„GZSZ“-Zahlen offengelegt: So viele schauen die RTL-Soap wirklich
„Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ gehört seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten deutschen TV-Formaten. Jetzt zeigen erstmals neue Konvergenz-Daten der AGF, wie stark die RTL-Soap inzwischen auch im Streaming ist – und die Zahlen überraschen.

Seit mehr als 30 Jahren gehört „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ (GZSZ) zum festen Bestandteil des RTL-Programms. Tag für Tag begleitet die Daily-Soap ihre Fans durch Liebe, Intrigen und große Schicksalsschläge. Doch wie viele Menschen verfolgen die Geschichten rund um den Kolle-Kiez heute tatsächlich?
Neue Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) liefern nun erstmals einen deutlich umfassenderen Blick auf die Reichweite der Kultserie. Erstmals werden dabei TV- und Streaming-Nutzung nach denselben Maßstäben ausgewertet, und genau das zeigt, wie stark sich das Sehverhalten verändert hat.
Neue AGF-Auswertung: TV und Streaming erstmals direkt vergleichbar
Bisher veröffentlichte die AGF Streaming- und TV-Daten nach unterschiedlichen Messmethoden. Während im Fernsehen die sogenannte durchschnittliche Sehbeteiligung zählt, also wie viele Menschen eine Sendung tatsächlich über einen relevanten Zeitraum verfolgen, wurden beim Streaming bislang vor allem Reichweiten ausgewiesen.
Mit der neuen Konvergenz-Hitliste ändert sich das nun. Erstmals werden klassische TV-Ausstrahlung und Streaming nach denselben Kriterien zusammengeführt. So lässt sich erstmals realistisch einschätzen, wie viele Zuschauerinnen und Zuschauer eine Sendung insgesamt erreicht.
Für Sender wie RTL ist das besonders spannend – denn Formate wie „GZSZ“ profitieren seit Jahren von der Möglichkeit, neue Folgen bereits vor der TV-Ausstrahlung bei RTL+ anzusehen.
„GZSZ“ dominiert die neue Rangliste
Der Juli zeigt dabei ein beeindruckendes Bild: Die ersten 23 Plätze der neuen AGF-Konvergenz-Hitliste gehen ausschließlich an „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“.
Damit lässt die RTL-Soap sämtliche anderen TV-Formate hinter sich. Erst danach folgt mit zahlreichen Platzierungen „Alles was zählt“. Dass die RTL-Serien die Rangliste nahezu allein bestimmen, hängt allerdings auch mit dem Sommerprogramm zusammen: Während viele Sender überwiegend Wiederholungen zeigten und die Frauen-Fußball-WM das TV-Angebot prägte, liefen die Daily Soaps regulär weiter.
Mehr als zwei Millionen Zuschauer pro Folge
Besonders interessant sind die konkreten Zahlen. Im Juli erreichten die 23 ausgewerteten „GZSZ“-Folgen im klassischen Fernsehen – inklusive zeitversetzter Nutzung innerhalb von drei Tagen – durchschnittlich 1,38 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer.
Hinzu kamen durchschnittlich 630.000 Abrufe über RTL+. Zusammengerechnet ergibt sich damit eine durchschnittliche Reichweite von 2,01 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern pro Folge. Das bedeutet zugleich: Fast ein Drittel der gesamten Nutzung entfällt inzwischen auf das Streaming-Angebot RTL+.
Junge Fans schauen immer häufiger über RTL+
Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung in der werberelevanten Zielgruppe. Nach den neuen AGF-Daten erreicht „GZSZ“ bei den 14- bis 49-Jährigen inzwischen teilweise mehr Zuschauerinnen und Zuschauer über RTL+ als über die lineare TV-Ausstrahlung bei RTL.
Das unterstreicht einen Trend, der sich seit Jahren abzeichnet: Immer mehr Fans möchten selbst entscheiden, wann sie ihre Lieblingsserie sehen. Die Möglichkeit, neue Folgen bereits vorab auf RTL+ abzurufen, wird entsprechend intensiv genutzt.
Gerade jüngere Zuschauerinnen und Zuschauer verzichten zunehmend auf feste TV-Sendezeiten und setzen stattdessen auf Streaming.
Die Zahlen zeigen, wie sich Fernsehen verändert
Die erstmals veröffentlichten Konvergenz-Daten machen deutlich, wie stark sich die Mediennutzung verändert hat. Während früher fast ausschließlich die klassische TV-Quote über den Erfolg einer Sendung entschied, gehört Streaming inzwischen selbstverständlich dazu.
Für „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ ist das eine gute Nachricht. Die RTL-Soap beweist nicht nur im linearen Fernsehen ihre Stärke, sondern erreicht auch digital ein Millionenpublikum.






