Geständnis abgelegt: Ninja-Warrior-Star unter Mordanklage
Er war Polizist, Extremsportler und TV-Kandidat – nun steht er im Fokus eines Mordverfahrens. Der Fall um einen ehemaligen „Ninja Warrior“-Teilnehmer erschüttert Österreich.

Was lange wie das Verschwinden einer jungen Frau wirkte, entwickelte sich innerhalb weniger Tage zu einem der aufsehenerregendsten Kriminalfälle des Landes. Manuel M. (30), Beamter der österreichischen Spezialeinheit Cobra und früherer Kandidat bei „Ninja Warrior Austria“, sitzt in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordverdachts an der 34-jährigen Johanna G.
Bekannt aus dem Fernsehen – nun im Gefängnis
Öffentlich trat Manuel M. bislang als leistungsorientierter Polizist und kampfsportaffiner Athlet auf. 2017 stellte er sich in der TV-Show „Ninja Warrior Austria“ selbstbewusst vor und sprach offen über seine Vorliebe für extreme Herausforderungen. Intern galt er als verlässlich, seine Vorgesetzten beschrieben ihn als pflichtbewusst.
Heute ist davon nichts geblieben. Der Polizist steht im Verdacht, Johanna G. getötet und ihre Leiche auf dem Grundstück seiner Eltern vergraben zu haben.
Begegnung über Dating-App
Johanna G. war Kickboxerin, Fitness-Trainerin und Wellness-Coach. Nach der Trennung von ihrem damaligen Partner war sie im Herbst nach Tillmitsch südlich von Graz gezogen und hatte sich auf einer Dating-Plattform angemeldet. Dort lernte sie Manuel M. kennen.
Auch online zeigte sich der Tatverdächtige widersprüchlich: Neben Bildern von riskanten Aktionen wie Feuerspucken oder Balanceakten mit Messern veröffentlichte er auch harmlose Videos, etwa mit Katzen.
Ermittler stoßen auf entscheidende Chats
Als Johanna G. nicht mehr erreichbar war, meldete ihre Mutter sie als vermisst. Die Ermittler des Landeskriminalamts Steiermark werteten daraufhin Chatverläufe aus. Dabei stießen sie auf eine Verabredung zwischen Johanna G. und Manuel M. am 9. Januar.
Zunächst soll der Polizist jegliche nähere Beziehung abgestritten haben. Später räumte er ein, Johanna an diesem Tag getroffen zu haben. In den folgenden Befragungen habe er sich zunehmend widersprochen.
Aussage über Todesumstände sorgt für Zweifel
Schließlich gestand Manuel M. laut Berichten, dass Johanna G. bei sogenannten „Würgesex-Spielen“ ums Leben gekommen sei. Diese Version wird von den Ermittlern jedoch angezweifelt. Nach aktuellem Stand soll das Opfer schwanger gewesen sein.
Bei einer Hausdurchsuchung auf dem elterlichen Grundstück des Verdächtigen fanden die Behörden neben der Leiche auch eine gestohlene Dienstwaffe sowie eine Übungspistole.
Parallelen zu weiterem Mordfall
Der Fall weist Parallelen zu einem anderen Gewaltverbrechen in der Steiermark auf: Ende November war die Influencerin Stefanie P. (†32) getötet worden. Auch sie galt zunächst als vermisst, ehe ihr Ex-Freund die Tat gestand und als Unfall darstellte. In beiden Fällen wurden die Leichen vergraben.
Die genaue Todesursache von Johanna G. soll nun eine Obduktion klären. Bis dahin bleibt Manuel M. unter Mordanklage in Untersuchungshaft.






