Glasfaser-Internet

Glasfaser in deiner Nähe: Vergleiche unabhängig den Ausbaustand

Glasfaser ist das Internet der Zukunft. Aber wird das schnellste Internet schon bei dir angeboten oder ist es zumindest in Planung? Wir zeigen dir, wie es um die Verfügbarkeit bei dir Zuhause bestellt ist.

Glasfaserkabel ragt in Deutschlandkarte mit Fragezeichensymbolen vor Hintergrund mit Lichtgeschwindigkeitsstrahlen
Deutschland baut in den nächsten Jahren das Glasfaserinternet weiter aus. Wird auch Zeit! Foto: TV Movie / Canva / ChatGPT

Stand der Dinge: Glasfaser-Ausbau in Deutschland

Die Glasfaser-Technologie ist die erste vollständig autarke Infrastruktur für Internetzugänge überhaupt. So nutzt beispielsweise DSL das Telefonnetz, Kabel bedient sich beim TV-Kabelnetz. Ein großer Vorteil bei Glasfaser: Diese Breitbandverbindung wird nicht durch irgendwelche elektrischen Störungen oder Temperaturschwankungen beeinträchtigt, wie es zum Beispiel bei den DSL-Kupferkabeln der Fall sein kann. Sondern nutzt Licht als Datenüberträger, umhüllt von einem Glasfaserkabel, und erreicht dadurch eine Geschwindigkeit von unvorstellbaren 210.000 Kilometern pro Sekunde.

Daraus resultieren wiederum Glasfaser-Verbindungen mit bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), die beim Endverbraucher ankommen können. Viermal schneller als mit der bisherigen Technologie. Logisch, dass immer mehr Haushalte diese wahnsinnig schnelle Verbindung haben möchten. In Zukunft wird zudem immer mehr Geschwindigkeit vonnöten sein, um die stetig wachsenden Datenmengen für Streaming, Videospiele, Home-Office und Videotelefonie bewerkstelligen zu können.

Aber damit das Internet mit Lichtgeschwindigkeit überall ankommt, müssen die Glasfaserleitungen bis ins Haus führen. Und genau hier stockt der Ausbau in Deutschland. Ende 2024 lag in Deutschland die Quote für reine Glasfaseranschlüsse („Homes passed“ genannt) bei 47 Prozent, die tatsächliche Anschlussquote („Homes connected“) aber nur bei 24,5 Prozent (ca. 11,3 Millionen Haushalte). Das weiß auch die verantwortliche Bundesnetzagentur: „Ein erheblicher Teil des Erstausbaus muss noch erfolgen“, heißt es auf der offiziellen Homepage. Mit dem Ziel, eine bundesweite Abschaltung der Kupfernetze bis 2030 zu erreichen und Glasfaser für alle zu ermöglichen, Kup­fer-Glas-Mi­gra­ti­on genannt.

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat zudem die Glasfaser-Kampagne „Das beste Internet“ gestartet. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger in ganz Deutschland über die Vorteile von Glasfaseranschlüssen zu informieren und sie zu motivieren, bereits verfügbare Glasfaseranschlüsse zu nutzen.

Jetzt stellt sich die Frage: Wie schaut es mit der Verfügbarkeit bei dir Zuhause aus? Beziehungsweise wie kannst du unabhängig von Anbietern den Ausbaustand überprüfen und Vergleiche ziehen? Ist ein Glasfaser-Anschluss in der Nähe überhaupt realisierbar und falls ja, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Schritt für Schritt gehen wir die einzelnen Punkte mit dir durch, sodass du am Ende weißt, ob Glasfaser-Internet schon bald auch durch deine Leitung rast.

Welche Voraussetzungen müssen für eine Glasfaser-Verbindung erfüllt sein?

Die Grundvoraussetzung für Glasfaser-Internet ist, dass ein Anbieter das Kabel bis ans Haus gelegt haben muss. Oft passiert dies durch einen Hausanschluss an der Grundstücksgrenze. Das kann der Bordstein sein oder bis in den Keller reichen.

