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Interview

„Er weiß genau, was er will“: Kya-Celina Barucki und Philip Müller über die Arbeit mit Sönke Wortmann

Die Stars von „Die Ältern“ sprechen über die Dreharbeiten, Karriere-Zweifel und das besondere Arbeiten mit Sönke Wortmann.

Schauspieler Philip Müller und Schauspielerin Kya Celina Barucki bei der NRW-Premiere des Film Die Ältern im Cinedom
Philip Müller und Kya Celina Barucki bei der NRW-Premiere des Films „Die Ältern“ im Cinedom. Foto: IMAGO / Panama Pictures

Der Auszug der Kinder – für manche Eltern ein Befreiungsschlag, für andere der Beginn einer handfesten Midlife-Krise. In „Die Ältern“, der neuen Komödie von Sönke Wortmann nach dem gleichnamigen Roman von Jan Weiler, gerät genau dieses fragile Familiengefüge ins Wanken.

Für die jungen Hauptdarsteller Kya-Celina Barucki und Philip Müller ist der Film nicht nur ein weiteres Projekt – sondern auch ein Meilenstein.

„Man wartet ja oft sehr lange auf das Ergebnis“

Bei der Premiere überwiegt die Vorfreude. „Ich freue mich riesig – Fotos machen, heute Abend essen gehen, den Film endlich zu sehen und auch die anderen alle wiederzusehen“, sagt Kya-Celina Barucki strahlend.

Sich selbst auf der großen Leinwand zu sehen, sei trotzdem jedes Mal besonders: „Man wartet ja oft sehr lange auf das Ergebnis. Ich freue mich immer darauf zu sehen, ob das geklappt hat, was ich mir überlegt habe – und wie alles zusammen funktioniert.“

Kollege Philip Müller sieht das ähnlich – mit einer Einschränkung: „Ich bin immer sehr gespannt. Aber ich kann mich selbst nicht gut angucken – und ich kann das auch schwer einschätzen.“

Philip Müller hatte schlaflose Nächte

An Aufmerksamkeit durch erfolgreiche Projekte haben sich beide inzwischen gewöhnt – zumindest ein Stück weit. „Es ist aufregend, aber auch schön und oft sehr wertschätzend“, sagt Barucki.

Müller wird vor allem von jungen Fans erkannt: „Das sind meistens Kinder. Die laufen fünfmal im Zug an dir vorbei und sprechen dich irgendwann an. Das ist ganz süß.“

Trotzdem bringt der Beruf Unsicherheiten mit sich. Besonders präsent wurde das für Müller erst kürzlich: „Gestern“, sagt er lachend auf die Frage nach dem Moment, in dem er spürte, dass seine Karriere Fahrt aufnimmt. „Ich konnte nicht schlafen. Plötzlich wurde mir klar: Morgen geht’s los – der zweite Film startet. Das war krass real.“

Sönke Wortmann: „Er weiß genau, was er will“

Für Barucki war die erneute Zusammenarbeit mit Regisseur Sönke Wortmann ein besonderer Moment. Schon bei „Der Spitzname“ hatte sie mit ihm gedreht. „Seine Regiearbeit ist für mich etwas Besonderes“, sagt sie. „Er weiß genau, was er erzählen möchte, wie die Figuren funktionieren und wohin sie sich entwickeln. Dadurch entsteht so viel Ruhe und Wertschätzung am Set.“

Auch Müller erinnert sich gern an sein Casting – das „lustigste“, das er je erlebt habe. Vom selbst aufgenommenen Tape aus dem Paris-Urlaub bis zum Live-Casting in Berlin mit einem schmunzelnd im Raum auf- und ablaufenden Wortmann war alles dabei. Die endgültige Besetzung kam überraschend: „Plötzlich hieß es: ‚Ihr spielt Bruder und Schwester.‘ Ich dachte erst, das wäre ein Witz.“

Schauspiel muss eine Herzensentscheidung sein

Für Kya-Celina Barucki stand der Berufswunsch früh fest: „Hundert Prozent. Im Kindergarten wollte ich mal einen Eisladen – aber ansonsten war das ziemlich klar.“

Bei Philip Müller kam die Entscheidung mit elf oder zwölf Jahren. „Mit zehn wollte ich noch Popstar werden“, erzählt er schmunzelnd. Das Theater habe dann den Ausschlag gegeben. Beide wissen jedoch: Der Weg bleibt unsicher. „Die Angst ist schon präsent“, sagt Barucki. „Es bleibt ein ungewisser Beruf.“

„Geduld ist ein ganz großes Ding“, ergänzt Müller. „Und man bekommt viele Absagen. Teilweise ist es auch total oberflächlich – das muss man wissen.“

Und die nächste Rolle?

Ganz konkrete Wünsche hat Müller bereits: Er würde gern die Hauptrolle in „Silvester“ spielen, einem Projekt eines befreundeten österreichischen Regisseurs. „Eine Story über einen Barkeeper. Darauf hätte ich richtig Bock.“

Barucki bleibt offener: „Mich interessiert total, gegen Klischees zu spielen. Ich würde auch gern mal in eine düstere Richtung gehen.“

Darum geht’s in „Die Ältern“

Im Mittelpunkt steht Schriftsteller Hannes (Sebastian Bezzel), dessen scheinbar heile Welt ins Wanken gerät. Seine Karriere stagniert, Ehefrau Sara (Anna Schudt) sehnt sich nach Veränderung – und Tochter Carla (Kya-Celina Barucki) will ausziehen. Sohn Nick (Philip Müller) distanziert sich ebenfalls zunehmend von den liebgewonnenen Familienritualen.

Was bleibt, ist ein Mann Mitte 50, der lernen muss, dass Bequemlichkeit nicht alles ist – und dass Loslassen manchmal der erste Schritt zu etwas Neuem ist. Eine warmherzige Komödie über Abschiede, Aufbrüche und die Frage, was bleibt, wenn die Kinder flügge werden!

„Die Ältern“ läuft seit dem 12. Februar in den Kinos!

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