„Orbitals“ im Test: Dieses Koop-Abenteuer weckt Erinnerungen an „Sailor Moon“ und Co.
Knallige Farben, große Augen und ein Weltraumabenteuer, das wie ein verschollener Anime-Klassiker aussieht: „Orbitals“ weckt sofort Erinnerungen an Serien wie „Sailor Moon“, „Mila Superstar“ und Co. Hinter der fantastischen Ästhetik steckt aber noch viel mehr – nämlich ein cleveres Koop-Abenteuer auf Nintendo Switch 2.

Wer in den 90er-Jahren nachmittags vor dem Fernseher saß und sich von einer Anime-Serie zur nächsten hangelte, dürfte sich beim Anblick von „Orbitals“ sofort heimisch fühlen. Eigentlich orientiert sich Entwickler Shapefarm sogar noch weiter zurück an den Anime der 80er-Jahre. Das Ergebnis erinnert mit seinen kräftigen Farben, ausdrucksstarken Figuren und dem Retro-Sci-Fi-Design aber wunderbar an jene Ästhetik, mit der „Sailor Moon“, „Mila Superstar“ und zahlreiche andere Anime später in Deutschland eine ganze Generation begeisterten.
Doch „Orbitals“ ist weit mehr als eine hübsche Hommage. Das exklusive Nintendo-Switch-2-Abenteuer ist konsequent auf zwei Spieler:innen ausgelegt und macht Zusammenarbeit zu seinem wichtigsten Spielelement.
Darum geht es in „Orbitals“
Im Mittelpunkt stehen Maki und Omura, zwei junge Held, die schon zu Beginn mit einer gewaltigen Aufgabe konfrontiert werden. Nachdem eine Katastrophe die Besatzung ihres Raumschiffs bedroht, müssen die beiden ins All aufbrechen und nach einer Technologie suchen, mit der sie ihre Crew retten können.
Viel mehr sollte man über die Geschichte zunächst auch gar nicht wissen. „Orbitals“ wirft mit einigen mysteriösen Begriffen und offenen Fragen um sich, deren Bedeutung sich erst nach und nach erschließt.
Nicht immer funktioniert das perfekt. Einige wichtige Informationen werden fast beiläufig abgehandelt und gerade die emotionalen Momente entfalten nicht immer die gewünschte Wirkung. Das liegt teilweise auch am Spielprinzip selbst: Wer gerade gemeinsam über die Lösung eines Rätsels diskutiert, konzentriert sich zwangsläufig weniger auf den nächsten Dialog.
Ein Anime zum Selberspielen
Dafür fällt es unglaublich leicht, sich in diese Welt zu verlieben. „Orbitals“ sieht teilweise tatsächlich wie ein spielbarer Anime aus. Raumschiffe, fremdartige Kreaturen, Maschinen und Charakterdesign greifen den Retro-Look konsequent auf. Gerade die Mischung aus Science-Fiction und verspielten Details verleiht dem Abenteuer eine ganz eigene Persönlichkeit.
Und Shapefarm lässt seinen Spieler:innen genug Raum, diese Welt zu entdecken. Auf dem Raumschiff können Maschinen ausprobiert und Gespräche geführt werden, während die eigentlichen Missionen immer wieder kleine Geheimnisse und Interaktionsmöglichkeiten verstecken.
Die Koop-Rätsel sind die eigentlichen Stars

