aber selten allein startet.

Ein gutes Sportspiel mit klaren Schwächen – und einem Fokus, der zwar viele Spieler:innen anspricht, aber gerade Veteran:innen der Reihe nicht unbedingt gefallen dürfte.

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