Aber Vorsicht bei Haustürvertretern: „Vertrauen Sie nicht blind den Aussagen an der Tür“, warnt die Verbraucherzentrale. „Prüfen Sie, ob der Anbieter tatsächlich bei Ihnen ausbaut, ob Sie die Bandbreite des Angebots wirklich benötigen und ob nicht ein günstigerer Tarif für Sie ausreicht.“

Bei offenen Netzen (Open-Access) kannst du den Anbieter frei wählen. Es gibt aber auch temporäre exklusive Netze von Netzbetreibern, die erst enden, wenn alternative Netze oder Anbieter verfügbar werden. Das kommt vor allem auf dem Land häufiger vor.

Konkret bedeutet das also für dich, dass du die Verfügbarkeit bei allen Anbietern einzeln anfragen solltest und dich auch vor Ort informierst, um einen Vergleich über die Vertragskonditionen ziehen zu können. Um den Glasfaserausbau an deiner Adresse zu prüfen, kannst du den Breitbandatlas von der Zentralen Informationsstelle des Bundes (ZIS) nutzen, der dir eine unabhängige Übersicht über die aktuelle Versorgungslage im Festnetz- und Mobilfunkbereich liefert:

>> Glasfaser-Verfügbarkeit mit Breitbandatlas prüfen <<

Mit dem Online-Tool kannst du von Bundes- bis runter zur Adressebene alle bis 31. Dezember 2024 erhobenen Daten zum Glasfaserausbau nachrecherchieren. So kannst du genau einsehen, welche Technologie vor Ort schon realisiert wurde. Hierzu ein kleiner Exkurs:

Glasfaserkabel Quernschnitt - Foto: TVMovie/Canva
Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Glasfaser-Technologien

FTTH (Fiber to the Home): Glasfaserleitung bis direkt in die Wohnung oder ins Haus.

  • Vorteil: Höchste Geschwindigkeit (mehrere Gbit/s), sehr stabil, zukunftssicher.

  • Nachteil: Teuerster Ausbau, da neue Leitungen bis ins Gebäude gelegt werden müssen.

FTTB (Fiber to the Building): Glasfaser bis ins Gebäude, danach Weiterverteilung über Kupferkabel (z. B. Ethernet oder Koax).

  • Vorteil: Sehr hohe Leistung, besonders für Mehrparteienhäuser.

  • Nachteil: Signalverluste durch Kupfer im Hausnetz.

FTTC (Fiber to the Curb / Cabinet): Glasfaser bis zum Verteilerkasten an der Straße; von dort Kupfer (meist VDSL/Vectoring) bis ins Haus.

  • Vorteil: Schneller Ausbau, da vorhandene Kupferleitungen genutzt werden.

  • Nachteil: Begrenzte Geschwindigkeit (typisch bis 250 Mbit/s).

HFC (Hybrid-Fiber-Coax): Glasfaser bis zu einem Verteilerknoten, letzte Strecke zum Kunden über Koaxialkabel (TV-Kabelnetz).

  • Vorteil: Hohe Geschwindigkeiten bis zu 1 Gbit/s, geringere Baukosten aufgrund bestehender TV-Kabelnetze

  • Nachteil: Mehrere Haushalte teilen sich eine Verbindung, wodurch die Leistung sinken kann. Upload deutlich langsamer als Download, langfristig nicht so leistungsfähig wie reines FTTH. 

Sonstige: Hierzu zählen klassische Verbindungen wie ADSL oder Richtfunk.

Kurzum: Es gibt viele Möglichkeiten für schnelles Internet. Reines Glasfaser bis ins Haus (FTTH) ist dabei die schnellste und zukunftssicherste Leitung von allen.

