„Werden dich jeden Tag vermissen“

Netflix-Star Nirmal Purja tot – auch Prinz William trauert

Sie hatten weltweit gehofft: Nach einem Lawinenunglück galt Netflix-Star Nirmal Purja als vermisst. Jetzt die traurige Gewissheit: Der Bergsteiger ist tot. Mit ihm starben noch neun weitere Menschen ...

Nirmal Purja
Er bezwang die 14 höchsten Gipfel der Welt - jetzt starb Netflix-Star Nirmal Purja bei einem Lawinenunglücl. Er wurde 43 Jahre alt. Foto: IMAGO / Sven Simon

Die Nachricht schockierte die Welt: Nach einem Lawinenabgang am Broad Peak im Karakorum-Gebirge wurde eine internationale Bergsteigergruppe vermisst. Unter den Betroffenen war auch auch der bekannte Extrembergsteiger Nirmal Purja, dessen außergewöhnliche Leistungen durch die Netflix-Dokumentation „14 Peaks: Nothing Is Impossible“ weltweit bekannt wurden. Jetzt bestätige seine Firma: Der 43-Jährige ist bei dem Unglück ums Leben gekommen.

„Die Geschichte ihres Mutes wird inspirierend bleiben“

Mit „tiefer Trauer und unermesslichem Schmerz“ bestätigte Elite Expeditions, dass Purja am Donnerstag bei einer Lawine ums Leben gekommen war. Sein Bruder Kamal schrieb später: „Mit schwerstem Herzen teile ich die verheerende Nachricht mit, dass mein geliebter jüngerer Bruder, Nirmal 'Nimsdai' Purja, und die anderen Bergsteiger nicht mehr unter uns sind.“ Und weiter: „Wir werden dich jeden einzelnen Tag vermissen.“

Purja wurde in Nepal geboren, diente später 16 Jahre lang beim britischen Militär, davon zehn Jahre bei den Spezialkräften. Berühmt wurde er, als er 2019 in nur etwas mehr als sechs Monaten die 14 höchsten Gipfel der Welt bestieg. „Der tragische Tod von sechs nepalesischen und vier weiteren ausländischen Bergsteigern, darunter der Weltrekordhalter Nirmal Purja, im Karakorum-Gebirge in Pakistan hat uns zutiefst erschüttert“, so Nepals Premierminister Balendra Shah. „Die Geschichte ihres Mutes, ihrer Hingabe und ihrer Beiträge wird immer inspirierend bleiben.“

Prinz William ist „zutiefst betrübt über den tragischen Tod“

Auch Prinz William trauert um den Bergsteiger: Er sei „zutiefst betrübt über den tragischen Tod“ von Purja, so der 44-Jährige auf X. „Nims diente mit Auszeichnung bei den britischen Streitkräften, bevor er zu einem der größten Bergsteiger der Welt wurde und nepalesische Alpinisten international bekannt machte.“ Und der britische Verteidigungsminister Wes Streeting schrieb in einem Beitrag auf X: „Unglaublich traurig über die Nachricht vom Tod von Nirmal (Nims) Purja und seinen Bergkameraden. Er war ein inspirierender Mann, der viele Jahre in unseren Streitkräften gedient hat – und dessen unglaubliche Bergsteigerabenteuer weltweit bekannt sind.“

Mittlerweile hab Naila Kiani, eine Sprecherin des Alpine Club of Pakistan, am, dass die Rettungskräfte einige Leichen gesehen hätten, diese aber noch nicht erreicht hätten. Teams in Pakistan suchen aktuell noch immer nach den Bergsteigern auf dem zwölftgrößten Gipfel der Welt. Die Leichen von drei Bergsteigern der Expedition – dem Amerikaner Mallory Geis, Nadhira Ahmed Abdullah Al Harthy aus Oman und Pur Bahadur Gurung aus Nepal – konnten bislang geborgen werden.

„Ich bitte um nichts weiter als um einen sicheren Aufstieg und Abstieg“

Nirmal Purja hatte die internationale Klettergruppe angeführt. In seinem letzten Beitrag auf X, der am Montag veröffentlicht wurde, sagte er noch, er habe nicht die Absicht gehabt, den Broad Peak zu besteigen. „Ursprünglich war geplant, nur den G2 zu besteigen“, schrieb Purja und bezog sich dabei auf den Gasherbrum II, einen weiteren Gipfel im Karakorumgebirge. Doch kurz bevor er nach Pakistan aufbrach, wurde ihm klar, dass er, wenn er dort auch noch den Broad Peak besteigen könnte, nur noch einen Berg zu bezwingen hätte, bevor er als „erster Mensch in der Geschichte alle 14 Achttausender zweimal bestiegen hätte. Ohne Sauerstoff.“

Und weiter: „Das war nicht geplant“, schrieb Purja. „Aber Chancen schreien nicht: Sie flüstern denen zu, die bereits im Stillen arbeiten. Broad Peak, ich bitte um nichts weiter als um einen sicheren Aufstieg und Abstieg. Ich nehme keinen einzigen Berg als selbstverständlich hin“, schrieb er. Purja, der in Hampshire in Südengland lebte, hinterlässt seine Frau und seine dreijährige Tochter.

Quellen

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