Dschungelcamp 2026: Wer ruft eigentlich für Gil Ofarim an – und wieso?
Gil Ofarim ist nach zehn Tagen immer noch im Dschungelcamp – trotz Boykott-Rufen, Skandal-Vergangenheit und massiver Kritik. Doch ein genauer Blick zeigt: Seine Anrufer kommen aus ganz unterschiedlichen Ecken.

Nach drei Exit-Votings steht fest: Nicole Belstler-Boettcher, Umut Tekin und Mirja du Mont sind raus, Gil Ofarim nicht. Das sorgt für Diskussionen, aber die Erklärung ist erst einmal simpel. Bei „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ reicht es, nicht Letzter im Voting zu sein. Genau das ist Gil bislang gelungen. Nicht zwingend, weil er überwältigend viele Stimmen bekommt, sondern weil andere weniger mobilisieren.
Doch damit endet die Spurensuche nicht.
Bevor es zu den Details geht, lohnt ein Blick auf das Camp selbst. Gil Ofarim ist präsent, liefert Gesprächsstoff, polarisiert und übernimmt eine klare Rolle. Und genau das fehlt einigen der bereits ausgeschiedenen Kandidat:innen.
Dschungelcamp: Schlägt Leistung Sympathie?
Ein entscheidender Faktor: Dschungelprüfungen. Gil stellt sich den Challenges, taucht, würgt, kämpft und holt Sterne. Acht von zehn Sternen in einer Unterwasserprüfung, solide Leistungen in Ekel-Challenges – während andere abbrechen oder scheitern.
Im Netz häufen sich Kommentare wie „sehr stark performed“, „sensationelle Leistung“ oder „einer der wenigen, die wirklich abliefern“. Selbst kritische Zuschauer:innen gestehen ihm zu, dass er fürs Camp arbeitet. In der Logik von IBES ist das eine harte Währung.
Doch Gil tut das natürlich nicht aus reiner Selbstlosigkeit, sondern auch aus Eigennutz. Der Musiker ist bei IBES 2026 angetreten, um der Welt eine andere Seite zu präsentieren. Was Gil Ofarim getan hat, schwebt aber stets über ihm und wird ihn auch nicht loslassen, solange er keine Verantwortung übernimmt ...
Ariel-Effekt: König Doppelmoral!
Spannend wird es beim Blick auf Ariel. Sie ist aktuell die Einzige im Camp, die Gil immer wieder offen mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Während viele Mitcamper:innen in Interviews durchaus sagen, dass sie seine Verfehlung beschäftigt, bleibt es im Camp oft still. Offenbar ist das Thema vielen schlicht zu unbequem.
Ariel dagegen spricht es aus. Und genau das sorgt für einen bemerkenswerten Effekt. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer sind inzwischen weniger von Gil genervt als von ihr. In sozialen Netzwerken liest man die Aussage, durch Ariel wirke Gil fast schon sympathisch. Der Vorwurf: Sie reite zu sehr auf der Causa herum.
Das ist nicht nur paradox, sondern auch doppelmoralisch. Ariel macht faktisch nichts falsch. Sie benennt ein reales Problem, stellt Fragen, bleibt unbequem. Doch genau das ist es offenbar, was viele stört. Unbequeme Frauen haben es im Reality-TV traditionell schwer, vor allem dann, wenn sie moralische Themen nicht loslassen.
Der Effekt: Gil rutscht in die passive Opferrolle, Ariel wird als „nervig“ wahrgenommen. Und plötzlich bekommt er Stimmen, nicht trotz, sondern wegen dieses Kontrasts.
Skandal, Schweigen und Spannung
Über allem schwebt weiterhin der falsche Antisemitismus-Vorwurf aus dem Jahr 2021, den Gil später vor Gericht als erfunden einräumte. Sogar der Anwalt des Westin-Angestellten hat mittlerweile schon eine Stellungnahme abgegeben. Im Camp selbst bleibt das Thema diffus. Er weicht aus, verweist auf rechtliche Grenzen, entschuldigt sich nicht öffentlich.
Genau dieses Unausgesprochene hält viele Zuschauer:innen bei der Stange. Die offene Frage lautet: Kommt da noch etwas? Eine klare Einordnung, ein emotionaler Moment, eine ehrliche Erklärung?

Wer ruft also wirklich für Gil an?
Alles deutet darauf hin, dass es keine einzelne Fanbase ist, sondern eine Voter-Koalition:
Nostalgie-Fans, die ihn aus früheren TV-Jahren kennen
Leistungs-Wähler:innen, die Prüfungen und Einsatz honorieren
Trotz-Anrufer:innen, die Boykott-Rufen bewusst widersprechen
Zuschauerinnen und Zuschauer mit Mitleidsreflex, ausgelöst durch die Dynamik mit Ariel
Menschen, die sagen: „Juristisch erledigt, jetzt zählt das Hier und Jetzt“
Wichtig dabei: Gil ist noch kein klarer Favorit. Aber er ist relevant, sichtbar und liefert Content. In einem Format wie dem Dschungelcamp reicht genau das oft aus, um mehrere Runden weiterzukommen.
Und wer weiß, vielleicht finden sich unter den Anruferinnen und Anrufern ja auch einige, die explizit für Gil anrufen, damit er noch ein bisschen länger von Ariel gegrillt wird!
Die entscheidende Frage bleibt: Trägt diese fragile Unterstützung bis zum Finale – oder kippt die Stimmung, sobald Leistung, Konflikt oder Geduld nachlassen?
Die Dschungelcamp-Halbzeit hat Gil Ofarim jedenfalls unbeschadet überstanden. In Folge 12 folgt die nächste Eliminierung – doch auch hier wird es ihn nicht treffen, da aktuell Stephen Dürr und Patrick Romer wackeln!







