Nicht so der Hammer

Einreiseverbot: Armie Hammers Comeback-Film wird nicht in Deutschland gezeigt

Kaum eine Person ist zurzeit so kontrovers wie Armie Hammer. Weshalb sein Comeback-Versuch nicht funktioniert …

Armie Hammer tritt mit seinem Fuß auf die Kamera, die am Boden liegt.
Armie Hammer versucht mit seinem Comeback große Fußstapfen zu setzen. Foto: © Event Film

Was passiert, wenn man Armie Hammer mit Uwe Boll vermengt? Genau, man bekommt einen Film namens „Citizen Vigilante“, der augenscheinlich so kontrovers ist, dass er nicht in deutschen Kinos gezeigt werden darf. Aber warum ist Armie Hammer eigentlich eine Persona non grata und weshalb sorgt „Citizen Vigilante“ für derartigen Unmut?

„Citizen Vigilante“: Kontroverser Film trifft auf kontroverse Personen

Dass Uwe Bolls Filme immer wieder anecken, ist per se nichts Neues. Allein seine „Rampage“-Reihe, in der es um einen Amokläufer geht, sorgte für Diskussionen. Das Thema scheint Boll schon lange zu faszinieren, denn auch sein Film „Assault on Wall Street“ setzte sich mit einem ähnlichen Motiv der Selbstjustiz auseinander.

Das neueste Boll-Werk „Citizen Vigilante“ schlägt nun in eine ähnliche Kerbe – nur noch kontroverser. So spielt Armie Hammer Sanders, einen Mann, der Einwanderer hasst und aufgrund persönlicher Probleme mit dem staatlichen Justizsystem zur Selbstjustiz greift. Fortan bestraft er Einwanderer und Politiker, die diese schützen. Und während Sanders in manchen Kreisen zum Helden avanciert, möchte der Interpol-Angestellte Henry ihn dingfest machen.

Abgesehen von der Geschichte, die aus vielerlei Gründen für Aufsehen sorgen dürfte, war auch der ursprüngliche Titel des Films eine Kontroverse für sich. Boll hatte ursprünglich geplant, den Streifen „The Dark Knight“ zu nennen – wahrscheinlich in der Hoffnung, dass manche Personen seinen Film mit dem gleichnamigen Batman-Film von Christopher Nolan verwechseln.

So absurd das auch klingen mag: Das Casting von Armie Hammer ist wohl der größte Skandal, der „Citizen Vigilante“ umgibt.

Armie Hammer: Was hat der Schauspieler getan?

Während Schauspielkollegen wie James Franco und Kevin Spacey im Rahmen der MeToo-Bewegung von zahlreichen Personen sexueller Straftaten beschuldigt wurden, bewegten sich die Vorwürfe gegen Armie Hammer eher im Bereich körperlicher Gewalt. Neben entsprechenden Anschuldigungen kursierten 2021 zudem Gerüchte darüber, dass Hammer kannibalistische Fantasien geäußert haben soll.

Hammers Karriere geriet infolge dieser Vorwürfe ins Wanken und sorgte dafür, dass der Schauspieler für mehrere Jahre weitgehend von der Bildfläche verschwand. Seit der Neuauflage von „Tod auf dem Nil“ aus dem Jahr 2022 war Hammer bis 2025 in keinem größeren Projekt mehr zu sehen. Seine eher unscheinbare Rückkehr erfolgte mit dem Low-Budget-Western „Frontier Crucible“.

Mit einem ähnlich überschaubaren Budget dürfte nun auch Bolls „Citizen Vigilante“ entstanden sein, der Hammer erneut ins öffentliche Gespräch bringt – wenn auch aus den falschen Gründen.

Wie viele Uwe-Boll-Produktionen wird „Citizen Vigilante“ keine Kinoauswertung in Deutschland erhalten. Das hängt in diesem Fall jedoch nicht mit den damit verbundenen Kosten zusammen, sondern vielmehr damit, dass der Film in Deutschland keine FSK-Freigabe erhalten hat. Eine mangelnde FSK-Freigabe bedeutet zwar nicht, dass der Film nicht gezeigt werden dürfte, setzt aber sehr strenge Sicherheitsvorkehrungen für Kinos voraus, die voraussichtlich nicht im Verhältnis zu dem schmalen Interesse an dem Film stehen.

In anderen Territorien soll Uwe Bolls neuestes Werk am 19. Juni erscheinen.

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