Brisante Geheimdienst-Mission

„Die Füchsin – Das Rachespiel“: Politkrimi heute in der ARD – unsere Kritik

Eine saudische Dissidentin, ein toter Diplomatensohn und ein Auftrag auf dünnem Eis: In „Die Füchsin – Das Rachespiel“ gerät Anne Fuchs heute Abend in einen brisanten Politthriller, der sie bis an ihre Grenzen führt.

Anne Fuchs (Lina Wendel) weiß im Notfall auch, wie man eine Waffe bedient.
Lina Wendel als Anne Fuchs im gefährlichen Einsatz: In „Das Rachespiel“ gerät die Ermittlerin zwischen Diplomatie, Geheimdienstintrigen und persönlichen Schicksalen. Foto: WDR/Odeonfiction/Martin Rottenkolber

TV Tipp für Krimi-Fans: Heute Abend um 20:15 Uhr zeigt die ARD eine neue Episode der Spionage-Reihe „Die Füchsin“. „Das Rachespiel“ ist zeitgleich in der ARD Mediathek abrufbar und führt Anne Marie Fuchs in einen politisch brisanten Einsatz rund um eine saudische Dissidentin, diplomatische Spannungen und ein tödliches Geheimnis.

Darum geht es in „Die Füchsin – Das Rachespiel“

Privatdetektivin und Ex-Stasi-Agentin Anne Fuchs (Lina Wendel) arbeitet inzwischen als freie Mitarbeiterin für das Bundesamt für Verfassungsschutz. Ihr neuer Auftrag: Sie soll die saudische Menschenrechtsaktivistin Emira Maliki (Javeh Asefdjah) betreuen, die dem deutschen Geheimdienst belastende Dokumente über eine Operation des saudi-arabischen Nachrichtendienstes versprochen hat. Als Gegenleistung erwartet die Frau politisches Asyl in Deutschland.

Doch der Fall wird brisant, als der Sohn eines einflussreichen Diplomaten in Düsseldorf erschossen wird. Schnell fällt der Verdacht auf Maliki. Sie besitzt dieselbe Haarklammer wie die Frau, die am Tatort gesehen wurde. Doch ein DNA-Abgleich liefert ein unglaubliches Ergebnis: Die Spuren stammen von jemandem, der offiziell längst tot ist.

Dr. Clara Chu und Anne Fuchs stehen in einem Barbershop vor einer ermordeten Person mit blutigem Handtuch über dem Kopf, während die Spurensicherung im Hintergrund arbeitet.
Dr. Clara Chu (Kotbong Yang) und Anne Fuchs (Lina Wendel) am Tatort im Düsseldorfer Barbershop: Der Mord an einem Diplomaten-Sohn setzt eine gefährliche Spirale aus Rache und Geheimdienstintrigen in Gang. Foto: WDR/Odeonfiction/Martin Rottenkolber

Gemeinsam mit ihrem Kollegen Youssef El Kilali (Karim Chérif) muss Fuchs herausfinden, wer hier tatsächlich ein gefährliches Spiel treibt. Und welche Rolle der eiskalte Diplomat Hakim Al-Hassani (Samir Fuchs) dabei spielt, der selbst vor Gewalt nicht zurückschreckt, wenn es um die Interessen des Königshauses geht.

Spannung mit politischem Hintergrund

Autor Mike Bäuml verankert die Geschichte tief im politischen Kontext: Menschenrechtsverletzungen, oppositionelle Gruppen und das Machtkalkül autoritärer Regime. Deutschland wird in diesem Film zum Schauplatz eines Konflikts, der weit über die Grenzen hinausreicht. Die Story verwebt Geheimdienstoperationen, persönliche Motive und diplomatische Abgründe – und zeigt sehr deutlich, wie dünn das Eis werden kann, sobald internationale Beziehungen ins Spiel kommen.

Starke Besetzung, internationale Atmosphäre

„Das Rachespiel“ setzt stark auf Authentizität. Viele Darstellerinnen und Darsteller mit arabischen Wurzeln verleihen der Geschichte Glaubwürdigkeit und kulturelle Tiefe. Besonders sticht Sarah Sandeh als Zahra, Ehefrau des Diplomaten, hervor. Sie führt ein gefährliches Doppelleben zwischen Loyalität und Opposition.

Auch visuell bietet der Film viel: Regisseur Christoph Schnee und Kameramann Christoph Krauss setzen auf klare, atmosphärische Bilder. Die Bildsprache ist präzise, die Musik von Sebastian Pille intensiv und dramaturgisch treibend.

Kritik: Ein politisch aufgeladener Fall mit starken Momenten

„Die Füchsin – Das Rachespiel“ ist ein Spionagekrimi, der bewusst langsam anzieht und sein komplexes politisches Geflecht sorgfältig entfaltet. Der Anfang wirkt etwas dialoglastig, doch das gehört zum Genre. Dafür steigert sich der Film im Laufe der Handlung zu einem emotionalen und spannenden Thriller, der in einem kraftvollen Showdown endet.

Lina Wendel überzeugt erneut in der Rolle der toughen, hochintelligenten Ermittlerin, die sich zwischen Menschlichkeit, Loyalität und politischem Druck behaupten muss. Sehr gelungen ist das Zusammenspiel mit Karim Chérif, der als Youssef eine nahbare, humorvolle Komponente in das Duo bringt und als Übersetzer der Geheimdienstwelt fungiert.

Weniger gelungen ist der Weggang von Kim Riedle, deren Figur im Vorgänger noch für witzige, pointierte Schlagabtausche sorgte. Ihre Nachfolgerin Clara Chu (Kotbong Yang) wird bewusst distanziert und kühl angelegt, was zwar zur Story passt, aber stilistisch weniger Charme versprüht.

Stark dagegen: Die moralische Ambivalenz des Films. Während der saudische Diplomat zunächst als eindimensionale Figur wirkt, öffnet das Drehbuch später überraschend andere Perspektiven. Das sorgt für emotionale Tiefe und verstärkt den Eindruck eines echten Politthrillers.

Mit seiner Mischung aus Spionage, Drama, internationalen Konflikten und menschlichen Brüchen ist „Das Rachespiel“ ein sehenswerter Krimi, der nicht nur unterhält, sondern auch nachhallt.

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