„Die beste Zeit meines Lebens“: Interview mit Kevin James zu „Solo Mio“
Kann Kevin James reiten? Wie ist es, mit Andrea Bocelli zu singen? Und geht „Solo Mio“ in eine zweite Runde? All das und noch viel mehr hat uns Kevin James im Interview verraten …

In „Solo Mio“ wird ein Kunstlehrer, gespielt von Kevin James, am Altar in Rom stehen gelassen. Anlässlich des Films haben wir uns für ein Interview mit Kevin James zusammengesetzt und ihm die großen Fragen des Lebens gestellt. Auf diese hat er vielleicht nicht immer große, aber definitiv lustige Antworten gefunden.
Ich glaub mich beißt ein Pferd: Kevin James
Jonas Kretzer, TVMovie Online: Kevin, in „Solo Mio“ bist du auf sehr vielen Vehikeln unterwegs: ein Tandem, ein Boot, ein Motorrad und sogar ein Pferd … auch wenn das streng genommen kein Vehikel ist. Welches dieser „Transportmittel“ war im Handling das Schwierigste?
Kevin James: Definitiv das Pferd, denn Mr. (Andrea) Bocelli ist ein grandioser Reiter. Sagt man das so? Ein Meister auf dem Pferd – er ist vollends beeindruckend. Er hat ein Meisterschaftspferd und für mich musste ein langsameres Pferd herangekarrt werden. Als die beiden Pferde dann zusammen geritten sind, hat das Meisterschaftspferd mein Pferd die ganze Zeit gebissen, weil es das nicht leiden konnte. Das Problem war aber, dass wir das nicht unterbinden konnten, da wir eng nebeneinander reiten mussten, damit wir beide in der Aufnahme zu sehen sind. Da ich kein guter Reiter bin, hatte ich schon große Angst – und wenn dann noch dazu kommt, dass man auf einem Hügel in der Toskana ist …
Kretzer: Das kann ich sehr gut verstehen. Wo wir gerade bei Andrea Bocelli waren: Im Film singst du ja mit ihm. Was für ein Gefühl ist es, ans Set zu kommen und mit so einem großen Musiker singen zu müssen?
Kevin James: Es war nervenaufreibend. Aber ich hatte eine gute Zeit. Ich weiß nicht, ob er die auch hatte. Er hat sich sicherlich gedacht: „Wo bin ich in meiner Karriere falsch abgebogen, dass ich jetzt mit diesem Typen hier stehe und singen muss?“ Trotzdem war er großartig. Er hat für die gesamte Crew Klavier gespielt – auch zwischen den Aufnahmen hat er kleine Konzerte gegeben, die unglaublich waren. Er ist definitiv ein großartiger Mann.
Kretzer: Das ist sehr niedlich. Aber nun zu Themen, die weniger niedlich sind: In „Solo Mio“ wird dein Charakter am Altar stehen gelassen. Hast du jemals solch einen romantischen Tiefschlag verspürt beziehungsweise könntest du dir etwas Schlimmeres vorstellen?
Kevin James: Nein, denn so etwas zu übertreffen ist taff. Deswegen haben wir den Film ja auch so anfangen lassen. Wir dachten uns, dass wir, wenn wir den Film am niedrigsten Punkt starten würden und uns dann hocharbeiten, eine spaßige Geschichte zu erzählen hätten. Aber ich selbst hatte so eine Erfahrung noch nie. Klar wurde ich mal von einer Freundin sehr kaltherzig verlassen, aber so schlimm wie in „Solo Mio“ war es noch nie. Übrigens tritt dieses Ausgangsszenario viel häufiger auf, als man denken würde. Unsere Recherchen haben ergeben, dass viele Personen genau solche Situationen erleben.
Alle Wege führen nach Rom – insbesondere, wenn man bestimmt, wo es hingeht
Kretzer: Das ist seltsam, denn hier in Deutschland hört man solche Geschichten selten bis nie. Das könnte aber auch mit unterschiedlichen bürokratischen Verhältnissen zusammenhängen. Ich habe übrigens gelesen, dass die Idee für „Solo Mio“ entstanden ist, weil die Kinnane-Brüder dich gefragt haben, wo du gerne deinen nächsten Film drehen wollen würdest. Du hast dich offensichtlich für Rom entschieden. Warum?
Kevin James: Ich meine, das sind keine Neuigkeiten, aber Rom ist die romantischste Stadt der Welt. Daraus keimte dann die Idee, eine RomCom zu machen. Ich hatte Rom aber bereits mit meiner Familie besucht und mir gedacht, dass ich gerne dorthin zurückkehren würde, um einen Film zu drehen und mehr Zeit dort zu verbringen. Dieser Gedanke war scheinbar sehr ansteckend und prompt haben sich alle angeschlossen.
