Glasfaser-Internet

Internet mit bis zu 1.000 Mbit/s: Für wen sich die Glasfaser-Geschwindigkeit lohnt

Glasfaser ist in aller Munde und immer mehr Haushalte wechseln zum Highspeed-Internet. 1.000 Mbit pro Sekunde und noch mehr sind hierbei möglich und damit deutlich schneller als DSL oder Kabel. Aber für wen lohnt sich das wirklich?

Siegpodium mit Glasfaser auf Platz, Kabel auf 2, DSL auf 3, im Hintergrund das Ziel einer Rennstrecke
Im Download- und auch im Upload-Vergleich macht Glasfaser eindeutig das Rennen. Foto: TV Movie / Canva

Der Glasfaser-Ausbau in Deutschland schreitet voran. Zwar hinken wir bei der Abdeckung noch vielen Nachbarländern hinterher, aber allmählich verbreitet sich das Highspeed-Internet auch bei uns. Glasfaser ersetzt zunehmend die klassische Telefonleitung aus Kupfer- und DSL-Anschluss. Der große Vorteil: Die Daten fließen über Lichtsignale, was nicht nur schneller, sondern auch energiesparender ist.

Viele stellen sich dabei aber die berechtigte Frage: „Brauche ich überhaupt einen Glasfaseranschluss? Mein Internet läuft doch gut.“ Um dir diese Frage genau beantworten zu können, musst du selbst erstmal für dich entscheiden, was für Anforderungen du hast und auch in naher Zukunft haben wirst. 

Und falls du dir auch die Frage stellst, ob überhaupt Glasfaser in deiner Nähe angeboten wird, schaue mal hier vorbei:

Typische Download-Geschwindigkeiten am Glasfaser-Anschluss

Für Privatkunden gibt es schon eine große Auswahl an Glasfaserpaketen mit unterschiedlichen Download-Geschwindigkeiten: 

  • 100 Mbit/s

  • 250 Mbit/s

  • 400–500 Mbit/s

  • 1.000 Mbit/s (1 Gbit/s)

Manche Anbieter bieten sogar schon Tarife mit 2 Gbit/s oder 10 Gbit/s an. Diese Angebote sind zwar noch eher selten und dazu teuer. Technisch ist das aber auch schon möglich. Zudem gibt es auch Glasfaser-Anschlüsse mit ähnlichen Downloadraten wie bei DSL oder Kabel, die dann auch vergleichbare Preise haben.

Wer braucht diese hohen Download-Geschwindigkeiten?

Beginnen wir mit einem einfachen Beispiel:

Stefan Flink und seine Frau Melanie surfen tagsüber gerne im Internet. Dafür haben sie schon seit Jahren einen DSL-Anschluss. Abends schauen sie dann häufig ihre Lieblingsserie auf Netflix. Ihre Kinder sind allmählich in dem Alter, wo das Internet auch für sie immer relevanter wird. So ist Tochter Elena bevorzugt in Sozialen Netzwerken unterwegs, während Sohn Michel mit seinen Kumpels online Videospiele zockt. Mit der Folge, dass der Stream oder das Spiel ruckelt und das Hochladen von Videos nicht mehr einwandfrei funktioniert. Das DSL-Internet der Familie Flink ist schlichtweg überlastet.

Mit einem Glasfaser-Anschluss würde es solch ein Familiendrama garantiert nicht geben. Und das ist nicht nur so dahingesagt, sondern Fakt. Denn das Highspeed-Internet kann nicht nur hohe Download-Geschwindigkeiten erzielen, sondern, und das ist in unserem Beispiel der springende Punkt, hat auch einen deutlich größeren Upload.

Glasfaser hat höhere Upload-Geschwindigkeit

Beim Begriff Downloadgeschwindigkeit weiß nahezu jeder Bescheid. Umso höher diese ist, umso schneller kann ich Datenmengen herunterladen. Aber was genau ist mit Upload gemeint?

