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Gibt es Kacken an der Havel wirklich? Die verrücktesten Ortsnamen Deutschlands

Auch wenn Kacken an der Havel rein fiktiv ist, beweisen zahlreiche echte Ortschaften in Deutschland, dass nichts unmöglich ist.

Straßenschild von Kacken an der Havel.
Kacken sehen… und lachen! Foto: © 2024 Netflix, Inc.

Der Titel einer Serie ist natürlich nur die halbe Miete, doch in manchen Fällen reichen schon vier Wörter aus, um das Publikum anzulocken oder abzuschrecken. Aktuellestes Beispiel: „Kacken an der Havel“.

Die derbe Comedy rund um Rapper Toni, der nach dem Tod seiner Mutter in sein brandenburgisches Heimatkaff zurückkehrt, ist seit Ende Februar bei Netflix verfügbar und mischt bereits die Serien-Charts auf: In den deutschen Netflix-Rankings kämpft das Format aktuell sogar mit Hits wie „Bridgerton“ und „The Night Agent“ um die Spitzenplätze.

Wer jetzt aber spontan einen Wochenendtrip nach Kacken an der Havel planen will, muss enttäuscht werden: Das Dorf existiert in der Realität nicht. Dimitrji und Alex Schaad haben sich ganz bewusst für einen erfundenen Namen entschieden – auch, um maximale künstlerische Freiheit zu haben und niemandem real „auf die Füße zu treten“.

An skurrilen Ortsnamen mangelt es Deutschland aber trotzdem nicht.

Oberhäslich bis Busenhaus

Das Ortsschild von Busenhaus.
Nur wenigen Leuten ist es vergönnt, in Busenhaus zu leben. Foto: IMAGO / blickwinkel

Ganz oben auf der Liste steht Oberhäslich in Sachsen – ein Name, bei dem man unweigerlich zweimal hinschaut. Journalist Gordon Repinski kommentierte ein Foto des Ortsschilds einst auf X (Twitter) nur mit: „Sachsen, das ist nicht Dein Ernst!“. Wer sagt „Ich komme aus Oberhäslich“, hat den Lacher im Smalltalk sicher auf seiner Seite.

Deutlich verspielter klingt Busenhaus in Baden-Württemberg: Der kleine Weiler gehört zu Tettnang am Degersee und besteht nur aus wenigen Gebäuden, liegt dafür aber idyllisch zwischen See, Wald und anderen Mini-Ortsteilen. Der Name sorgt für pubertären Humor – die Herkunft ist aber harmlos und hat mit Landschaft und Flurnamen zu tun, nicht mit Körperteilen.

Deppenhausen, Tittenkofen & Petting

Das Ortsschild von Deppenhausen.
„Du kommst wohl aus Deppenhausen!“ klingt fies, könnte aber stimmen. Foto: IMAGO / blickwinkel

Richtig hart trifft es die Menschen in Deppenhausen (Baden-Württemberg) – zumindest aus Sicht Außenstehender. Der Ortsteil von Ehingen wurde historisch zunächst als „Dappenhausen“ erwähnt, bevor sich der heutige Name einbürgerte. Mit „Deppen“ hatte das ursprünglich nichts zu tun, trotzdem dürften Formulare, Hotel-Check-ins und Dating-Smalltalk immer wieder Erklärungsbedarf auslösen.

Bayern steuert gleich mehrere Klassiker bei: Tittenkofen bei Erding und Petting im Landkreis Traunstein stehen regelmäßig auf Listen der „schlüpfrigsten“ Ortsnamen. Während Tittenkofen eigentlich auf den Personennamen „Tuto“ zurückgehen soll, hat Petting eine lange Siedlungsgeschichte – inklusive Burg und Adelsfamilie –, die mit heutigen Assoziationen nichts zu tun hat. Dass trotzdem vor jedem Ortsschild gekichert und posiert wird, überrascht niemand.

Rotzendorf, Krätze & Meinkot

Das Ortsschild von Meinkot.
Meine Stadt, mein Bezirk, mein Viertel, meine Gegend, meine Straße, mein Zuhause, Meinkot! Foto: IMAGO / blickwinkel

Ebenfalls aus Bayern stammt Rotzendorf, ein Ortsteil von Püchersreuth in der Oberpfalz. In alten Urkunden taucht der Name in Varianten wie „Rozendorf“ oder „Retzelstorf“ auf – mit Nasensekret hatte das historisch wenig zu tun, die moderne Lesart lässt einen aber reflexartig zum Taschentuch greifen.

Unweit davon wird es dermatologisch heikel: Krätze in Niedersachsen beziehungsweise als Ortsteil von Uetze in der Region Hannover trägt denselben Namen wie eine ansteckende Hautkrankheit. Auch hier verweist die Forschung eher auf alte Flur- oder Wirtschaftsbegriffe, doch das Image ist schwierig. Ähnlich unappetitlich wirkt Meinkot, ein Ortsteil der Gemeinde Velpke in Niedersachsen. Erstmals wurde der Ort im 12. Jahrhundert als „Meincoten“ erwähnt, später auch „Menkothe“ – heute klingt er für viele schlicht nach Toilettenhumor.

Kuchen, Altenheim & Oberbillig

Ortsschild von Kuchen.
Das Schild, das man sieht, wenn der Besuch bei Oma zu Ende geht. Foto: IMAGO / Arnulf Hettrich

Neben den derben Kandidaten gibt es auch harmlos-lustige Namen. Kuchen in Baden-Württemberg etwa klingt eher nach Kaffeekränzchen als nach Gemeinde im Landkreis Göppingen. Der Ortsname könnte mit alten Eisenverhüttungs-Schlacken („kuchenförmig“) zusammenhängen – heute sorgt er vor allem für Hunger auf Süßes. Passend dazu liegt ganz in der Nähe tatsächlich der Ort Süßen.

Ebenfalls eher zum Stirnrunzeln als zum Fremdschämen lädt Altenheim ein – ein Ortsteil von Neuried in Baden sowie eine Gemeinde im Elsass. Dazu kommt Oberbillig an der Mosel, dessen Name auf den römischen Handelshafen „Biliacum“ zurückgeht, sich aber im modernen Sprachgefühl eher nach Discounter-Filiale anhört.

Quellen
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