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Jason Derulo in "Cats": Er trennte sich von seiner "Männlichkeit" | Interview

Am 25. Dezember ist es soweit: Jason Derulos Filmdebüt in „Cats“ startet in den deutschen Kinos. Darin schlüpft der US-Sänger in das Fell des Katers Rum Tum Tugger. Seine größte Herausforderung beim Dreh, der Grund, wieso er die Rolle angenommen hat und wie er zu Kritik steht, hat er im Interview mit tvmovie.de verraten.

Jason Derulo bei der Kinopremiere von "Cats" in Berlin
Im Interview verrät Jason Derulo, was das Härteste für ihn beim Dreh gewesen ist. Universal Pictures / O.Walterscheid

Das Musical "Cats" mit den Songs aus der Feder von Andrew Lloyd Webber ("Phantom der Oper") räumte 1983 ganze sieben Tony Awards ab und zählt bis heute zu den erfolgreichsten Musicals aller Zeiten. Kein Wunder also, dass dem Regisseur Tom Hooper ("The King’s Speech", "Les Misérables") für die Filmadaption ein hochkarätiger Cast zur Seite gestellt wurde: Idris Elba, Judi Dench, Ian McKellen sowie Taylor Swift und Vanessa Hudson singen und tanzen neben Jason Derulo als Katzen auf der Leinwand. Für lustige Kracher sollen James Corden und Rebel Wilson ("Pitch Perfect", "Glam Girls") sorgen. Statt flauschiger Kostüme verpassen CGI-Effekte den Schauspielern ein computer-animiertes Fell.

 

Jason Derulo: "Cats"-Rum Tum Tugger ist die perfekte Rolle

Rum Tum Tugger, den Jason Derulo in dem Film verkörpert, ist ein rebellischer Kater, der gerne im Mittelpunkt steht und nie zufrieden ist, mit dem, was er bekommt. "Er sucht sich immer spontan aus, was er will", erzählt der Sänger. Eine Eigenschaft, zu der der US-Star zwiegespalten ist: "Einerseits kannst du auf diese Weise viel erleben. Andererseits verlierst du auch viel, weil du dich nicht auf die Sache konzentrierst, die wahrscheinlich gut für dich ist." Freunde, die abends mal gemeinsam in eine Milchbar gehen, würden die beiden jedenfalls nicht werden. Dafür sei der Kater einfach viel zu verrückt, findet Derulo.

Für den R&B-Sänger, der früher eine Theaterschule besucht hat, ist es die erste Filmrolle überhaupt - und auf die hat er lange gewartet: "Ich wollte nicht in eine Schublade gesteckt werden. Es ist einfach, zu denken, dass ein Sänger nur deshalb schauspielert, weil er berühmt ist. Doch ich wollte wirklich als Schauspieler ernst genommen werden." Die Rolle als Rum Tum Tugger sei für ihn perfekt gewesen, weil sie zwar Teil eines legendären Musicals ist, aber dennoch noch keine große Hauptrolle. "Es lässt die Möglichkeit offen, dass noch mehr kommen wird. Und das nächste Projekt wird bestimmt kein Musical sein.“, verrät der 30-Jährige.

 

Das opferte Jason Derulo für die "Cats"-Verfilmung

Auch wenn Jason Derulo im "Cats"-Film dennoch ganz in seinem Element ist - immerhin singt und tanzt Rum Tum Tugger durch Bars und Straßen -, gab es während der Dreharbeiten eine große Herausforderung für den 30-Jährigen. Und die lag nicht darin, geschmeidig wie eine Katze zu laufen. Dafür gab es immerhin ausreichend Katzen-Training, in dem Judi Dench und Co. lernten, wie sich ein Miezekätzchen fühlt und benimmt. Doch damit Jason Derulo überhaupt per CGI-Technik ein flauschiges Fell samt Katzenohren und Schnurrhaare bekommen konnte, musste der Sänger sich von etwas wirklich sehr Wichtigem trennen: seinem Bart. "Es war wirklich eine Herausforderung, ihn jeden zweiten Tag abzurasieren. Mit meinem Bart fühle ich mich männlich, ohne ihn bloß wie ein Junge." Nicht einmal einen leichten Bartschatten durfte er behalten. So musste der Sänger wohl oder übel vier Monate lang auf seine männliche Gesichtsbehaarung verzichten.

 

Jason Derulo über "Cats"-Trailer: Verständnis für harte Kritik

Ob sich seine Aufopferung am Ende bezahlt macht und er für seine erste Rolle die Anerkennung erhält, die er sich erhofft, bleibt abzuwarten. Für den Trailer hagelte es jedenfalls harte Kritik. Von fehlendem Glanz und Zauber bis zu gruselig und verstörend - Fans und Kritiker ließen kein gutes Haar an den computeranimierten Star-Katzen. Zweifel, ob eine Musicallegende wie "Cats" überhaupt verfilmt werden sollte, heizten die Diskussionen weiter an. 

Doch Jason Derulo zeigt Verständnis: "Es ist ein Film, der polarisiert. Mit den CGI-Effekten erzeugt er ganz neue Dimensionen, die anfangs befremdlich wirken können." Dennoch sollten die Zuschauer bedenken, dass auch das Musical selbst auch polarisiert habe und nicht jeder von Beginn an von der Storyline und Inszenierung begeistert gewesen sei. Doch Kritik gehöre eben dazu. "Du nimmst sie ernst und überlegst, ob es etwas gibt, was du besser machen kannst", findet der Sänger.

Und genau das scheint Regisseur Tom Hooper auch versucht zu haben. Wie er in einem Interview mit "The Times" verriet, legten die Macher nochmal ordentlich Hand an die CGI-Katzen. Ob das die Kritiker überzeugen wird, wird sich ab dem 25. Dezember zeigen, wenn die "Cats"-Verfilmung in die Kinos kommt.

Text von Roxanna Kaufmann



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