Offene Worte

„In aller Freundschaft“-Star Annett Renneberg spricht über Missbrauch bei Dreharbeiten mit 13

„In aller Freundschaft“-Schauspielerin Annett Renneberg spricht in einem Interview über eine traumatische Erfahrung, die sie als Teenagerin am Set gemacht hat.

Annett Renneberg schaut zur Seite und hat ihre Hände gefaltet.
Annett Renneberg spricht offen über einen traumatischen Dreh mit 13 Jahren. Foto: IMAGO / Rüdiger Wölk

In den vergangenen Wochen war ihr Name bei vielen ganz besonders präsent: Annett Renneberg. Die Schauspielerin, bekannt aus der ARD-Serie „In aller Freundschaft“, erlebt gerade große Veränderungen. Nach neun Jahren vor der Kamera in der Sachsenklinik kehrte sie ihrer Rolle Dr. Maria Weber den Rücken. Die Figur starb einen tragischen Serientod.

Annett Renneberg: Sie wusste schon seit einem Jahr vom „In aller Freundschaft“-Aus

Die Entscheidung, endgültig auszusteigen ohne Möglichkeit auf ein Comeback, ging nicht von Annett Renneberg selbst aus. Dennoch sieht die Darstellerin, der im Februar 2025 über ihr Aus bei „In aller Freundschaft“ informiert wurde, auch positiv. „Ich war nur einen Tag geknickt. Tatsächlich mag ich Veränderungen. Ich versuche immer, alles positiv anzunehmen. Ich glaube an die größeren Dinge, die um mich herum passieren, deswegen bringt mich so etwas nicht so sehr aus der Fassung“, betont der TV-Star im „Bunte“-Interview.

Traurig sei sie vor allem wegen ihrer Kolleg:innen gewesen, die sie über die vergangenen Jahre lieb gewonnen hat. „Am Set hatte es auch niemand erwartet. Die Reaktionen waren sehr emotional. Viele waren schockiert und einige haben sogar Tränen vergossen“, berichtet sie. Für die Zukunft hat der Fanliebling große Pläne, unter anderem einen neuen Podcast.

Annett Renneberg: Dreh mit 13 Jahren war ein „Albtraum“

In dem Gespräch mit dem Magazin schlägt Annett Renneberg aber auch ernste Töne an und spricht über ein Erlebnis, dass sie bis heute geprägt hat. Mit 13 Jahren habe sie am Set ihres ersten Films „Die Brut der schönen Seele“ Missbrauch erlebt. Die Dreharbeiten bezeichnet die Schauspielerin als „Albtraum“.

„Ich war mit nur 13 Jahren als Debütantin ohne Betreuung am Set und in einigen expliziten Szenen total überfordert und wäre vor Scham gerne in den Boden versunken. Es gab eine Masturbationsszene, die vor einem Spiegel im Stehen begann und bei der ich meine Brüste entblößen musste. Die Szene der Entjungferung durch den 17 Jahre älteren Mann wurde wiederholt, weil 'mein Stöhnen zu unecht gewirkt habe'. Ich musste auch im Unterhöschen eine Szene drehen, die der Regisseur vorher mit mir probierte – bekleidet zwar, aber mit Anfassen.“, erinnert sie sich.

Die Erfahrungen, die sie bei den Dreharbeiten gemacht habe, habe sie verdrängt. „Ich habe darüber nie gesprochen und es fällt mir auch jetzt sehr schwer. Aus heutiger Sicht und mit heutigem Wissen würde ich sagen, dass ich damals am Set missbraucht wurde“, so die 48-Jährige.

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