Ein Beispiel: Mit dem Breitbandatlas konnte ich im Handumdrehen in Erfahrung bringen, dass in meinem Heimatdorf Scheeßel bereits eine flächendeckende Glasfaser-Anbindung (dunkelblau) seit Juni 2022 (Skala unten links) angeboten wird. Dafür habe ich einfach den gewünschten Ort im Suchfeld eingegeben und gezielt nach der Glasfasertechnologie FTTH gesucht.

Breitbandatlas Nahaufnahme Scheeßel
Foto: Zentrale Informationsstelle des Bundes (ZIS)

Online-Verfügbarkeitschecks der größten Anbieter

Ergänzend zu den Informationen aus dem Breitbandatlas lohnt es sich, die Online-Verfügbarkeitschecks auf den Websites der größten Anbieter zu prüfen:  

Zudem gibt es viele regionale Glasfaser-Anbieter, welche teilweise ebenfalls Online-Verfügbarkeitschecks anbieten. Welche kleineren Provider in deiner Region Glasfaser-Internet bereitstellen, erfährst du gegebenenfalls auch bei der Gemeinde- oder Stadtverwaltung.

Aber auch bei den Vertragsangeboten, sei es online oder an der Haustür, warnt die Verbraucherzentrale vor unlauteren Mitteln. Mit Marketingbegriffen wie „Kabel-Glasfaser“, „Koax-Glasfaser-Technologie“ oder „Gigabit-Anschluss“ würden demnach herkömmliche Kabelanschlüsse als „Glasfaser“ angeboten. Hier solltest du nachfragen, ob es sich um einen echten Glasfaser-Anschluss handelt. Noch genauer: Ob bei dem Angebot wirklich von Fiber to the Home (FTTH) die Rede ist.

Glasfaser-Ausbaustand in den Städten

Klar ist, dass immer mehr Glasfaser verlegt wird, der Ausbau des schnellen Internets allmählich voranschreitet. Der Großteil der Haushalte ohne Glasfaserversorgung liegt aber aufgrund der baulichen Herausforderungen in städtischen und halbstädtischen Gebieten. Die Hansestadt Hamburg spielt mit einer Abdeckung von rund 68 Prozent (Stand 2024) ganz oben mit und plant bis 2030 eine flächendeckende Versorgung. München als weitere Großstadt hat mit ebenfalls 68 Prozent eine vergleichsweise hohe Abdeckung.

Schaut man sich hingegen unsere Hauptstadt im Breitbandatlas an, zeigt sich, dass in Berlin nur etwa 34 Prozent der Haushalte an das Glasfasernetz angeschlossen sind. Bis 2030 will aber auch Berlin flächendeckend mit Glasfaser versorgt sein, wobei sowohl die Stadt als auch Telekommunikationsunternehmen wie die Telekom und Deutsche Glasfaser den Ausbau vorantreiben sollen.

Um die Versorgung für deine Stadt herauszufinden, verweisen wir erneut auf den Breitbandatlas der Bundesnetzagentur.

>> Glasfaser-Verfügbarkeit mit Breitbandatlas prüfen <<

Hier wird auch die Baustelle Berlin deutlich:

Breitbandatlas Berlin Nahaufnahme
FTTH wird momentan vor allem im Speckgürtel von Berlin angeboten. Hier hat die Hauptstadt noch viel Nachholbedarf. Foto: Zentrale Informationsstelle des Bundes (ZIS)

Wann kommt Glasfaser-Internet zu mir?

Der Glasfaser-Ausbau ist in den vergangenen Jahren rapide angestiegen. Die Bundesregierung peilt eine Versorgung von 50 Prozent aller deutschen Haushalte bis Ende 2025 an, was als erreichbar gilt. Bis 2030 soll eine flächendeckende Versorgung erreicht werden. Ob dieses optimistische Ziel erreicht wird, kann nur die Zukunft zeigen.

Denn mit dem groß angelegten Ausbau gehen auch viele Herausforderungen einher. Besonders im städtischen und halbstädtischen Raum aufgrund der engen Besiedlungsfläche. Und grundsätzlich zählen zu den Problemen auch Baupfusch, schlechte Arbeitsbedingungen und Unfälle.

Ob auch bei dir in naher Zukunft Glasfaserkabel verlegt werden, erfährst du entweder bei den Anbietern oder den Behörden auf lokaler Ebene, zum Beispiel bei der Koordinierungsstelle Glasfaserausbau oder beim Bauamt. Auch die Gemeinde selbst kann Auskunft geben, insbesondere wenn es um spezifische Bauprojekte geht.

Muss mein Vermieter mir Glasfaser erlauben?

Als Mieter hast du momentan keinen direkten gesetzlichen Anspruch auf einen Glasfaseranschluss, wohl aber auf eine schnelle Internetverbindung, die auch drahtlos sein kann. Allerdings können Mieter die Verlegung einer Glasfaserleitung bis in die Wohnung verlangen, wenn sie selbst einen Vertrag abgeschlossen haben und das Haus im Glasfaserausbaugebiet liegt und die Baumaßnahmen technisch möglich sind, da Vermieter nach dem Telekommunikationsmodernisierungsgesetz von 2021 (hier nachlesen) zur Mitwirkung verpflichtet sind.

Darin heißt es konkret: Art. 8 TKMoG (§ 134 TKG): Gebäudeeigentümer müssen dem Anschluss und Zugang zu ihren Gebäuden für Unternehmen und Anbieter grundsätzlich zustimmen, wenn der Anschluss erforderlich oder von allgemeinem Interesse ist. Es gibt jedoch Ausnahmen, z.B. wenn die Zustimmung „unzumutbar“ wäre.

Wichtig hierbei: Diese Regelung richtet sich an die Unternehmen gegenüber Grundstücks-/Gebäudeeigentümern, nicht an Mieter.

Daher lautet unsere Empfehlung: Setze dich mit deinem Vermieter beziehungsweise mit der Hausverwaltung in Verbindung. Denn er muss das Glasfaserkabel bis in die Wohnung legen lassen oder zumindest sein Einverständnis für die Montage geben. Zudem ist es sehr hilfreich, wenn du ein Informations- oder Beratungsgespräch zwischen Anbieter und Vermieter vermittelst.

Besonders wichtig für dich persönlich ist, dass vom Hausübergabepunkt die Verbindung bis zur gewünschten Steckdose (z. B. im Wohnzimmer) bereitgestellt wird. Ist dies geschehen, benötigst du nur noch einen geeigneten Glasfaser-Router. Und hier haben wir mit der beliebten FRITZ!Box 5590 Fiber direkt eine Kaufempfehlung für dich:

Fritz hat aber auch noch mehr Fritzboxen für Glasfaser im Angebot.

Und solltest du noch weitere Fragen zum Thema Glasfaser haben, können wir dir die offizielle Seite der Verbraucherzentrale empfehlen:

>> Hier gelangst du zur Verbraucherzentrale zum Thema Glasfaser <<

Fazit

Damit du alle notwendigen Informationen zum Glasfaser-Ausbau in deiner Nähe erfährst, haben wir dir die praktische und unabhängige Übersichtsseite, den Breitbandatlas, näher erläutert. Dieser sollte immer deine erste Anlaufstelle sein. Sobald auch in deiner Straße Glasfaser-Kabel verlegt wurden oder geplant sind, und dein Vermieter zugestimmt hat, steht dem Internet mit Lichtgeschwindigkeit grundsätzlich nichts mehr im Wege. Am schnellsten erfährst du alles Wissenswerte über den Ausbaustand direkt bei den Anbietern selbst. Hier nochmal die Übersicht der größten Telekommunikationsunternehmen, inklusive Online-Verfügbarkeitschecks:

Abschließend drücken wir dir die Daumen, dass du schon bald in den Glasfaser-Genuss kommst und empfehle gerne unseren Ratgeber weiter.