Beim Upload geht es darum, Daten vom lokalen Gerät ins Internet zu senden. Also quasi genau das Gegenteil von Download. Das ist besonders relevant für eine ruckelfreie Videotelefonie (Stichwort Home-Office), eine geringe Latenz beim Online-Gaming, Hochladen von Fotos und Videos in soziale Medien oder für das Sichern von Dateien in Cloud-Diensten.

Und hier kann keine andere Technologie mit dem pfeilschnellen Internet mithalten. Denn die Besonderheit von Glasfaser ist, dass sie neben einer hohen Download- auch eine hohe Upload-Geschwindigkeit hat, die sogar meistens symmetrisch zueinander sind. So gibt es zum Beispiel Anbieter, die Tarife mit einer Download- und Uploadgeschwindigkeit von 1 Gbit pro Sekunde anbieten, während ältere Technologien häufig viel niedrigere Uploads liefern.

Warum ist der Ping und die Latenz relevant?

Internet-Anbieter werben mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 1.000 Mbit/s. Diese merkst du aber nur, wenn du große Datenmengen herunterlädst, was für die große Mehrheit keine oder kaum eine Rolle spielt. Viel wichtiger im Alltag ist der Ping, beziehungsweise die Latenz. Beide Begriffe werden gerne synonym verwendet, sind aber nicht dasselbe.

Latenz: Beschreibt im Allgemeinen die Zeit, die ein Datenpaket benötigt, um von A nach B zu gelangen. Sie ist die eigentliche Verzögerung in einer Netzwerkverbindung.

Ping: Ist ein Befehl, der gesendet wird, um die Latenz zu messen. Mithilfe eines Ping-Tests wird ein kleines Datenpaket gesendet und überprüft, wie lange es dauert, bis eine Antwort empfangen wird, auch "Round-Trip Time" (RTT) genannt. Angegeben wird der Ping in Millisekunden (ms). Und hier werden die Unterschiede der Anschlüsse deutlich.

Tachometer Nahaufnahme - Foto: TVMovie/Canva
Ping-Wert verschiedener Internetanschlüsse

Glasfaser: 1–20 ms

Kabel: 20–40 ms

DSL: 30–50 ms oder mehr, besonders in ländlichen Gebieten

Mobilfunk: LTE (10–80 ms), 5G (1–15 ms, aber in der Praxis oft noch höher)

Satellit: 500–800 ms

Wie du siehst, macht hier Glasfaser glasklar das Rennen. Durch den niedrigen Ping-Wert ist das Highspeed-Internet sehr gut für Echtzeitanwendungen geeignet. Das merkst du zum Beispiel bei Videokonferenzen. Gerade bei der Echtzeit-Kommunikation ist ein geringer Ping wichtig, um Verzögerungen und Stockungen zu vermeiden. Beim Online-Gaming sorgt ein niedriger Ping für ein reibungsloses Spielerlebnis, da er Verzögerungen (auch Lag genannt) minimiert und eine schnellere Reaktionszeit ermöglicht.

Übrigens: Hast du bereits eine Glasfaser-Verbindung, lohnt es sich auch, einen passenden Router zu nutzen, der das Maximum herausholt. Ein absoluter Bestseller ist die FRITZ!Box 5590 Fiber.

Auch hierzu haben wir einen passenden Übersichtsartikel, der die Wahl einer Fritzbox für Glasfaser aufgreift:

Geschwindigkeiten direkt beim Glasfaser-Anbieter checken

Doch welche Download- und Upload-Geschwindigkeiten werden angeboten? Um das zu überprüfen, lohnt sich ein Blick auf die Glasfaser-Pakete der großen Anbieter:

Um dir auch hier noch etwas unter die Arme zu greifen, haben wir einen weiteren Ratgeber, der die populärsten Glasfaser-Tarife und ihre monatlichen Kosten miteinander vergleicht: