„Der Usedom-Krimi: Wendepunkt“ – So viel Wahrheit steckt im heutigen Fall
Ein Mord, ein altes Familiengeheimnis und ein Stück DDR-Geschichte: Der neue Usedom-Krimi „Wendepunkt“ verbindet Fiktion mit Realität.

Der Herbst ist zurück und mit ihm gleich drei neue Folgen von „Der Usedom-Krimi“. In der neuen Folge „Wendepunkt“, die am Donnerstag, 23. Oktober, um 20:15 Uhr im Ersten läuft, steht ein grausamer Mord im Mittelpunkt – und ein Geheimnis, das tief in die Geschichte der Wendezeit zurückreicht.
Was zunächst wie ein klassischer Mordfall beginnt, entpuppt sich schnell als eine Geschichte über Schuld, Verdrängung und die Nachwirkungen der deutschen Teilung.
Eine Verlobung endet tödlich
Martin Rabe (Lasse Myhr) feiert mit seinen Eltern (Julia Jäger und Thomas Bading) die Verlobung mit seiner schwangeren Freundin Antonia (Anna Baranowska). Doch der Abend endet tragisch: Antonia verschwindet spurlos, nachdem sie noch einmal zu ihrer Firma gefahren ist. Am nächsten Morgen wird sie erschlagen im Hafen von Wolgast aufgefunden.
Ihre Firma arbeitet an einem innovativen Verfahren zur Wasserentsalzung – und steht kurz vor einer Kooperation mit einer polnischen Investorin. War das der Auslöser für den Mord?
Parallel taucht Mandy (Anne Haug) auf, eine Reinigungskraft, die sich auffällig für Martin interessiert und ihn regelrecht verfolgt. Als sie von Karin Lossow (Katrin Sass) entdeckt wird, ahnt diese: Mandy weiß mehr, als sie zugibt.
Ermittlungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Während Kommissar Rainer Witt (Till Firit) mit privaten Problemen kämpft, stoßen Karin Lossow und die Polizei auf eine Spur, die Jahrzehnte zurückreicht. Martins Eltern scheinen in Ereignisse verwickelt zu sein, die während der Wende 1989 geschahen – und die bis heute ihr Leben bestimmen.
Nach und nach wird klar: In dieser Familie ist nichts so, wie es scheint. Alte Schuld, verdrängte Erinnerungen und die Entscheidungen jener Tage im Herbst ’89 werfen ihren Schatten auf die Gegenwart.
Wahre Begebenheiten als Grundlage
Obwohl die Geschichte frei erfunden ist, basiert „Wendepunkt“ auf realen Schicksalen. Das Drehbuchduo Dinah Marte Golch und Isabell Serauky ließ sich von Dokumentationen über Kinder inspirieren, die kurz vor oder nach dem Mauerfall von ihren Eltern in der DDR zurückgelassen wurden.
„Wir waren tief betroffen, als wir von diesen Fällen hörten“, erklärten die Autorinnen. „Mit ‚Wendepunkt‘ wollten wir diesen Menschen eine Stimme geben – und zeigen, wie stark solche Erfahrungen auch Jahrzehnte später nachwirken.“
Bei der Premiere auf dem Filmfest in Schwerin berichtete Hauptdarstellerin Katrin Sass von einer bewegenden Begegnung: „Nach der Aufführung kam eine Frau zu uns und sagte: ‚Ich bin so ein Kind!‘ Dieses Gespräch hat uns alle sehr berührt.“
Regisseurin Maris Pfeiffer legt dabei Wert auf klare Erzählstrukturen und intensive Figurenmomente. Besonders Sass überzeugt erneut als nachdenkliche Ex-Staatsanwältin, die mehr mitfühlt als ermittelt – und dabei doch der Wahrheit gefährlich nahekommt.
Sendetermine und neue Folgen
Mit „Wendepunkt“ startet die ARD in eine neue Staffel des beliebten Formats. Insgesamt wurden drei neue 90-Minüter produziert, die ab dem 23. Oktober immer donnerstags um 20:15 Uhr im Ersten laufen.
Zum festen Ensemble gehören neben Katrin Sass und Till Firit auch Rainer Sellien, Jana Julia Roth, Milena Dreissig und Katarzyna Maciag. Wer die neuen Fälle vorab sehen möchte, findet alle Folgen bereits in der ARD-Mediathek.









