Formel 1 in Bahrain: Rennen fällt aus – Deshalb gibt es keinen Ersatztermin
Die Formel 1 muss im April pausieren: Die Grands Prix in Bahrain und Saudi-Arabien sind abgesagt. Doch warum gibt es keinen Ersatztermin? Die Hintergründe sind komplex und zeigen, wie angespannt die Lage wirklich ist.

Nach den ersten Saisonrennen sorgt eine überraschende Entscheidung für Aufsehen in der Königsklasse: Die Formel 1 streicht gleich zwei wichtige Rennen aus dem Kalender. Betroffen sind der Große Preis von Bahrain sowie das Rennen in Saudi-Arabien. Für Fans bedeutet das eine ungewöhnlich lange Pause und viele offene Fragen.
Krieg als Auslöser: Sicherheit hat oberste Priorität
Der Grund für die Absagen ist ernst und offensichtlich: der eskalierende Konflikt im Nahen Osten rund um den Iran. Seit Ende Februar kommt es zu massiven militärischen Auseinandersetzungen, bei denen auch Staaten wie Saudi-Arabien und Bahrain ins Visier geraten sind. Trotz der aktuellen, fragilen Feuerpause bleibt die politische Lage weiterhin angespannt.
Die Formel 1 reagierte nach intensiver Prüfung und zog die Notbremse. F1-Chef Stefano Domenicali sprach von einer „schwierigen, aber richtigen Entscheidung“, während FIA-Präsident Mohammed bin Sulayem betonte, dass die Sicherheit aller Beteiligten oberste Priorität habe.
Unter diesen Umständen sei an ein Großevent mit tausenden Mitarbeitenden und Fans schlicht nicht zu denken.
Keine Ersatzrennen: Das steckt wirklich dahinter
Viele Fans hatten gehofft, dass die ausgefallenen Rennen durch andere Strecken ersetzt werden. Doch genau das passiert nicht.
Der wichtigste Grund: die extrem komplizierte Logistik der Formel 1. Nach Stationen in Australien, China und Japan wäre ein weiteres Rennen in Asien für Teams kaum machbar gewesen. Gleichzeitig hätte ein kurzfristiger Europa-GP die gesamte Transportplanung durcheinandergebracht.
Hinzu kommt der finanzielle Faktor. Ein Ersatzrennen innerhalb weniger Wochen zu organisieren ist extrem teuer und für Veranstalter kaum lukrativ. Strecken sind oft lange im Voraus belegt, Budgets bereits verplant. Ohne hohe Antrittsgebühren lohnt sich ein spontaner Grand Prix für die Formel 1 wirtschaftlich kaum.
Warum ein Nachholtermin unwahrscheinlich ist
Theoretisch könnten die Rennen später im Jahr nachgeholt werden – praktisch ist das jedoch fast ausgeschlossen.
Das Klima in Bahrain und Saudi-Arabien macht Rennen im Sommer unmöglich, selbst Nachtrennen wären bei Temperaturen weit über 30 Grad kaum durchführbar.
Bleibt also nur der Herbst. Doch genau dort ist der Kalender bereits vollgepackt. Mehrere sogenannte Triple-Header lassen kaum Spielraum. Ein zusätzliches Rennen würde die Teams massiv belasten – ein Szenario, das selbst in der Corona-Zeit vermieden wurde.
Lange Pause für die Formel 1
Durch die Absagen entsteht eine ungewöhnliche Lücke im Rennkalender. Nach dem Japan-GP am 29. März geht es erst am 3. Mai in Miami weiter.
Der Kalender schrumpft damit von 24 auf nur noch 22 Rennen – ein spürbarer Einschnitt für die Saison.
Millionen-Verluste für die Königsklasse
Neben sportlichen Auswirkungen hat die Entscheidung auch wirtschaftliche Folgen. Bahrain und Saudi-Arabien gehören zu den lukrativsten Rennen im Kalender.
Schätzungen zufolge entgehen der Formel 1 durch die Absagen Einnahmen im dreistelligen Millionenbereich. Allein die Antrittsgebühren dieser beiden Rennen liegen üblicherweise bei über 50 Millionen Dollar pro Event.
Quellen
Sky Sport









