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Kino

Liebe auf Zeit: "Das Schicksal ist ein mieser Verräter"

Gelungene Bestseller-Verfilmung: Als schwerkranker Teenie trifft Shailene Woodley in "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" mitten ins Herz. TV Movie sprach mit ihr über das Leben, Schmerz und die erste Liebe

Sie schrieb mir einen Brief, ich glaube, er war um die 13.000 Wörter lang“, erinnert sich US-Autor John Green (36). Die vielen Zeilen stammten von einem ganz besonderen Fan: Schauspielerin Shailene Woodley („Divergent – Die Bestimmung“, 2014), die „alles dafür tun würde“, um bei Greens Bestsellerverfilmung „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ dabei zu sein – selbst, wenn sie nur Fenster putzen dürfte.

2012 veröffentlicht, hat sich der Roman, der von der Liebe zwischen der krebskran- ken Hazel und ihrem Freund Augustus (Ansel Elgort) erzählt, inzwischen millionenfach verkauft – die Erwartungen der riesigen Fan-Gemeinde sind hoch, besonders, was die Hauptdarsteller betrifft. Hazel ist im Buch 16, Woodley damals schon 20. Viel zu alt für die Rolle. Deshalb dachten Green und Regisseur Josh Boone anfangs auch nicht daran, sie zum Casting einzuladen. Als das Team aber nach über 200 Bewerbervideos noch immer keine Hauptdarstellerin gefunden hatte, durfte die heute 22-Jährige doch vorsprechen. „Ich ging in die Knie“, erinnert sich Boone. „Innerhalb von zwei Minuten wusste ich: Sie ist es!“ Stimmt: TV Movie konnte sich von Woodleys Talent bereits überzeugen – und traf sie in Los Angeles zum Interview.

Ms. Woodley, würden Sie ebenso wie Ihre Filmfigur Ihr Schicksal akzeptieren?

SHAILENE WOODLEY: Ja, man muss seinem Schicksal vertrauen. Selbst wenn es nicht das ist, was man sich wünscht. Das Leben hat für jeden einen Plan und man muss das Beste daraus machen.

Gehören Schmerz und Verlust dazu?

So sehr es auch weh tut, können wir froh darüber sein, solche Gefühle zu haben. Das macht uns zu Menschen. Wir würden nicht lieben, wenn wir keinen Schmerz kennen würden.

Wie haben Ihre Eltern reagiert, als Sie zum ersten Mal einen Jungen mitbrachten?

Meine Eltern sind beide Psychologen, wollen immer genau wissen, was ich denke. (lacht) Als ich meinen ersten Freund hatte, musste ich einen Vertrag unterschreiben, in dem stand, dass ich ihn nicht küssen und wir nur in Gegenwart anderer Händchen halten würden.

Haben Sie sich daran gehalten?

Ja, meine Eltern kann man nicht austricksen. Der Vertrag ist übrigens immer noch gültig. (lacht) 

Was haben Sie von Ihrem aktuellen Film gelernt?

Jede Minute meines Lebens zu genießen und nichts für selbstverständlich zu nehmen.

Hat Sie der Film zur Romantikerin gemacht?

Das war ich bereits zuvor. Ich liebe kleine Aufmerksamkeiten, wie einen Zettel unterm Kopfkissen oder Blumen. Und finde es schön, wenn mir jemand zuhört und dabei meine Hand hält.

Gibt es einen Film, der Sie zum Weinen bringt?

„Dirty Dancing“ und „Pretty Woman“. Bei solchen Filmen bekomme ich weiche Knie.

Haben Sie ein Lebensmotto?

Ja, sogar mehrere. Das erste ist: „Sei du selbst.“ Ein anderes ist: „Ehrlichkeit ohne Mitgefühl ist Grausamkeit.“ Es ist toll, ehrlich zu sein, aber nur, wenn man andere damit nicht verletzt.

Anfang des Jahres kam „Die Bestimmung“ ins Kino, jetzt Ihr nächster große Film.  Hat sich Ihr Leben auf den Kopf gestellt?

Nein. Ich komme nach der Arbeit nach Hause und muss immer noch Geschirr spülen oder Wäsche waschen. (lacht) Meine Arbeit ist außergewöhnlich, aber mein Privatleben ist sehr normal.

Katharina Hofmann/Helen Höhne
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