„Katharina Tempel – Was wir begehren“: Franziska Hartmann überzeugt im besten ZDF-Krimi des Jahres
Der neue ZDF-Krimi „Katharina Tempel – Was wir begehren“ liefert ein intensives Psychodrama über Lügen, Angst und Vertrauen. Alles zu Handlung, Besetzung und unserer Kritik.

Katharina Tempel meldet sich mit einem neuen Fall zurück. Die dritte Episode „Was wir begehren“ knüpft nahtlos an die enorme Spannung ihrer Vorgänger an. Das Krimi-Drama zählt längst zu den stärksten ZDF-Reihen überhaupt und liefert diesmal ein aufwühlendes Spiel aus Lügen, Angst und zerstörtem Vertrauen.
Handlung: Eine tote Zeugin, ein gefährlicher Ex und ein Ehemann voller Geheimnisse
Im Mittelpunkt der Handlung steht wie immer Kommissarin Katharina Tempel (Franziska Hartmann), deren privat ohnehin fragile Ehe endgültig zu zerbrechen droht. Eine Frau, die Zeugin einer Vergewaltigung war, wird tot in ihrer Badewanne gefunden. Der vermeintliche Suizid entpuppt sich schnell als brutaler Mord.
Doch das wahre Beben beginnt, als Tempel erkennt, wie eng ihr Mann Volker (Florian Stetter) mit der Toten und der Psychotherapeutin Marita Rubesch (Jessica McIntyre) verknüpft ist.
Volker hat heimlich an einer Selbsthilfegruppe für Männer mit Impulskontrollproblemen teilgenommen – gemeinsam mit Paul Berkens (Shenja Lacher), einem einschlägig bekannten Aggressor, der seine Ex-Freundin Miriam (Julischka Eichel) terrorisiert hat.
Als herauskommt, dass Volker Miriam noch am Tag vor dem Mord getroffen hat, bricht für Katharina eine Welt zusammen. Während sie offiziell vom Fall abgezogen wird, ermittelt sie privat weiter – gegen den Mann, den sie liebt und gleichzeitig fürchtet.
Der Fall eskaliert in ein nervenaufreibendes Katz-und-Maus-Spiel, bei dem Katharina nicht nur die Wahrheit über ihren Ehemann findet, sondern auch um ihr eigenes Leben kämpfen muss.

Cast: Franziska Hartmann brilliert – starke Besetzung an ihrer Seite
Die ZDF-Reihe „Katharina Tempel“ überzeugt erneut mit einem hochkarätigen Ensemble:
Franziska Hartmann als Katharina Tempel
Florian Stetter als Volker Tempel
Stephan Szàsz als Georg König
Julischka Eichel als Miriam Fehrmann
Shenja Lacher als Paul Berkens
Jessica McIntyre als Marita Rubesch
Petra Zieser als Teresa Tempel
Michel Hoppe als Sohn Linus
Regie führt Jens Wischnewski, das Drehbuch stammt von Elke Rössler, die bereits die beiden gefeierten Vorgängerfolgen „Was wir verbergen“ und „Was wir fürchten“ schrieb.
Darum überzeugt Franziska Hartmann als Katharina Tempel

Die Reihe steht und fällt mit ihrer Hauptfigur. Und Franziska Hartmann liefert auch im dritten Film wieder eine beeindruckende Leistung ab. Mit ihrer intensiven, emotional vielschichtigen Darstellung zählt sie längst zu den markantesten Gesichtern des modernen ZDF-Krimis. Hartmann, die zuvor bereits in Produktionen wie „Der Alte“, „Tage, die es nicht gab“ und natürlich den beiden ersten Tempel-Filmen zu sehen war, gelingt das Kunststück, Katharina sowohl stark als auch verletzlich zu zeigen.
Gerade in „Was wir begehren“ muss sie eine enorme Bandbreite an Gefühlen bewältigen: die Hoffnung auf Versöhnung, die schleichende Gewissheit der Lüge und schließlich die nackte Angst vor dem Mann an ihrer Seite. Ihre Körpersprache, ihr Spiel mit Nuancen und die rohe Emotionalität machen die Figur für das Publikum so greifbar – und tragen entscheidend dazu bei, dass die Krimi-Reihe so außergewöhnlich wirkt.
Kritik: Der beste ZDF-Krimi des Jahres – intensiver denn je
„Was wir begehren“ bestätigt eindrucksvoll, warum Katharina Tempel aktuell zu den besten und modernsten ZDF-Krimi-Reihen zählt. Anstatt klassischen Ermittlungsroutinen zu folgen, setzt die Episode konsequent auf ein psychologisch fein austariertes Ehedrama, das sich wie ein Thriller entfaltet. Die Spannung entsteht nicht durch Spurensuche oder forensische Details, sondern durch das, was unausgesprochen bleibt: die Lügen, Ängste und blinden Flecken zwischen Katharina und Volker.
Besonders beeindruckend ist, wie konsequent der Film die Zuschauerinnen und Zuschauer in Katharinas Perspektive hineinzieht. Jede neue Information, jede kleine Wendung, jeder Moment der Unsicherheit lässt das Fundament ihrer Ehe weiter bröckeln. Franziska Hartmann liefert eine herausragende Performance: Ihr Wechsel zwischen professioneller Härte, verletzter Wut und echter Verzweiflung wirkt in jeder Szene glaubwürdig und erschütternd.
Die Regie von Jens Wischnewski verstärkt dieses Gefühl der Bedrohung mit einem intensiven Thriller-Ton, der sich durch den gesamten Film zieht. Einzelne musikalische Töne, ungewöhnliche Bildkompositionen und das konstante Gefühl, dass etwas Unaussprechliches unter der Oberfläche gärt, machen „Was wir begehren“ zu einer emotionalen Achterbahnfahrt.
Dass der Täter früh im Verdacht steht, schwächt den Film nicht – im Gegenteil. Die Spannung entsteht aus der Frage, wie weit die Schatten in Volkers Leben tatsächlich reichen, welche Wahrheiten er verdrängt und ob Katharina ihm jemals wieder trauen kann. Das Finale mündet schließlich in einem düsteren, harten Schlussmoment, der das psychologische Drama zu einem packenden Thriller verdichtet.
Unterm Strich ist „Was wir begehren“ eine Episode, die weit über den üblichen ZDF-Standard hinausgeht: intensiv gespielt, erzählerisch mutig und emotional so dicht, dass man kaum wegsehen kann.