So schön „Orbitals“ aussieht, seine größte Stärke liegt im Koop-Gameplay. Das Spiel läuft permanent im Splitscreen und gibt Maki und Omura unterschiedliche Aufgaben und Werkzeuge. Dadurch entsteht nie das Gefühl, dass einer der beiden Spieler lediglich mitläuft. Stattdessen werden beide Seiten regelmäßig für die Lösung eines Rätsels benötigt.
Besonders clever wird es, wenn Maki und Omura voneinander getrennt werden. Zwar sieht man dank Splitscreen weiterhin, was der andere gerade macht – eingreifen kann man jedoch nicht. Und genau dann beginnt das Chaos. Vielleicht erkennt Spieler eins bereits die Lösung, während Spieler zwei seit einer halben Minute am entscheidenden Gegenstand vorbeiläuft. Vielleicht weiß man, welches Werkzeug benötigt wird, versteht aber nicht, wie der Partner es einsetzen muss. Und manchmal haben schlicht beide überhaupt keine Ahnung.
„Orbitals“ zwingt euch dazu, miteinander zu reden, Beobachtungen auszutauschen und gemeinsam zu experimentieren. Spätestens in diesem Aspekt ähnelt das Spiel auch den letzten Hazelight-Meistwerken wie „It Takes Two“ und „Split Ficiton“.
Erfreulich viel Abwechslung
Dabei ruht sich Shapefarm nicht lange auf einer Idee aus. Neue Rätselmechaniken werden eingeführt, einige Male verwendet und anschließend mit anderen Elementen kombiniert. Statt immer kompliziertere Varianten desselben Rätsels zu präsentieren, überprüft „Orbitals“ eher, ob ihr verstanden habt, wie seine Systeme funktionieren.
Auch die unterschiedlichen Werkzeuge tragen dazu bei. Sie besitzen häufig mehrere Einsatzmöglichkeiten, sodass die Lösung nicht immer sofort offensichtlich ist. Gerade dadurch entstehen die schönsten Momente: Beide Spieler stehen vor einem scheinbar unlösbaren Problem, probieren nacheinander völlig absurde Ideen aus – und plötzlich macht es Klick.
Das macht „Orbitals“ weniger zu einem Spiel, bei dem einer die Lösung kennt und der andere nur Befehle ausführt. Der gemeinsame Weg zur Lösung ist das eigentliche Erlebnis.
Die Entdeckerlust wird manchmal ausgebremst
Ganz frei von Problemen ist das Abenteuer allerdings nicht. Ausgerechnet die große Lust am Erkunden kollidiert gelegentlich mit dem Leveldesign. Wer einen Bereich verlässt, kann teilweise nicht mehr zurückkehren. Dadurch können optionale Gespräche, Minispiele oder kleine Geheimnisse verpasst werden, ohne dass vorher ersichtlich war, dass es kein Zurück mehr gibt.
Vereinzelt kann außerdem die Trennung der beiden Figuren zu Situationen führen, in denen der weitere Weg unnötig kompliziert wird. Auch das Anvisieren bestimmter Objekte funktioniert nicht immer so präzise, wie man es sich wünschen würde. Das sind ärgerliche Kleinigkeiten, die aber kaum etwas daran ändern, wie viel Spaß die gemeinsame Reise macht.

Fazit: Lohnt sich „Orbitals“ auf Nintendo Switch 2?
„Orbitals“ ist eines dieser Spiele, die schon mit ihrer Optik neugierig machen – und anschließend beweisen, dass hinter der schönen Fassade auch spielerisch einiges steckt. Vor allem die fantastische Anime-Ästhetik hat es mir angetan. Wer mit „Sailor Moon“, „Mila Superstar“ und dem großen Anime-Boom der 90er-Jahre aufgewachsen ist, dürfte sich beim Anblick dieser Welt sofort ein bisschen in die eigene Kindheit zurückversetzt fühlen.
Noch wichtiger ist allerdings, dass „Orbitals“ auch als Koop-Spiel funktioniert. Die abwechslungsreichen Rätsel nutzen die Zusammenarbeit hervorragend aus, beide Spieler haben wichtige Aufgaben und die schönsten Momente entstehen meist dann, wenn man gemeinsam minutenlang auf dem Schlauch steht und schließlich doch noch die Lösung findet.
Die Geschichte könnte ihre emotionalen Momente besser ausspielen und dass manche Bereiche ohne Vorwarnung nicht erneut besucht werden können, passt nicht so recht zur ansonsten belohnten Entdeckerlust. Diese Schwächen wiegen aber nicht besonders schwer.
Wer einen festen Koop-Partner hat und Spiele liebt, bei denen gemeinsam gerätselt, diskutiert und auch mal übereinander gelacht wird, bekommt mit „Orbitals“ ein wunderschönes und überraschend cleveres Koop-Abenteuer für Nintendo Switch 2
Die genannten Produkte wurden von unserer Redaktion persönlich und unabhängig ausgewählt. Beim Kauf in einem der verlinkten Shops (Affiliate Link bzw. mit Symbol) erhalten wir eine geringfügige Provision, die redaktionelle Selektion und Beschreibung der Produkte wird dadurch nicht beeinflusst.