Kretzer: Aber für welchen Ort schlug dein Herz am Ende mehr: Rom oder doch die Toskana?
Kevin James: Beide Orte sind grundverschieden. In der Toskana gab es zum Beispiel viele Käfer und kleine Eidechsen, die ich nicht unbedingt mochte. Da merkt man schon starke Unterschiede. Der eine Ort ist sehr ländlich, während der andere Ort sehr alt ist, aber auch viele neue Aspekte mitbringt. Gleichzeitig durften wir aber in der Toskana auch in Bocellis Haus drehen. Am Ende des Tages war es wie ein spaßiger Familientrip, denn die ganze Crew lebte auch in Italien. Diesen Film zu drehen war die beste Erfahrung meines Lebens.

Kretzer: Hast du denn irgendwelche Empfehlungen für Personen, die mal nach Rom oder Italien reisen wollen?
Kevin James: In Rom war es offensichtlich beeindruckend, den Vatikan zu sehen. Ich habe mir mit meiner Familie aber auch viele weitere Kirchen angesehen – das war sehr spaßig. Dann wären da die Restaurants, denen meine Worte niemals gerecht werden könnten. In der Toskana hingegen hatte ich eine großartige Zeit im Teatro del Silenzio, welches eine Art Theater für Andrea Bocelli ist, das mitten im Nirgendwo steht. Er spielt dort einmal im Jahr und hat dort das romantischste und schönste Konzert meines Lebens gegeben.
Kretzer: Hat deine Liebe für italienische Restaurants dann auch dafür gesorgt, dass du ein neues Lieblingsgericht entdeckt hast?
Kevin James: Vorab: Mir wurde gesagt, dass ich in Italien Gewicht verlieren würde, weil das Essen dort keine Chemie beinhalten würde und ich viel zu Fuß unterwegs wäre. Aber sie lagen absolut falsch, denn ich habe so viel gegessen. So viel, dass ich zugenommen habe.
Kretzer: Aber wenigstens hast du das Essen genossen.
Kevin James: Definitiv. Das Essen in Deutschland liebe ich aber auch.
Kretzer: Was ist denn deiner Meinung nach das beste deutsche Gericht?
Kevin James: Natürlich Schnitzel.
„2 Solo 2 Mio“: Wie stehen die Chancen für eine Fortsetzung?
Kretzer: Um zurück zu „Solo Mio“ zu kommen: Der Film hatte eine recht clevere Marketingkampagne, in der du dich auf den sozialen Medien als deine Rolle Matt Taylor ausgegeben hast. Etliche waren sich unsicher, ob du nun einen Doppelgänger hast, der Lehrer ist. Was für ein Gefühl ist das?
Kevin James: Ich habe mich absolut in den Charakter verliebt und diese Liebe wollte ich mit der Welt teilen, bevor der Film überhaupt herauskommen würde. Es war ein großer Spaß, dieses Geheimnis zu bewahren. Immerhin ist der Typ ein Kunstlehrer und plötzlich finden ihn die sozialen Medien super. Und wenn sie in den Film gehen, dann haben sie im besten Fall schon ein wenig verstanden, was den Charakter ausmacht. Es war definitiv mal etwas anderes und es hat funktioniert. Das hat uns sehr glücklich gemacht.
Kretzer: Wenn man nun bedenkt, dass du großen Spaß an der Rolle und scheinbar die beste Zeit deines Lebens beim Dreh von „Solo Mio“ hattest, würdest du für eine Fortsetzung zurückkehren?
Kevin James: Ja, ich habe gerade erst darüber gesprochen. Es ist immer schwer, Fortsetzungen zu drehen – vor allem Fortsetzungen von RomComs. Es gleicht einer Herausforderung, dafür zu sorgen, dass sie besser als der erste Teil sind. Gleichzeitig transportiert der erste Teil auch noch diese Magie, die man nochmal anfangen müsste. Und auch der Cast macht viel davon aus. Dementsprechend muss man erstmal die richtige Geschichte finden und es schaffen, dass sich diese homogen zum ersten Teil verhält. Denn was man vermeiden sollte, ist es, einfach den Ursprungsfilm nochmal zu drehen. Aber ja, wir führen jetzt gerade Gespräche deswegen.
Kretzer: Um zuletzt eine Sache zu klären, die du zu Beginn gesagt hast: Rom ist deiner Meinung nach die romantischste Stadt der Welt, aber glaubst du nicht, dass Paris da nicht auch ein paar Worte mitzureden hätte?
Kevin James: Irgendwie hast du natürlich recht. Ich war in Paris und es ist sehr romantisch dort, aber Rom hat mich einfach etwas mehr erwischt. Vielleicht ist es das Essen dort, aber ich finde es in Italien definitiv schöner.









