„Kacken an der Havel“: Unglaublich doof – auf die gute Art! Kritik zur neuen Comedyserie auf Netflix
Lass dich vom Titel nicht abschrecken: „Kacken an der Havel“ ist das erste Comedy-Highlight des Jahres 2026!

2019 brachte Netflix mit „How to Sell Drugs Online (Fast)“ frischen Wind in die deutsche Medienlandschaft. Flott, bunt, witzig und dabei vielleicht von US-Vorbildern inspiriert, ohne aber plump zu kopieren.
Allein in den ernsten Szenen schwächelte die auf wahren Begebenheiten beruhende Serie über einen jugendlichen Drogenhändler, und nach einem runden Finale in Staffel 3 fühlte sich die 4. Staffel aus dem Jahr 2025 wie ein Fehler an.
Dennoch, „How to Sell Drugs Online (Fast)“ zeigte, dass auch hierzulande hochwertige Comedyserien möglich sind, mit denen selbst Jugendliche etwas anfangen können. Zudem war die Serie glücklicherweise ein Erfolg für Netflix, denn sonst hätte es wohl nie „Kacken an der Havel“ gegeben – eine Miniserie, die ganz anders ist und doch ein wenig DNA mit „How to Sell Drugs Online (Fast)“ teilt.
Eine gute deutsche Serie – nicht nur gut für eine deutsche Serie

Nicht nur „How to Sell Drugs Online (Fast)“ haben wir „Kacken an der Havel“ zu verdanken, sondern auch „Kleo“, schließlich brachte die Serie mit Jella Haase Netflix und „Kacken“-Schöpfer Dimitrij Schaad erstmals zusammen. Schaad, Filmfans vor allem aus den „Känguru“-Adaptionen von Marc-Uwe Kling bekannt, fühlt sich sonst vor allem auf den Theaterbühnen des Landes zu Hause und ist dort vorrangig in ernsteren Rollen zu sehen.
Sein Herzensprojekt „Kacken an der Havel“, das er mit seinem Bruder Alex erschaffen hat, bietet hingegen Humor in allen möglichen Facetten und ist längst nicht so obszön, wie man es bei einem außergewöhnlichen Titel dieser Art glauben könnte.
„Kacken an der Havel“ ist oft albern, aber dabei nicht selten clever und so durchdacht, dass selbst Comedyfans nicht jede Wendung kommen sehen können. Man spürt, dass beim Verfassen der Drehbücher und beim Dreh selbst sehr gute Stimmung herrschte und davon profitiert nun auch das Publikum.
Ein Mix aus „Die Simpsons“ und „Die nackte Kanone“
„Kacken an der Havel“ handelt von Anton Fleischer, einem Pizzabäcker aus Berlin, der schon sein Leben lang davon träumt, ein erfolgreicher Rapper zu werden. Das nötige Talent ist theoretisch vorhanden, doch Faulheit und Lampenfieber machen ihm immer wieder einen Strich durch die Rechnung.
Dann klopft das Schicksal jedoch gleich doppelt an Antons Tür: Ein möglicher Plattenvertrag rückt in greifbare Nähe und der Tod seiner Mutter zwingt Anton dazu, in seine Heimat, Kacken, zurückzukehren.
Dort hat Anton vor allem durch seine große Familie kaum eine ruhige Minute, obwohl er eigentlich Zeit und Inspiration benötigt, um innerhalb kürzester Zeit einen Hit zu schreiben.
Die Rahmenhandlung von „Kacken an der Havel“ ist nicht mehr als ein Mittel zum Zweck, um Anton immer abstrusere Situationen geraten zu lassen. Wortwitz, skurrile Charaktere und Slapstick geben sich hier die Klinke in die Hand, und Kacken ist ein Ort so abseits der Realität, dass Erinnerungen an Springfield wach werden.
Wie bei jeder Comedy-Produktion gilt: Nicht jeder Gag sitzt, aber in den meisten Folgen wird man von dem hohen Maß an unvorhersehbarer Kreativität einfach mitgerissen. Hier hat Netflix also erneut ein gutes Gespür für deutsche Serienhighlights bewiesen.
„Kacken an der Havel“ erscheint am 26. Februar 2026 auf Netflix.










