He-Man kehrt zurück: Regisseur verrät das Geheimnis von „Masters of the Universe“
Wie gelingt der Spagat zwischen 80er-Kult und zeitgemäßem Kino? Travis Knight verrät, was „Masters of the Universe“ heute so besonders macht.

Eternia steht wieder im Rampenlicht: Mit „Masters of the Universe“ bekommt eine der prägendsten Marken der 80er-Jahre ein neues Kinokapitel. Was ursprünglich als Action-Spielfigur begann und sich schnell zu einem Serien‑ und Comic‑Phänomen entwickelte, wird jetzt als Leinwandabenteuer neu erzählt. Somit wagt Regisseur Travis Knight eine neue, zeitgemäße Interpretation mit beeindruckenden Actionmomenten und einem spürbaren Respekt vor dem Kultstatus der Vorlage.
Der Film, der seit dem 4. Juni in den deutschen Kinos läuft, will dabei mehr sein als bloße Nostalgie: Er soll die Geschichte um Prinz Adam, Teela und die Macht von Grayskull für ein heutiges Publikum neu erfahrbar machen. Wie nähert man sich einem so umfangreichen Mythos? Wo bleibt man dem Original treu – und wo braucht es neue Impulse?
Über diese Gratwanderung zwischen Vermächtnis und Weiterentwicklung und die Magie eines zeitlosen Superhelden, haben wir mit Regisseur Travis Knight gesprochen.
Regisseur Travis Knight im Interview

Für Travis Knight ist sein Werk zu „Masters of the Universe“ ein wahrgewordener Traum. Er selbst war schon als Kind ein Fan von He‑Man und der Welt von Eternia. Er hat eine ganz besondere Verbindung zum Original – im Gegensatz zu den Stars Camila Mendes und Nicholas Galitzine, die die Hauptcharaktere verkörpern. Eine generationsbedingte Beziehung prägt Travis’ Blick auf das gesamte Universum des Actionhelden. Auf die Frage, welchen kreativen Herausforderungen er bei der Umsetzung des Films ausgesetzt war, betont der Regisseur, dass es für ihn am wichtigsten war, „all die verrückten Elemente dieser Welt voll und ganz wahrzunehmen und aufzugreifen“ sowie „die Figuren und die Welt zu ehren, die sich für mich als Achtjährigen wahr und echt angefühlt hat.“
Der Spagat zwischen alten Fans und neuer Generation
Dass der Film nicht nur die treue Fanbase einer anderen Generation abholen könnte, sondern auch ganz neue Zuschauer:innen in den Bann ziehen kann, war ein großes Ziel des Filmemachers. Doch wie schafft man es, Nostalgie und Neuanfang zu vereinen, sodass sich alte und neue Fans in der „Masters of the Universe“-Welt zuhause fühlen?
„Du wirst es niemals schaffen, jede einzelne Erwartung zu erfüllen“, erzählt Travis uns offen. Denn je nach Generation gibt es andere Bindungen und Aspekte, die sich mit „Masters of the Universe“ eingebrannt haben. „Aber ich weiß, selbst als großer Fan, was ich im Film sehen wollte und was die achtjährige Version von mir daran so liebte.“ Er wollte dieses Kind glücklich machen – und wenn er genau das geschafft hat, „dann habe ich meinen Job mehr als richtig gemacht.“
Ist He‑Man zeitlos?
Auf die Frage, was die Geschichte rund um He‑Man so zeitlos macht, verweist Travis Knight weniger auf die beeindruckenden Actionfiguren, spektakulären Kampfszenen oder die fantastische Welt von Eternia, sondern vielmehr auf das, was darunterliegt: „Für mich kommt es letztlich auf die Figuren an, auf die Beziehungen zwischen ihnen. Das sind die Dinge, die einen emotional berühren.“
Vor allem Prinz Adam (He‑Man) spielt dabei eine zentrale Rolle. Laut Travis war Adam als Superheld schon in den 80ern außergewöhnlich und ist es bis heute geblieben: Er sieht aus wie ein klassischer, muskulöser Held, doch „im Innersten ist er ein aufrichtiger Mensch.“ Empathie und Einfühlsamkeit zeichnen ihn aus, während er nicht nur gegen den Schurken Skeletor kämpft, sondern auch gegen seine eigenen Selbstzweifel.
Wer noch tiefer in Travis Knights Gedankenwelt eintauchen möchte, findet das gesamte Gespräch im Video-Interview.
Kurz & knapp: Darum geht's bei „Masters of the Universe“
Der Film erzählt die Ursprungsgeschichte von He‑Man: Prinz Adam, Thronfolger des Königreichs Eternia, wird als Kind bei einem Angriff des finsteren Skeletor in Sicherheit gebracht und auf die Erde geschickt. Mit ihm reist das magische Schwert von Grayskull, das ihm einst übermenschliche Kräfte verleihen soll. Doch das Schwert geht verloren – und das Einzige, was bleibt, sind seine Erinnerungen an eine Welt, die längst nicht mehr Teil seiner Realität ist.
15 Jahre später lebt er ein scheinbar normales Leben, bis seine Vergangenheit ihn einholt. Das Schwert taucht wieder auf, ebenso Teela, eine alte Freundin und Kriegerin aus Eternia. Gleichzeitig ist Skeletor entschlossen, das Schwert an sich zu reißen. Adam erfährt, dass er dazu bestimmt ist, sich in He‑Man zu verwandeln – den Einzigen, der Skeletor aufhalten kann. Dabei muss er nicht nur kämpfen lernen, sondern auch Verantwortung übernehmen und seinen eigenen Zweifeln begegnen.










