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Vin Diesel vermarktet sich selbst

Fast & Furious 11: Vin Diesel feiert „Fast Forever“ – aber kann man ihm noch glauben?

„Fast Forever“ bringt die Actionreihe nach 11 Teilen und einem Spin-off über die Ziellinie. Dabei spielt sich Vin Diesel mal wieder in den unverdienten Mittelpunkt.

Vin Diesel lächelt vor einem Screening von The Fast and the Furious.
Auf roten Teppichen ist Vin Diesel ganz in seinem Element. Foto: IMAGO / imageSPACE

Vin Diesel und die „Fast & Furious“-Filme brauchen einander. Seit dem Tod von Paul Walker ist Diesel schließlich das größte und wichtigste Aushängeschild der Franchise, hat aber mit Projekten abseits von F&F und Marvel schon lange keine Erfolge mehr feiern können.

Dennoch hat Diesel bei öffentlichen Auftritten nichts von seiner Großspurigkeit verloren und stellt in Interviews stets seine Kontrolle über die Filmreihe in den Vordergrund. So beginnen, laut Diesel, im Dezember 2026 endlich die Dreharbeiten zu „Fast Forever“, nachdem vier Drehbuchfassungen und vier unterschiedliche Autoren nötig waren, um ihn endlich zufriedenzustellen.

Diesel sagt, was Diesel gefällt

Natürlich sind Diesels Aussagen stets mit Vorsicht zu genießen. Bei der Premiere von „Fast X“ verkündete Diesel beispielsweise, dass Universal den Film so sehr liebt, dass noch zwei weitere Filme als großes Finale geplant sind. So kam es jedoch nie, denn „Fast X“ war zwar erfolgreich, aber durch die extrem hohen Kosten doch nicht so erfolgreich wie frühere Teile der Reihe.

Dabei kam erschwerend hinzu, dass Regisseur Justin Lin das Projekt mitten in den Dreharbeiten verließ – nach Insiderinformationen konnte er es nicht mehr ertragen, dass Vin Diesel ständig mehrere Stunden zu spät ans Set kam, die Produktion damit massiv verzögerte und anschließend bei allen Entscheidungen ein Mitspracherecht einforderte.

Bei allen anderen Filmen würde man einem Schauspieler so ein Verhalten nicht durchgehen lassen, aber Diesel und „Fast“ sind zu eng miteinander verbunden, weshalb Diesel seit Jahren mit seiner Diva-Attitüde durchkommt.

Diesel nutzt Paul Walker für seine Zwecke

Auffällig ist zudem, dass Diesel seit dem Tod von Paul Walker nicht müde wird, seine enge Freundschaft zu Walker, den er „Pablo“ nennt und als Familienmitglied sieht, zu erwähnen. Alles, jede Entscheidung, jeder Film, existiert laut Diesel in Walkers Sinne.

Laut dem Buch „Welcome to the Family”, in dem zahlreiche Mitglieder aus Cast & Crew der „Fast“-Filme interviewt wurden, gibt es jedoch keine Anzeichen dafür, dass Diesel zu Walkers Lebzeiten wirklich mit Walker befreundet war. Walker war am Set beliebt und verstand sich mit allen, aber der Eindruck entsteht, dass Diesel Walkers Tod seit der PR-Tour zu „Furious 7“ vor allem zu seinen eigenen Zwecken nutzt.

Kann Vin Diesel das Ende akzeptieren?

Mit diesem Wissen sollte alles, was Diesel von sich gibt, angezweifelt oder zumindest mit Vorsicht genossen werden. So leitete er ein aktuelles Screening zum 25. Jubiläum von „The Fast and the Furious“ mit diesen Worten ein:

„Vor fünfundzwanzig Jahren saß ich in dieser Reihe, und zwar zusammen mit Paul Walker. Sollte jemand von euch jemals das Glück haben, einen Bruder wie Pablo zu haben, dann ist das das größte Geschenk, das Gott euch machen könnte. Schaut euch also diesen Film an und entdeckt in jeder einzelnen Einstellung, wo diese ewige Brüderlichkeit ihren Anfang nahm.“

Natürlich hinterlässt diese Aussage, mit der Diesel das Publikum mal wieder emotional auf seine Seite ziehen will, einen bitteren Nachgeschmack, sobald man seine angebliche Freundschaft zu Paul Walker erstmal anzweifelt.

In einem Instagram-Post äußerte sich Diesel auch zu „Fast Forever“: „Ich habe gerade das Drehbuch zu „Fast Forever“ von Mike Lesslie gelesen. Es ist das beste Drehbuch, das ich seit Jahrzehnten gelesen habe. Ich weine immer noch …“

Dass Diesel die aktuelle Drehbuchfassung in höchsten Tönen lobt und sogar schon mehrfach beim Lesen weinen musste, bedeutet nicht viel, wenn man bedenkt, dass Diesel auch die letzten „Fast“-Filme im Voraus als Meisterwerke verkauft hat.

Wenn man Diesel zuhört, entsteht der Eindruck, als wäre jeder „Fast“-Film ihm zu verdanken, schließlich ist der doch Dom Toretto, der Vater dieser autoverrückten Familie. Tatsächlich verdienen eher Regisseure wie Justin Lin oder Louis Leterrier Lob dafür, dass sie diese Multimillionen-Dollar-Projekte trotz Diesel irgendwie auf Kurs halten können.

Wenn, oder falls, „Fast Forever“ am 17. März 2028 in den US-Kinos landet, werden sicher einige hohe Tiere bei Universal erleichtert sein, dass die größtenteils sehr profitable, aber zeitgleich äußerst chaotische Filmreihe zu ihrem Ende kommt.

Aber schon jetzt ist eigentlich so gut wie sicher, dass Diesel am roten Teppich in einem selbstbeweihräuchernden Interview eine „Fast“-Zukunft mit sich in der Hauptrolle in Aussicht stellt. Denn mittlerweile braucht Vin Diesel „Fast“ mehr, als „Fast“ Vin Diesel braucht.

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